Syrien: Russland kehrt Assad den Rücken

von John Schacher

Russlands Aussenminister Lawrow schloss sich in Genf einer Vereinbarung zur Bildung einer Übergangsregierung an – offenbar ohne eine Beteiligung von Präsident Assad. Syrien steht so ohne den wichtigsten „Verbündeten“ da. Hier stellt sich nun die Frage über den Lohn, den Russland für die Preisgabe Syriens erfolgreich gefordert und „versprochen“ bekommen hat…

Der französische Außenminister Laurent Fabius dazu:

„In der Vereinbarung heißt es, dass eine Übergangsregierung mit allen Vollmachten gebildet wird. Ihr wird Assad nicht angehören. Deshalb muss er gehen. Seine Zeit ist zu Ende.“

Lawrow, mir graut vor Dir…

Quelle: RIA

NACHTRAG: Die vorstehende Meldung von RIA-NOVOSTI ist evtl. irreführend: soeben erreichte mich von einer Leserin (Dank an Yvonne) die Stellungnahme der syrischen Agentur SANA zum Konferenz-Ergebnis von Genf:

http://www.sana.sy/eng/22/2012/07/01/428600.htm

Es ist jedoch stark davon auszugehen, daß eine Annäherung von Russland an die vom „Westen“ gewünschte Position stattgefunden hat. Die Syrerin Mimi al-Laham äussert sich ebenfalls deutlich über ein Abrücken Russlands, glaubt aber, dass Syrien trotzdem widerstehen wird:


36 Gedanken zu „Syrien: Russland kehrt Assad den Rücken

  1. Die gegenwärtige Politik Moskaus ist mir ein Graus und ein Zeichen für den systematischen Verfall einer ohnehin kaum wiederhergestellten Autorität und Souveränität Rußlands unter dem Einfluß der dortigen jüdisch-zionistischen Oligarchen,die schon zu Jelzins Zeiten wüteten.

    Der Preis für den Verrat ist die Teilnahme am Pokerspiel um die Ölreserven des Iran.Vermutlich wurde hier schon aufgeteilt,was nach einem Erstschlag auf Teheran übrigbleibt!

    Putin versagt hier auf der ganzen Linie und kann nicht mehr ernstgenommen werden.Was ist aus diesem Mann geworden? Und Lawrow scheint hier die 5.Kolonne aus Tel Aviv zu spielen.Vae victis!

    Es ist ein großes (zionistisches) Trauerspiel,über das einem im Hals die vielen Fragezeichen steckenbleiben könnten,die die Weltzerstörer mit Absicht in den Wind streuen! Alles sieht jedoch nach dem totalen Krieg im nahen Osten aus!

    Fazit: es gibt (fast) nur noch Marionetten der NWO!

    Nur im Deutschen Reich sind wir wieder frei!

    Aus Liebe zu Deutschland

  2. „Der französische Außenminister Laurent Fabius behauptet, dass die in Genf getroffene Vereinbarung zu Syrien die Amtsenthebung von Präsident Bashar al-Assad bedeutet, berichtet die Agentur Reuters.

    „In der Vereinbarung heißt es, dass eine Übergangsregierung mit allen Vollmachten gebildet wird. Ihr wird Assad nicht angehören. Deshalb muss er gehen. Seine Zeit ist zu Ende“, sagte Fabius am Sonntag.“

