China zu Japan: „Euer erster Schuss ist auch euer letzter“

Kitakojima und Minamikojima / Senkaku-Inseln
Kitakojima und Minamikojima / Senkaku-Inseln – Bild: wikipedia

erschienen bei Deutsche Wirtschaftsnachrichten

Im Streit über die Zugehörigkeit einer Inselgruppe zwischen Japan und China verschärft Peking die Tonart. Japan will chinesische Militärflugzeuge mit Leuchtmunition beschießen, sollten sie den Luftraum durchqueren. China reagiert auf die Provokation und kündigt an, keinen einzigen Schuss kampflos zu akzeptieren.

Die Streitparteien in Fernost rasseln weiter mit den Säbeln: Im Streit zwischen China und Japan um die winzige Inselgruppe Diaoyu (japanisch Senkaku) im östlichen chinesischen Meer sind immer schrillere Töne zu vernehmen. Keiner der Staaten weicht von seinem Anspruch auf die Inseln ab. Militärische Stärke wird beiderseits demonstriert und Übungsmanöver werden durchgeführt.

Der japanische Verteidigungsminister Itsunori Onodera besteht in einem Bericht des Business Insider darauf, den Luftraum über den Inseln verteidigen zu müssen und notfalls sogenannte Tracer-Munition auf chinesische Flugzeuge abfeuern zu lassen. Bei Tracer-Munition handelt es sich um Leuchtspurmunition. Die Androhung Onoderas soll als Warnung verstanden werden.

China reagierte prompt auf die Provokation: Japan und die USA ignorierten die Tatsachen. Die Inselgruppe sei „chinesisches Territorium“, sagte General Peng Guangqian von der chinesischen Militärdienst-Akademie. Das Abfeuern von Leuchtspur-Munition sei wie „der erste Schuss“ zu werten. Sollte Japan den ersten Schuss abgeben, werde China „nicht zögern und Vergeltung ausüben“. Wörtlich sagte der General: „Wenn Japan den ersten Schuss abfeuert, werden sie keinen zweiten mehr bekommen.“

China mobilisiert derzeit militärische Truppen in der Region und bereitet sich offenbar auf ein Gefecht vor (mehr hier). Die Aussichten stehen schlecht, dass sich der Konflikt über die Inselgruppe schnell wieder abkühlt, da der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe eine konfrontative Haltung gegenüber China einnimmt.

Das größte Risiko bei der Konfrontation besteht darin, dass einer der Kampfhähne einen Fehler macht, etwas bei der Bedienung der High-Tech Waffen. In diesem Fall gilt: Wer die Nerven verliert, verliert auch sein Gesicht. Und dann kann der eigentlich groteske Streit tatsächlich außer Kontrolle geraten.

Quelle: Deutsche Wirtschaftsnachrichten

5 Gedanken zu „China zu Japan: „Euer erster Schuss ist auch euer letzter“

  1. Ich denke,man kann nicht falsch liegen,wenn von chinesischer als auch japanischer Seite in Betracht zieht,wer von einer solchen Auseinandersetzung den Nutzen hat.Aber vielleicht haben China als auch Japan bereits durchschaut,wer sich diesen Konflikt am meisten wünscht.Ich für meinen Teil gehe davon aus.

  2. „Kitakojima and Minamikojima of Senkaku Islands“ Die Insel links (bei wikipedia größeres Bild) sieht aus wie diese Felsstruktur bei Japan (?) unter Wasser, die in Videos zu sehen ist und einem Bauwerk ähnelt.

  3. Ich denke eher alle politischen Akteure verstehen die Interessenlage sogar sehr genau. Jeder Mensch mit dezenter Bildung und freiem Zugang zu Informationen erkennt diese.
    Vielmehr scheint mir, dass die jeweiligen Aggressoren und Mithelfer Gelegentheiten zum Mehren ihres eigenen Einflusses sehen. Diese Muskelspiele sind ein wichtiges Instrument Erfolgschancen und die Moral des Gegners auszuloten.

    1. @ Bastille
      Ankündigung von Waffengebrauch ist die letzte Diplomatie-Stufe vor einem Kriegsausbruch. Klingt altklug, is aber so. Verdammt hoher Einsatz jedenfalls – und verdammt starker Spruch aus China! Dort geht es um das pazifische Prinzip.

  4. @jo
    Das Schlimme ist ja gerade, dass es in China und Japan Menschen gibt, die eine militärische Auseinandersetzung auch noch für gewinnbringend halten.
    Hoffen wir mal, dass zum Schluss eine Einigung mit Vertrag Zustande kommt, damit keine der beiden Nationen einen ernsten Schaden nimmt.

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