New York: Milliarden in Inhaberschuldverschreibungen wegen Hurricane Sandy verloren?

von Michael Gartland – Danke an Christoph

Übersetzung John Schacher

Es ist das größte Rätsel an der Wall Street.

Hurricane Sandy überschwemmte eine 10.000-Quadratfuss große unterirdische Gewölbeanlage der Innenstadt und weichte dadurch 1,3 Millionen Renten- und Aktienzertifikate ein – einschließlich Inhaberschuldverschreibungen, die Bargeld-Funktion haben – es besteht die Gefahr, dass alles als Brei endet.

Ein Vertrags-Unternehmer der Tresor-Eigentümer, der Depository Trust and Clearing Corp. arbeitet fieberhaft, um die Papiere wieder herzustellen.

Aber der wahre Wert der bedrohten Dokumente unter 55 Water St. bleibt für alle unbekannt, nur der innerste Kreis der Wall-Street-Banker weiß Bescheid.

Eine Quelle berichtete, 70 Milliarden Dollar auf den Inhaber lautende Anleihen seien in Gefahr.

DTCC – ein von den größten Finanzunternehmen an der Wall Street kontrolliertes Depot – wird nicht genau erklären, was in ihren Gewölben war, wie viel Geld es wert ist oder wer was besitzt.

Die meisten DTCC -Mitgliedsfirmen, darunter die Deutsche Bank, JP Morgan Chase, Bank of America, UBS und Citi beantworteten unsere Anrufe nicht.

Die Ausnahme war Goldman Sachs: deren Sprecher Michael DuVally bestätigte der NewYorkPost schon am Freitag, dass seine Firma Inhaberschuldverschreibungen in den DTCC-Depots gelagert habe. Er räumte ein, sie wären – wenn zerstört – fast unmöglich einzulösen.

Gestern Morgen führte DuVally aus und bezifferte den Wert der Goldman-Anleihen mit „weniger als $ 1 Million.“ Eine Stunde später rief er zurück, um zu berichtigen: „Der Marktwert der potenziell betroffenen Inhaberschuldverschreibungen ist geringer als $ 10.000.“

DTCC-Sprecherin Judy Inosanto sagte nur, dass „eine Vielzahl von Aktien und Anleihen“ beschädigt wurden. „Ich kann nicht ins Detail gehen. Wir geben aus Sicherheitsgründen keine Werte an. „

Auch ein Unternehmer, der auf der Aufräum- und Restaurations-Job bietet (die Papiere wurden mit diesel- und Abwasser-gefärbten Wasser durchnässt, welche die drei Kellergeschosse der 55 Water Street gefüllt hatten) schweigt strikt, wenn man ihn zu Schäden um Auskunft bittet.

„Es geht niemanden etwas an“, sagte er. „Die Öffentlichkeit braucht nicht zu wissen, was in dem Gewölbe ist. Das ist eine Sache zwischen der DTCC und ihren Kunden. „

Was bekannt ist, ist, dass das Gewölbe seit Jahrzehnten Millionen von Inhaberschuldverschreibungen untergebracht – mit einem vielfachen Wert in Dollar. Im Jahr 1990 waren zwei Drittel der 32 Millionen Wertpapiere im Tresor Inhaberschuldverschreibungen, zeigten DTCC-Datensätze. Selbst als Inhaberschuldverschreibungen veralteten und die Papiere vom Markt entfernt wurden, enthielt das Gewölbe noch 5,4 Mio. auf den Inhaber lautende Anleihen (2003).

Experten sagen, die einzige Hoffnung für die Rettung der Stapel von Anleihen wäre eine Gefriertrocknung in einer kalten Vakuumkammer. Wenn der Luftdruck in der Kammer reduziert und die Wärme erhöht wird, würde die Feuchtigkeit in den Dokumenten verdampfen.

Eine enge Sicherheits-Kette zur Überwachung während des Verfahrenswäre notwendig. Der gesamte Prozess könnte mehr als 2 Millionen Euro kosten.

Belfor, ein in Texas beheimatetes Restaurations-Unternehmen, welches Gerüchten zufolge den Job hat, hatte gestern außerhalb 55 Water St. einen Anhänger geparkt. Zum Vertrag mit Goldman zur Restauration von 70 Milliarden Dollar in Inhaberschuldverschreibungen gefragt, sagte Belfor-Sprecherin Alex Gort: „Wir arbeiten unter sehr strenger Vertraulichkeit.“

Belfor-Arbeiter auf der Baustelle gestern beschrieben einen „vollständigen Wiederherstellung-Job“ unter „sehr hohen Sicherheitsbedingungen“, behauptete aber nichts über die Anleihen zu wissen.

