syrische Freiwillige sind ein Beispiel für Menschlichkeit

erschienen bei einartysken

von Franklin Lamb

dem Mahlstrom widerstehen

In den vergangenen 20 Monaten, als die syrische Krise entgegen allen Vorhersagen fortdauerte, habe ich etwas über das syrische Volk gelernt, das ich schon früher bei den Palästinensern erlebte. Und das ist ihre große Sorge um ihre Mitmenschen, wo immer sie sind und was immer ihre gegenwärtige Lage ist. Wenn ich in Syrien bin, dann werde ich oft gefragt: „Wie geht es unseren Landsleuten im Libanon als Flüchtlinge in dieser Krise?“ Im Libanon werde ich oft gefragt: „Wie geht es unseren (internen) Flüchtlingen in Syrien und unseren Leuten in Jordanien, Irak oder der Türkei. Wie werden sie behandelt und bekommen sie das Notwendigste zum Leben?“
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Und viele syrische Flüchtlinge erleben bittere Zeiten. Anfang November 2012 waren beinahe 700.000 aus ihrem Land geflohen. Die UNO erwartet, dass es Anfang nächsten Jahres fast eine Million sein werden, wenn der Kampf nicht aufhört. Bald könnten es an die 2 Millionen Vertriebene innerhalb Syriens sein laut dem Büro des Hochkommissars für Flüchtlinge der Vereinten Nationen (UNHCR). Laut dem Bericht 10/12 der UNHCR über syrische Flüchtlinge gibt es 205.000 Flüchtlinge in Jordanien, nahezu 60.000 im Irak (die ersten bekannten Flüchtlinge, die im vergangenen Viertel Jahrhundert nach Irak geflohen sind), 110.649 in der Türkei und 110.095 im Libanon. Die wahren Zahlen liegen um geschätzte 13% höher wegen vieler Flüchtlinge, die sich nicht bei den örtlichen Behörden oder NGOs aus verschiedenen Gründen registrieren können oder wollen.
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„Viele weitere Syrier sind kürzlich innerhalb unserer Grenzen vertrieben worden und wir stellen uns auf einen langen Konflikt ein“, sagte mir Dr. Abdul Rahman Attar, Direktor des Syrisch-Arabischen Roten Halbmondes bei einem Treffen in seinem Büro in Damaskus. Dr. Attar erklärte, dass „die intern vertriebenen Personen“ jetzt schon mehr als 1.5 Millionen ausmachen, beinahe 8.5% der gesamten Bevölkerung, die in den vergangenen 19 Monaten des Konflikts aus ihren Heimen geflohen sind. Allein in Damaskus sind es schon 400.000. Panos Moumtzis, der Regionalkoordinator für Syrien der UNHCR, meinte, dass mehr als 3.000 Menschen täglich in die Nachbarländer fliehen oder 90.000 pro Monat. Beide sind der Meinung, dass der Grund der Kollaps der öffentlichen Dienste sei. Innerhalb des Landes brauchen etwa 1.2 Mill. Menschen humanitäre Hilfe, was die Gesamtzahl der Hilfesuchenden auf etwa 2.7 Millionen bringt oder grob 12% der gesamten Bevölkerung.
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politisierte humanitäre Hilfe

Während in Syrien, der Türkei, Jordanien und Irak offizielle Flüchtlingslager kostenlos Schutz für mehr als eine Viertel Million Flüchtlinge bieten, hat die Regierung im Libanon noch nicht den Bau ähnlicher Anlagen erlaubt aus konfessionellen Befürchtungen, dass vielleicht ein politischer oder sonstiger Vorteil einer rivalisierenden Sekte zugute käme – was wieder einmal zeigt, wie tief das anarchistische, konfessionelle Gleichgewicht den Libanon paralysiert. Unglücklicherweise sind es diese Mentalität und Vorurteile, die bisher verhindert haben, dass die Flüchtlinge aus Palästina im Libanon dieselben elementaren Bürgerrechte auf Arbeit und Besitz eines Heims erhalten, welche von Syrien und allen anderen Ländern den Opfern der zionistischen, kolonialen Aneignung Palästinas vor sechs Jahrzehnten gegeben werden.

Die Zahl der syrischen Flüchtlinge im Libanon haben die sektiererischen Spannungen erhöht, mit dem Ergebnis, dass syrische Arbeiter und Flüchtlinge von Elementen der libanesischen Regierung aufs Korn genommen werden. Und dies trotz der enormen Hilfe, die Syrien den libanesischen Flüchtlingen während des Krieges von 2006 gewährte, als Hunderttausende Sicherheit nebenan in Syrien suchten. Nadim Houry, stellvertretender Direktor für den Nahen Osten und Nordafrika von Human Rights Watch hat die zunehmende politische Schikane der syrischen Arbeiter im Libanon dokumentiert. Er berichtet: „Wir haben gesehen, wie die Armee und die Polizei eine Anzahl syrischer Arbeiter zusammentrieb und verhaftete. Kürzlich hat die libanesische Armee 72 Arbeiter verprügelt, von denen die meisten Syrier waren. Sie hat die Migranten in ihren Wohnvierteln zusammengetrieben, um ihnen ‚eine Lektion zu erteilen‘ statt ihre polizeiliche Arbeit zu leisten.“
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Original-Quelle (englisch): OpEdNews

3 Gedanken zu „syrische Freiwillige sind ein Beispiel für Menschlichkeit

  1. Ich spüre, dass die Grausamkeiten die diesen Ländern durch den Westen indirekt angetan wird innerlich aufwühlt. Oft dauert es eine Zeit bis ich die Information an mich ran lasse. Es zerreisst mir mein Herz. Es ist als ob ich es nicht glauben kann, dass wir als Menschheit so einen Weg gehen sollen – gegen den Willen aller Betroffenen. Die vielen unabhängigen Journalisten und Blogbetreiber die versuchen so ehrlich wie möglich diese Dinge zu zeigen sind natürlich auch Helden.

    Helden sind auch die Menschen, die die Information an sich ran lassen. Ich kann das leider nicht immer. Die gelesenen Worte und die Vorstellung was da wirklich passiert schmerzt sehr. Wir sollten doch schon viel weiter sein als Menschheit.

    Ich weiss nicht was andere so fühlen. Meist teilen wir nur erweiternde Information mit, aber ich glaube schon, dass das was auf der Welt passiert nicht einfach an uns vorbei geht. Ich nehme an, dass es vielen so geht wie mir.

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