„zuerst nehmen wir Paraguay und dann Bolivien“: USA verstärken indirekte Angriffe in Südamerika

erschienen bei einartysken

Bolivien + Paraguay – das Herz Südamerikas

 

Leonard hat’s nicht kapiert.  Es geht nicht um Manhattan und nicht um Berlin. Ende Juni 2012 ist es offensichtlich, dass die USA einen indirekten Angriff gegen zwei zentrale Länder in Südamerika führt: Paraguay und Bolivien. „Zuerst nehmen wir Paraguay und dann Bolivien“, singt Obama Cohen und die CIA-Meute applaudiert.

In der vergangenen Woche fand in Paraguay ein parlamentarischer Putsch statt. Seither hat sich die Situation im Lande verschlechtert. Die meisten süd- amerikanischen Länder haben ihre Botschafter aus Paraguay abberufen.
Venezuela war das erste Land, das Wirtschaftssanktionen gegen Paraguay durch Einstellung der Erdölzufuhr verhängte. Mercosur – eine EU-ähnliche Union zwischen Brasilien, Uruguay, Argentinien und Paraguay hat die Mitgliedschaft Paraguays suspendiert.
Gegen Ende dieser Woche wird eine Dringlichkeits-Sitzung von UNSASUR – ein politisches Forum der südamerikanischen Länder stattfinden. Hauptthema wird die Umsetzung von Wirtschaftssanktionen sein.
Brasilien sagte, es werde warten, bis formelle Entscheidungen gefallen sind, aber es ist beinahe sicher, dass es die Sanktionen gegen Paraguay unterstützen wird. Das sind schlechte Nachrichten für Paraguay, das heutzutage der Gemüse-Hinterhof von Brasilien ist. 

Paraguayanischer Präsident Fernando Lugo akzeptiert die Absetzungs-Entscheidung


Der abgesetzte Präsident Lugo verkündete gestern, dass er einen friedlichen Widerstand gegen die US-gestützten Usurpanten beginnen werde. Unterdessen kommt es zu Straßengewalt und Medienzensur durch die neue Regierung.
Nicht überraschend liefert CNN hübsche Bilder von Paraguay und behauptet, es sei alles ruhig dort, während Venezuelas Telesur und andere örtliche Netzwerke  live-Bilder über die fortlaufende Gewalt liefern. „Zuerst nehmen wir Paraguay, dann Bolivien“ singt Obama Cohen.

Im vergangenen Monat veröffentlichte ich ‚Gas in La Paz‘, einen Überblick über die massiven Proteste gegen Evo Morales. Vor wenigen Tagen bekam ich ein Email von einem meiner Leser mit einem langen Artikel über den Colquiri Bergarbeiterstreik, der dem „butchers“ (Schlächter = bolivianischer Gesundheitssektor) den 1. Platz als der gewalttätigste streitig machte; man erwartete offenbar, dass ich darüber berichte.
Es zeigte mir, wie schwierig es ist, ein exaktes Bild über das zu geben, was in Bolivien vorgeht. Würde ich über jeden stattfindenden Streik berichten, wäre diese Seite ausschließlich diesem Thema gewidmet. Seither haben die Bergarbeiter La Paz verlassen. Jetzt tauchen die TIPNIS-Schnellstraßen-Proteste wieder auf. Und – noch wichtiger – die bolivianische Polizei begann einen landesweiten wilden Streik mit gewalttätigen Demos, bei denen sogar Dynamitstangen benutzt werden.
Gestern, am 25. Juni 2012 besetzten sie den Murillo-Platz gegenüber dem Kongress und des Präsidenten-Palastes. Dokumente und Möbel aus den Regierungs-Gebäuden wurden von wütenden Polizisten verbrannt. Selbst danach plante ich nicht, diese Sache zu behandeln. Schließlich wird Dynamit von beinahe allen Demonstranten benutzt.

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