Hensel´s Sonntagsmatinée: echte Plagiate!

von Hans-Peter Schröder

„Plagiate sind Zitate,
denen der Absender verlorenging.“
Nova Lies (?)

„Gutes plagiieren und die Welt wird besser“
Amadeo Tats (2184 – 2296)

„Wir sind ihr in der Zukunft.“
UFOnaut zu einem Kontaktler

 

Die Schöne nebenan-1 (2)

Geben Sie es zu! Jeder tut`s und denkt sich nichts dabei. Also warum nicht die letzte Matinée im alten Jahr schamlos dem Plagiat widmen, sie mit Plagiaten füllen, einmal mühe- und hemmungslos  aus dem bereits Gedachten und Gebrachten plagiieren und sich dann offen dazu bekennen. Denn etwas sinnlich Neues muß immer wieder hinein in die Sonntagsmatinée, dieses Mal ist es das Bekenntnis zum Plagiat:. „Ich plagiiere, also bin ich!“ Was?

Ehrenrührig, ein Dieb, unmoralisch?

Aber doch nur, wenn ich das Plagiierte als eigenes Geschöpf ausgebe und es herumzeige. Es gibt die berechtigt straffreien Ausnahmen. Zum Beispiel das Plagiieren im stillen Kämmerlein.

Im stillen Kämmerlein da ist vieles anders, da kann man ruhig d´rauflosschwätzen und auch `mal einen Reinhard Mey-Text der Angebeteten als Eigenkomposition vorflöten, wenn es denn hilft, denn es gibt kein Geld dafür, sondern Gefühle und das auch nur vielleicht, die GEMA bleibt aussen vor und sollte alles herauskommen, 10 Jahre später, nun denn, es war gut gemeint. Wie statt Blumen. Es ist gestattet!

Aber in der Öffentlichkeit geäussert, „wird als ehrenrührig es empfunden, weil mit Betrug verbunden“.

Ein Zitat von mir! Sie bemerken hiermit, was möglich ist durchzuwinken, ohne mit einem Gesetz in Konflikt zu kommen, oder nicht.

Ach, Stichwort Gesetz: Alles Plagiate. Nachweisbar. Ungekennzeichnet abgeschrieben, abgeschrieben und noch ´mal abgeschrieben. Ich sage nur ein Wort: Hammurabi. Aber nicht nur.
Ich sage nur ein zweites Wort: Lobbyistenentwürfe.

Zurück zum ordinären Plagiat und zu seinen betrüblichen Folgen, denn schauen wir einmal genauer hin, dann werden wir erkennen, daß die bequemen Vorteile, die uns das Plagiat an jeder Strassenecke anbietet, nur im Nachtschatten haushoher Nachteile gedeihen. Das Plagiat ist ein absoluter Diktator.

Man sollte die Zwänge nicht leicht fertig unterschätzen. Das Plagiat legt Zwänge auf. Beispiele finden sich auf jedem Werbeplakat.

Einige plakative Zitate prominenter Plagiatoren sollen dabei helfen, das bisher plagiierte zu illustrieren:
„Das Plagiat entmündigt“. (Adhocdorno?) „Das Plagiat erweitert den Sprachschatz“. (Adhocdorno?) „Das Plagiat adelt den Plagiierten“ (Mirabell?) „Das Plagiat verrät den Plagiierten“ (Graham Bell?), „Das Plagiat entlarvt den Plagiator“ (MAD ?).

Adhocdorno hat recht. „Das Plagiat entmündigt.“

Beim Plagiat ist doch alles bereits fix und fertig vorgeformt. Und das soll dann passen? Unmöglich. Folge – die eigenen Absichten müssen dem Plagiat angepasst werden, um zu passen. „Plagiat ist Gedankenmord“, wie der chinesische Romantiker Weroderwhy (?) treffend bemerkte. Es entmündigt.

Dem schnellen Griff in die tickende Trickkiste entschlüpft der eigene Gedanke und fehlt der eigene Gedanke, ist schnell ein dienstbares Zitat zur Hand. Und bist du nicht willig, so gebraucht es Gewalt. Dabei ist alles so einfach.

Regelverstöße sind im Grunde genommen nämlich unmöglich. Im Grunde genommen, lässt sich das Plagiatunwesen mit wenigen Plagiaten ad absurdum führen: „Alles war schon `mal.“ Der allererste Gedanke war bereits nicht mehr jungfräulich; um von uns gedacht zu werden, mußte er vorgedacht vorliegen. Wir sind Empfänger, mit der Gabe das empfangene Thema zu variieren, darin können wir alle unsere Talent ausdrücken, – sobald wir damit aufhören,- mit dem Leben als Plagiat unter Plagiatoren.

Das wünsche ich uns Allen. Zum Abschied für heute – zwei Plagiate, ein Röntgen(?)-Bildplagiat und ein Erich Kästner(?)-Plagiat. Nehmen sie beide bitte nicht ernst. Sie haben ihre Originalität bereits  mehrfach eingebüßt. Und vergessen Sie bitte nicht:

Denken Sie ab und zu an die Wirklichkeit.

