kleiner Tipp: Verschlüsselt ins Internet, via Privoxy

erschienen bei RADIO-UTOPIE

von Daniel Neun

Eines der größten offenen Geheimnisse von Kapital und Staat ist die selbsterklärte Eigentümerschaft über alle Suchbegriffe, die wir zusammen mit 2 Milliarden Menschen täglich in Suchmaschinen eingeben; ebenso über Kenntnisse wann wir welche Netzseiten besuchen und wie wir dort ggf. interagieren.

Kein Konzern, keine Regierung, kein staatlicher “Datenschützer” (mit Ausnahme des schon legendären Thilo Weichert in Schleswig-Holstein), keiner der Heuchler in den etablierten Parteien, kein Parlamentsausschuss und erst recht keiner der mit industrieller Software und immensen Spionage-Mechaniken ausgerüsteten kommerziellen und staatlichen weltweit – nur zur Erklärung: das Internet ist ein weltweites Netz. Sie verstehen das. – schert sich um das Grundgesetz und unser Recht auf informationelle Selbstbestimmung irgendeinen Dreck. Kapital und Staat machen was sie wollen. Alle Informations-Privilegierten wissen das und halten die Schnauze.

Dagegen können wir was machen.

Der Proxy Privoxy ist einfach zu installieren und im Gegensatz zu Tor auch zu gebrauchen. Weder dauert es ewig bis sich die Seiten aufbauen, noch gibt es nervige Unterbrechungen in der Verbindung. Die Software spart sich den ganzen Popper-Buhei, ist schlicht und funktionabel in Aufbau und Installation.

Wer via Firefox ins Weltinformationsnetz eintaucht, stellt nach der Installation von Privoxy im Browsermenü via “Extras”, “Einstellungen”, “Erweitert”, “Netzwerk”, und bei “Verbindung” dann “Einstellungen” auf “Manuelle Proxy-Konfiguration”. Dann tragt ihr bei “HTTP-Proxy” und “SSL-Proxy” jeweils “127.0.0.1.” und bei “Port” jeweils “8118″ ein. (Privoxy Einweisung in Englisch)

Des Weiteren sollte man ggf. noch einmal alle Addons durchgehen und auf SSL-Verschlüsselung achten. Beispiel: das wichtige NoScript. Dort bei Einstellungen unter “Einstellungen”, “Erweitert”, “HTTPS” aktive Webinhalte “Bei Verwendung eines Proxys” verbieten (kann bei Problemen mit Interaktivität jederzeit wieder umgestellt werden).

Wem das alles zu umständlich ist, sollte als absolutes Minimum wenigstens “HTTPS everywhere” installieren (ist von den U.S.-Bürgerrechtlern der “Electronic Frontier Foundation”)

Na dann – bonne chance.

Quelle: RADIO-UTOPIE

Anmerkung: Habe den Proxy Privoxy soeben genau nach obigen Anweisungen downgeloadet, installiert und danach in Firefox aktiviert. Einen zeitlichen Unterschied im Seitenaufbau konnte ich bisher nicht feststellen und alles läuft wie gewohnt rund. Insofern scheint die Sache wirklich sehr empfehlenswert zu sein. Was die Benutzung von Suchmaschinen wie Google angeht, habe ich schon seit längerem Ixquick hochzufrieden in Benutzung, weil dort keine Daten auswärts gespeichert werden (sollen). Ixquick bietet in der Such-Ergebnisliste auch die Option, das gewünschte Ziel mit Proxy (anonym) zu erreichen, was ich für sehr wichtig halte, um nicht alle Karten auf dem (Sezier-)Tisch liegen zu haben, wie es bei Google der Fall ist.

7 Gedanken zu „kleiner Tipp: Verschlüsselt ins Internet, via Privoxy

  1. Ich hab Privoxy heute ebenfalls in Betrieb genommen und bin sehr zufrieden damit. Er blockt sehr viel Werbung, aber noch nicht alles. Deshalb betreibe ich weiterhin meinen adblocker. Was Privoxy leider nicht verschlüsselt ist der Hostname sowie die Flag und die IP.
    Zum Schluss möchte ich noch auf dieses Firerfoxaddon hinweisen:
    https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/ghostery/
    Um die Menge an Überwachungssystemen, die fast jede Netzseite für Statistiken oder anderes benutzt, zu verdeutlichen und auszuschalten, empfiehlt sich die Installation des Firefox Addon Ghostery.

    Gruß
    garlic221

  2. Über weitere Erfahrungsberichte wäre ich dankbar!
    Vor allem ist mir wichtig, dass es keine Systemprobleme gibt.

    Bei Ixquick hatte ich Probleme mit Zeitverzögerung bei Artikeln, aber auch bei eingebundenen Videos.

  3. Hoy

    Ich benutze seit längerem „Better Privacy“ und „Hotspot Shield Launch“ und habe ein gutes Gefühl soweit.
    Weiß jemand, ob man mit „Privoxy“ nun besser fährt?

    Gruß
    Bernd

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