Türkisch-Mainila

Terroristen der FSA um ihren Mörser posierend – Bild: politaia

erschienen bei chartophylakeion tou polemou

Die umgehende “Antwort” der Türken auf die in Akçakale eingeschlagenen “Granaten” – ohne die sonst üblichen Proze-duren, z.B. einer Untersuchung, Noten des Außenministeriums, Geheul im Parlament usw. – lassen den Gedanken aufkommen, dass die türkische Sache auf den Vorfall einigermaßen vorbereitet gewesen ist. So sehr vorbereitet, dass die Entscheidung “zurückzuschießen” umgehend auf rein taktischer Ebene vorgenommen werden konnte, ohne irgendwelche Instanzen dahinein zu verwickeln. Wenn in friedlichen Zeiten Entscheidungen solcher Tragweite auf taktischer – das heißt militärischer – Ebene gefällt werden, so beudetet das zweifelsohne, dass es eben keine friedlichen Zeiten mehr sind.
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Wie dem auch sei, die Möglichkeit, dass es sich hier um eine Provokation handelt – historische Beispiele mit ganz ähnlichem Szenario gibt es – ist angesichts der unklaren Umstände einerseits und der viel zu schnellen Reaktion andererseits gegeben. Nun stellen sich ausschließlich zwei Fragen, die darüber entscheiden werden, wie es damit weitergeht: was genau formuliert der UN-Sicherheitsrat auf die Eingabe der Türken, und wie werden sich die türkischen Militärs verhalten, wenn die Politiker sie in den Krieg schicken wollen. Nach den massiven Arrests und Säuberungen im türkischen Militär über die vergangenen Monate und Wochen sieht auch das nach einer Vorbereitung von fruchtbarem Boden aus.
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Da das türkische Parlament nunmehr ein Mandat zu Militäroperationen jenseits der Grenze erteilt hat, zählt Syrien nun offiziell – neben dem Irak – zu den Ländern, in denen die Türken solche Militäroperationen durchführen “dürfen”.
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Die Provokation an der Grenze hat also offensichtlich diese schnelle Reaktionskette mit einkalkuliert. Erdoğan hat jetzt die juristische Grundlage für einen Angriffskrieg. Diese “juristische Grundlage” ist natürlich nach außen hin ohne jede Bedeutung, aber für’s Innere sehr wichtig: die türkische Armee ist jetzt verpflichtet, diese Gesetzesgrundlage und Befehle zum Angriff auf syrisches Territorium zu befolgen.
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Faktisch braucht es jetzt nur noch irgendeine Provokation – zum Beispiel eine Handvoll PKK-Kämpfer auf türkischem Territorium, die irgendetwas sprengen könnten. Ob die selbst drauf kommen oder man sie dazu einlädt, hat am Ende keine Bedeutung. Von Bedeutung ist, dass die türkischen Politiker jetzt alles nötige Metall in der HoseHand halten. Es ist kein Problem mehr, die direkte Aggression anzustossen. Problematisch ist eher vorauszusehen, was dann passiert. Aber Erdoğan geht (wie eigentlich vorauszusehen war) “vabanque”.
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