„Es gibt drei Keller-Gewölbe,“ sagte ein Bauarbeiter vor dem Gebäude. „Ich war nicht in der Gruft, wo die Inhaberschuldverschreibungen lagern. Die Sicherheit ist sehr hoch da unten. Ich weiß aber, dass alles unter Wasser war. Ein Milliarden-Wert von Dollar, völlig durchnässt. Ich weiß, sie versuchen, sie zusammen zu packen. „

Inhaberschuldverschreibungen sind Papier-Zertifikate, in der Regel ausgestellt von Regierungen, die nach einem vorgegebenen Zeitrahmen eingelöst werden können. Der Besitzer erhält einen angehängten Coupon zum Erhalt von Zahlung. Da diese Papiere in der Regel nicht registriert sind und wie Bargeld eingesetzt werden können, wurden sie häufig dazu verwendet, sich zu verstecken und keine Steuern auf Vermögenswerte zu zahlen. Sie wurden im Jahr 1982 verboten.

Doch solche, die noch nicht vollständig eingelöst wurden, bleiben im Umlauf.

Andrew Kintzinger ein Wertpapier-Anwalt sagte,  wenn eine Wall-Street-Firma solche Anleihen als Depotbank für Investoren hielte, würden die elektronischen Aufzeichnungen Zahlungen dokumentieren, mit denen der Nachweis des Eigentums für die Anleger erbracht werden könnte.

Wenn jedoch Goldman oder die anderen Banken selbst im Besitz der beschädigten Anleihen waren,  könnte die Einlösung zu „einem Problem werden“, sagte er.

Zusätzliche Berichterstattung von Mark DeCambre und Kevin Fasick.

Quelle: New York Post

4 Gedanken zu „New York: Milliarden in Inhaberschuldverschreibungen wegen Hurricane Sandy verloren?

  1. Tja, Papier halt….

    Ansonsten glaube ich in den Ebenen, wo sich dieses Ereignis abspielte, nicht an Zufälle. Es wird schon jemandem genutzt haben, diese Gewölbe zu fluten. Ein Machtkampf?

    Ein interessanter Nebenaspekt ist der Hinweis, dass es diese legendären Gewölbe der Hochfinanz mit unermesslichen, undeklarierten und unversteuerten Werten wirklich geben könnte…

  2. „Ansonsten glaube ich in den Ebenen, wo sich dieses Ereignis abspielte, nicht an Zufälle.“

    Absolut richtig, in ein Gewölbe und in den New York City Subway mag ja, wie auch in Tiefgaragen, Wasser geflossen sein aber hat jemand je, ein Hochhaus von NY mit den Füssen im Wasser gesehen?

    Einfamilienhäuser welche bis zum Fenster im Wasser standen wurden im DEUTSCH TV gezeigt, ist das NY? Waren die gezeigten Einfamilienhäuser überhaupt in NY?
    Nicht einmal eine Karte / Grafik wie weit NY den vorgeblich unter Flut war in Funk & Press zu sehen. Idiocracy eben!

    Bin ich der Einzige welcher sich wundert, dass der Toulouse Attentäter bei seinem letzten Sprung von keinem Presse- und Fernsehreporter oder sonstigem Paparazzi gesehen und gefilmt – fotografiert wurde?

    Mehr Fake terror plots:

    Das Batman-Massaker: Amoklauf im Dienst des Staates?
    http://www.alpenparlament.tv/aktualitaeten-zeitgeschehen/470-das-batman-massaker-amoklauf-im-dienst-des-staates

    Joker auf “Hydros” : Mathias Broeckers
    http://www.broeckers.com/2012/07/31/joker-auf-hydros/

  3. wenn das wahr ist dann wären die ja dümmer als Unsereiner,oder würdet ihr eure Euroscheine/Wertpapiere ect.. so aufbewahren das sie so mir nix dir nix vom Winde verweht oder von den Fluten zerstört würden.Das ihr Lieben kann man meiner Großmutter erzählen,Gott hab sie seelig.

    1. @ Silvi
      gute und klare Sicht der Dinge! Jedenfalls geschieht da nichts „unkontrolliert“, höchstwahrscheinlich. Mitten in einer Sauerei steckt da jedenfalls einiges, so scheint´s mir…

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