„Schreibt genau so, wie die Anwälte Monsantos es haben wollen!“

erschienen bei einartysken

Dies ist ein wörtliches Zitat, das ein Boss von Fox News seinen Reportern an den Kopf warf, die an einer Geschichte über die Gefahren des Rinder-Wachstum-Hormons schrieben, das Monsanto für die Milchindustrie auf den Markt brachte.

Diese Geschichte passierte 1997, aber sie verdient es, erneut erzählt zu werden, bis jeder sich der Gefahren von drei Dingen bewusst wird:

  • kommerziell produzierte Milch in den USA zu trinken
  • das Monsanto Unternehmen
  • was als Wahrheit im Fernsehen präsentiert wird.

Von Einschüchterung bis zu Bestechung und bis zum Feuern der Reporter erzählt euch dies Video, was passiert, wenn die Nachrichten nicht so geschrieben werden, wie Monsanto oder irgendein mächtiger Anzeigenkunde es haben will.

Schockierend, aber nicht überraschend.


.

Kommentar Einar Schlereth:
Sehr interessant ist, wie weit diese beiden Journalisten gegangen sind, um ihre Story doch noch irgendwie publizieren zu können. Aber sie sind regelrecht auf den Arm genommen worden. 83 Mal (!) haben sie die Story umgeschrieben und am Ende sind sie doch – ohne Angabe von Gründen – gefeuert worden.
Aber keine Häme! Bei uns ging und geht es genauso zu. Ich habe ein einziges Mal für das Fernsehen gearbeit – und dann nie wieder. Ich schrieb die Story zur Arbeiter-Bildung und ein Freund drehte den Film. An das Ende setzten wir ein Interview, das ich mit einem alten Sozi gemacht hatte, den die SPD schlecht feuern konnte, weil er doch im KZ gesessen hatte. Und er zog herzerfrischend vom Leder über die Kultur-Politik seiner Partei. Als wir mit dem Produkt beim Fernsehredakteur ankamen, zog es dem die Schuhe aus. „Um Gottes Willen, das können wir nicht machen.“ Wir stritten eine Stunde und dann zogen wir zum nächsthöheren Chef. Dasselbe Lied. Also ging’s zum höchsten Fensehchef in Hamburg. Fast wortwörtlich derselbe Streit. Am Ende sagte  der stöhnend: „Also gut, wie machen’s.“
Am Abend saßen wir gespannt vor dem Fernseher – und haste nich gesehen, hatten sie doch einfach die Schere genommen und den ganzen letzten Teil weggeschnitten. Das war mein erster und letzter Job beim Fernsehen, obwohl ich für den Job etwa das Vierfache von dem bekam, was beim Rundfunk üblich war. 
Ein hoch angesehener Journalist und Regisseur (und ehemaliger Studienkamerad) erzählte mir mal – leicht angesäuselt: „Einar, du solltest sehen, was bei uns im Keller liegt, was nie gesendet wurde. Das würde für mindestens ein Jahr Sendezeit reichen, wenn nicht mehr.“ So wird von den Mainstreammedien der von uns allen bezahlte  ‚öffentliche Auftrag‘ ausgeführt.
.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.