Zero !!! (2)

 

Familienbild mit Menschheit

 

2013 – An einem Tag im Monat Mai

An einem schönen Tag im schönen Monat Mai
kam der 3. Krieg auf Blitzbesuch vorbei.
Man schrieb ein Jahr mit eins, zwei, drei.

Zuerst war es ein leises Säuseln,
ein Würgen ließ die Wasser kräuseln.
Die Luft bescherte Gasgeruch,
mittend´rin im schönen Mai
und keiner dacht` sich was dabei.

Der Regenwurm sich still erbrach,
bevor er starb im Schlafgemach.
Die Vögel schlüpften in ein Loch.

Die Hühner flogen himmelhoch,
zu schauen, was so schwef `lig roch
und sahen, was im Land `rumkroch
und was das Leben schlug zu Bruch
und sie beschloßen nichts zu tun
und noch ein wenig auszuruh`n.

Ein Hosenmatz im sechsten Stock
spielt` mit der Mama blinde Kuh,
versteckt sich unter ihrem Rock,
wo er verdampft, in aller Ruh`.

An einem Tag im schönen Mai,
der Zeiger steht auf „ist vorbei“,
traf Jean auf Hans, Iwan auf Frieder
zum Plausch im trauten Jenseits wieder.

Die Gewinner sangen fromme Siegerlieder.
Die Verlierer setzten auf die nächste Runde.
Zermalmte Köpfe krächzten Racheschwüre,
sie riefen: „Wartet nur ihr Hunde!
Wir sind mit Gott im trauten Bunde,
wenn der denn nur davon erführe !

Die Minenhunde kugeln japsend sich,
als sie das hören
und drohen äusserst schelmischlich,
sich bei ganz oben zu beschweren.

Selbst die im Staube fast Verschwund`nen,
müssen lachen
und die frisch Verbund`nen
lassen es noch einmal krachen.

Nur die total bis ganz Verbrannten
einsam in den Ecken standen,
weil sie niemand mehr erkannten.

Seit Äonen schon zur Fahndung ausgeschrieben,
nach hunderten von k o – Siegen ,
nach hunderten von Siegesrunden,
ist er ein flüchtiges Phantom geblieben,
hat man ihn nirgendwo gefunden,
den dauerhaften Weltenfrieden.
————

Mit Mitgefühl wäre das zu vermeiden.

*

die Welt der Zukunft: „they live in total harmony with the flora and the fauna around them“

 

„Die Welt, die sie mir zeigten, die Welt der nahen Zukunft, in einigen hundert Jahren, ist schwierig für mich zu verstehen. Ich sah keine sichtbaren Zeichen von Technologie. Wenn es da welche gab, haben sie sie vor mir verborgen, oder sie waren so subtil, daß ich sie nicht sehen konnte. Vielleicht ist das der Fall. Ich hatte angenommen, daß die Welt der Zukunft voller Hochtechnologie steckt und sie zeigten mir, nicht eine Welt mit wenig Technik, sondern eine mit überhaupt keiner Technologie. Eine Welt, in der die Beziehung zu Gott, zur Schöpfung und zu einander so intensiv ist, daß die Menschen das Wetter des Planeten kontrollieren können, nicht nur für das Wohlergehen der Menschheit, sondern für das Wohlergehen des gesamten Planeten.

Jeder war mit jedem in der Welt telepathisch verbunden. Menschen zogen Pflanzen (Essen) indem sie einfach, – ich weiß nicht- meditierten oder an das Essen dachten und das Essen begann (vor ihnen) zu wachsen.. . .. Nicht unmittelbar, aber es geschah vor deinen Augen. Ein Kohlkopf wuchs innerhalb weniger Minuten vom Samen bis zur fertigen Pflanze. Die Menschen lebten in kleinen Gemeinschaften.“

Howard Storm

*

guten Rutsch

 

2 Gedanken zu „Hensel´s Sonntagsmatinée: echte Plagiate!

  1. Genau, man muss es sich nur mal so vorstellen: Menschen gehen in die Schule, Ausbildung, Arbeit, unterhalten sich, bilden sich zudem privat etc.
    Man muss sich mal vorstellen, wie man kommunizieren oder arbeiten soll, wenn ich dabei nun permanent differenzieren muss zwischen eigenem Einfall und irgendwann Gelerntem.
    Da wüsste ich doch noch nicht einmal mehr, wo ich anfangen soll!
    In diesem Sinne: Guten Rutsch auch!

  2. Eine wirkliche Plagiats-industrie, geradezu, ist doch Hollywood, die versuchen alle menschlichen Regungen, Gefühlsausdrücke zu kopieren. Zerlegt in Einzelbewegungen von Gesicht, Körper, Sprache werden die dann nach Drehbuch abgespult oder heute sogar auf virtuelle Figuren auf dem Bildschirm übertragen. Alles Copyshop, keine wirklichen Menschen, über die die Regisseure die Macht haben wollen. Ist auch viel einfacher und preiswerter.
    Gutes Neues Jahr, 13 soll auch nicht unbedingt etwas bedeuten, und Dank für Euren mutigen und geistreichen Einsatz.

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