trotz Unterwerfung des Parlaments: EU will nicht zahlen – Griechenland ist kommende Woche pleite

erschienen bei pravdatvcom

Trotz beschlossenem neuen Sparpaket gibt es vor Ende November kein Geld für Griechenland. Hinter den Kulissen streiten die EU und der IWF über einen Schuldenschnitt: Vermutlich wird die EU nachgeben – und die europäischen Steuerzahler werden einige Milliarden verlieren. Die EZB bangt schon mal um 5 Milliarden Euro.

Griechenland könnte kommende Woche in ernste Schwierigkeiten geraten. Obwohl das Land eigentlich seit zwei Jahren zahlungsunfähig ist, könnte nun auch das offizielle Ende kommen: Zumindest sagen griechische Offizielle, dass ihre Mittel in der kommenden Woche zur Neige gehen werden.

Vor allem Mario Draghi und die EZB werden besorgt nach Athen blicken: Am kommenden Freitag sind 5 Milliarden Euro einer Anleihe fällig, die, nachdem sich die Banken dezent verabschiedet haben, nun komplett bei der EZB liegt. Die EZB hat erklärt, dass sie auf die Zahlung nicht verzichten wolle und eine unbesicherte Umschuldung ablehnt.

Aber die EU kann – noch – nicht helfen: Zwischen der EU und dem IWF tobt nämlich ein heftiger Kampf um die Zeit nach der nächsten Tranche. Der IWF glaubt nicht mehr an die positiven Prognosen der EU und fordert, dass die Europäer Verluste realiseren. Die EU weigert sich noch: Nach Informationen der FT gibt es Anzeichen, dass die Europäer am Ende doch einknicken werden, weil sie Angst vor Weiterungen in Europa haben.

Daher nützt es Griechenland auch nicht, dass am Mittwoch ein weiteres Sparpaket beschlossen wurde. Seit Juni ist die nächste Zahlung der Finanzhilfe an Griechenland in Höhe von 31,5 Milliarden Euro eingefroren. Und bis Ende November ist auf EU-Ebene auch nicht mit einer Zahlung der nächsten Tranche zu rechnen. Zwar hat das griechische Parlament unter starken Protesten der Bevölkerung und der Opposition das neue Sparpaket gebilligt, aber das reicht den Finanzministern der Eurozone nicht.

Ursprünglich ging die griechische Regierung davon aus, dass die Finanzminister am 12. November die Auszahlung billigen werden, aber dazu wird es nicht kommen, sagte ein EU-Beamter dem Nachrichtendienst Bloomberg.

Offiziell wollen die Minister den endgültigen Bericht der Troika abwarten, bevor sie eine Entscheidung fällen, so der Beamte. Beim Treffen am 12.November werde eine vorläufige Version des Berichts vorliegen, aber das werde nicht ausreichen. „Nächste Woche wird vielleicht noch zu früh sein, um eine Entscheidung für weitere Hilfen an Griechenland zu fällen“, sagte auch Finanzminister Wolfgang Schäuble am Donnerstag bei einer Veranstaltung in Hamburg. Kurz nach der Abstimmung im griechischen Parlament kündigte EU-Währungskommissar Olli Rehn zudem an, dass weitere Maßnahmen ergriffen werden müssten. Er schloß einen Schuldenschnitt der Europäer aus.

Quellen: pravdatvcom, Reuters/Deutsche-Wirtschafts-Nachrichten vom 09.11.2012

3 Gedanken zu „trotz Unterwerfung des Parlaments: EU will nicht zahlen – Griechenland ist kommende Woche pleite

  1. Also: Man (bzw. Goldman Sachs und die darüber stehenden Konsorten) hat Länder wie Griechenland und Portugal erst in die EU und dann in den Euro getrickst, obwohl ihre Volkswirtschaften meilenweit von der Wirtschaftskraft der Kernländer entfernt war.

    In den Euro-Südstaaten schloss sich nach EU- und Euro-Eintritt ein wunderbares Wirtschaftswachstum an, und der Lebensstandard der breiten Bevölkerung hob sich enorm.

    Erzielt wurde der steigende Lebensstandard in den Südländern nicht durch mehr Wirtschaftsleistung, sondern vor allem durch EU-Transferzahlungen und Kredite. Das planmäßige und gewünschte Ergebnis dieser unsinnigen Kopplung der nord- und südeuropäischen Staaten ist natürlich ein steigender Schuldenstand im Süden bis hin zur heutigen Überschuldung.

    Dies hat zur Folge, dass das weitere Aufschulden im Süden und Osten nicht mehr so gut klappt, und dadurch der Lebensstandard der dortigen Bevölkerungen gefährdet ist oder gekürzt wird. Natürlich sind diese Leute wütend.

    Sie sind wütend auf Frau Merkel bzw. auf die Zahlerstaaten, die selbst auch schon unter ihren EU-auferlegten Verpflichtungen ächzen. Statt auf diejenigen wütend zu sein, die das Ganze so geplant und durchgeführt haben: Die Eurokraten.

    Ziel der Proteste sollte nicht sein, die Nordstaaten bzw. Frau Merkel zu weiteren bedingungslosen Krediten aufzufordern, sondern das Ziel sollte ganz einfach der Austritt aus der EU sein und basta (denn das ist es, was Goldman Sachs und ihre Oberen NICHT wollen, die wollen ein nach unten hin nivelliertes, in der Armut weiterhin vereintes, enteignetes Europa, in dem alle verzweifelt sind, und gegenseitig mit dem Finger aufeinander zeigen, statt nach oben zu schauen).

    Natürlich zerfällt durch EU-Austritte die europäische und die Weltwirtschaft, aber das wird sie sowieso. Vorteil ist, dass dann jedes Land auf seinem Level weitermachen kann, statt unsinnigerweise in ein nicht funktionierendes Konstrukt eingebunden zu bleiben.

    Insofern sind die Proteste der südeuropäischen Euro-Staaten gegen Frau Merkel falsch. Einerseits. Andererseits ist sie eine glühende Eurokratin. Und in dieser Funktion sollte sie angegriffen werden, nicht in ihrer Funktion als unwillige Nord-Zahlerin.

    Wir Deutschen sollten gegen die falschen Aspekte dieses neuen (oder alten) Deutschenhasses nicht kuschen, weil wir es halt gewohnt sind, dass wir Deutschen die Bösen, die Nazis sind, sondern wir sollten die Korrektur immer da anbringen, wo sie angebracht ist: Wir sind nicht aufgrund unserer Wirtschaftskraft böse, und wir sollten nicht aus vermeintlicher alter Schuld sinnlos immer weiterzahlen. Böse und schlecht ist nur, dass unsere Politiker sich wie alle anderen Politiker diesem EU-Diktat weiter fügen und es weiterhin vertreten. Obwohl die ganze Sinnlosigkeit schon längst offenkundig ist.

  2. Der Kommentar gehört eigentlich eher zum nachfolgenden Portugal-Artikel, aber hier passt er auch.

    Aus diesen künstlichen Krisen („nächste Woche ist Griechenland pleite, dann bricht alles zusammen“), wird nur Droh- und Erpressungspotential gegenüber den Zahlen aufgebaut – damit sie natürlich ein weiteres mal kuschen, statt die richtigen Konsequenzen zu ziehen, und die EU auseinandergehen zu lassen.

  3. Dem kann ich mich nur anschließen,
    dieser Brüsseler Bürokratie Moloch, der Politiker die sich selbst am nächsten sind, bestechlich, erpressbar,
    die durch das System „Hollywood“ hofiert die „Vertreter der Politik“,
    Lobbyisten sorgen für den schönen Schein,
    wie den Glamour der Filmstars – die Tische der Erfolgreichen u. Macher,
    das Erpressungspotential das erschaffen worden ist!
    Und Politiker, die für alles in der Welt, diesen hofierten Status behalten wollen, verteidigen mit allen Mitteln.
    (Dazu bedarf es einer bestimmten Sorte Mensch!)

    Demokratie, Wählerwille? haben die US Wahlen gerade demonstriert und finden hier zu Lande in selbiger Form statt.
    Der Politik-Apparatschik, ist auf Hollywood Glamour Niveau, süchtig gemacht worden, die Bretter die die Welt bedeuten – mit fix gedruckten Dollarnoten gepflastert.
    („kleinen Gefallen muss du uns schon erweisen“!)

    Griechenland konnte als ein Land das Pleite ist, seit 2010 fast 100 Mrd. an Target 2, bei der BuBa für Industrieimporte anschreiben lassen, wo sind diese Anlagen?
    In der Korruption verschollen?
    (Die Mafia ist nicht so Dilettant)

    >>www.griechenland-blog.gr<< provokante-privilegien-der-parlaments-bediensteten-in-griechenland
    ein Beispiel aus der EUR-ZONE:

    http://tinyurl.com/a8oae92

    dieser Brüssel Moloch zwingt gerade dazu sich die Regeln anzupassen, Gigantomanie in der jeder sieht wo er bleibt!
    Der Ehrliche ist der Dumme,
    wird im eigenen Land zur genüge demonstriert!

    Ein Zwingendes Verbot für Landespolitiker in die EU Politik zu wechseln!
    In Deutschland existiert kein Wahlgesetz,
    die geänderten sind nichtig,
    Politik in Deutschland nur per Direktmandat,
    von dem Wähler für die politische Aufgabe gewählt,
    mit handschriftlichen Kreuz im Wahllokal!
    Parteien haben sich um zu bauen.

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