    Schlüsselwörter sind „Fabius“ = Franzose,Frankreich dort trifft sich die FSA, uninteressant, hat nichts zu sagen, „behauptet“= genau, „in Genf getroffenen Vereinbarung“= Falschbehauptung, in Genf wurden keine Vereinbarungen, im Sinn eines Vertrages ausgehandelt, wie auch -ohne Syrien und ohne den Iran-, in Genf wurde ein von den Teilnehmern gebilligtes Abschlussstatement von Kofi Annan zusammengefasst verienfacht vorgetragen. Die Vereinbarungen sehen den Vorschlag zur Bildung einer neuen Regierung vor, in der alle gesellschaftlich relevanten Gruppen, einschließlich der jetzigen Regierung, soweit vom syrischen Volk gewünscht, vertreten sind, „Ihr wird Assad nicht angehören“, falls Fabius dies so geagt haben sollte , so ist das eine Lüge, siehe vorhergehende Textpassage, und falls er herumlügt, ist dies irrelevant, da die Franzosen nichts zu sagen haben, „Deshalb muss er gehen.“ hier äussert sich durch Fabius das Wunschdenken seiner Auftraggeber. Kein Bezug zur Realität. Der Rücktritt von Präsident Assad ist an keiner Stelle als Bedingung erwähnt. Lavrov verurteilte sanft Clintons Treffen mit der FSA am Freitag , wo?, na wo ? in PARIS ! und bezeichnete dies, angesichts der feindselig-ablehnenden Haltung der FSA als kontraproduktiv. Lavrov gab der Überzeugung Ausdruck, den Iran in der nächsten Rund dabei zu haben. Er war in seinen Äusserungen klar und sehr bestimmt und wie ich bereits schrieb, souverän. Er sprach den Waffenschmuggel an, der zu unterbleben habe und er äusserte Kritik an der syrischen Regierung in einzelnen Punkten, betonte aber ausdrücklich, daß das Primärziel des Aktionskomitees das Beenden der Gewalt ist . Passagen, die als Vorbedingungen in das Abschlusspapier von den USA etc. eingeschmuggelt wurden, mussten wieder entfernt werden, worauf Lavrov deutlich hinwies. Wir konnten gestern zwei Symptome diagnostizieren, die darauf hindeuten, daß es hinter den Kulissen heftig und deutlich zur Sache ging: Die 6 stündige Verspätung mit der man aus dem sitzungszimmer kam, und der Zustand und das Überspiel-Gehabe von Hilary Clinton, die in der Haltung einer klassischen Verlierin auftrat, falls man den Ausdruck in dem Zusammenhang verwenden darf. Sie beantwortete zwei Fragen, eine durfte AP stellen. Der Reporte von AP sagte sinngemäß, daß Russland seine Position ja durchgesetzt habe und damit als Gewinner dastünde etc, die zweite Frage kam vom Saudi finanzierten Sender al arabia. Clinton las ganze Teile ihrer phantastisch zusammengesponnenen Anworten vom Blatt und trug sie in einem Tonfall vor, der, wenn man es nicht besser wüsste , zu dem Schluss verführt hätte, daß ihre Bedingungen allseits akzeptiert worden wären. Deutlicher gesagt, sie hat den Reportern im Saal und der Weltöffentlichkeit derart die Hucke vollgelogen, daß man dies nur mit ihrer psychischen Instabilität erklären kann. Es ist uninteressant, was Fabius sagt, oder novosti daraus macht. Wahrscheinlich werden die Gespräche oppositioneller Gruppen in Moskau weiter gehen und die Armee wird in der Zwischenzeit alles unternehmen, um die syrische Bevölkerung vor den Psychopathen zu schütze. Das ist meine Meinung.

    1. @ Metaebene und Steffen
      ich fand den obigen Artikel einfach zu bemerkenswert. Zumindest das Zitat des französischen Aussenministers sollte authentisch sein, da RIA eigentlich professionell arbeitet und einen Namen zu verlieren hat.
      herzlich
      jo

  3. Ein besserer, ausgewogener Artikel als bei westlichen Kriegstreibern abzuschreiben findet sich im „sarsura-syrien-Blog“:

    Ich will dazu weiter unten auch mit Kommentaren aus dem „sarsura-syrien-Blog“ ergänzen, wo sich viele mit direkten Syrien-Kontakten zur normalen Bevölkerung finden, welche eben keinen Terror will, sondern dass die verschiedenen Religionen wie bisher friedlich ohne Extremismus und Terrorismus wie bisher zusammen leben können und dem auch ohne Änderungen, die ja im Gange sind, das bisher vorhandene dem Terror, Tod und Chaos vorziehen, was von den USA plus Helfershelfern gebracht wird.:

    Zuerst der Artikel selbst wo zu Russland und dem Ergebnis folgendes steht:

    Russland blieb seiner Einstellung treu und beharrte darauf, die Syrer selbst entscheiden zu lassen, wer in dieser Einheitsregierung über das Schicksal des Landes und der Bevölkerung entscheiden solle. Die Passagen, die die Personen ausschließen sollten, die nicht glaubwürdig für einen Übergangsprozess arbeiten, wurden gestrichen. Assad bleibt auf seinem Posten, wenn das auch von den Syrern bestätigt wird. Um den Willen des syrischen Volkes erkennen zu können, erklärte Russland erneut die Wichtigkeit freier und fairer Wahlen, innerhalb derer die Syrer über ihre Zukunft entscheiden können.

    Russlands Einstellung und vor allem Russlands Beharren auf der Tilgung der Passagen, die Assads Sturz vorsahen, brachte Hillary Clinton, die amerikanische Außenministerin einmal mehr zum Schäumen. Immerhin ist ihr offiziell erklärtes Ziel, Assad zu stürzen und zwar so schnell wie möglich. In Genf zog eine weitere Gelegenheit an ihr vorbei, ihre Interessen umzusetzen. Entsprechend provokativ und beleidigt, erklärte sie dann auch in einer Pressekonferenz, dass die Löschung der Passage aus dem neuen Annan-Plan keine Rolle spiele. Assad müsse so oder so verschwinden, da er Blut an den Händen hat und demzufolge nicht von der Bevölkerung akzeptiert würde.

    Gegenfrage an Frau Clinton: Wie viel Blut haben Sie denn an den Händen? Würde diese Beurteilung wirklich über die Posten von Regierungsspitzen entscheiden, müsste Clinton nebst all ihren Kollegen ebenfalls das Handtuch werfen. Gerade Clinton ist nicht mehr als ein kalter Todesengel, der offen vor den Kameras die Unterstützung der syrischen Terroristen eingesteht und mit Saudi-Arabien und Qatar dafür sorgt, dass Syrien immer weiter im Chaos und in Blut versinkt. Woher kommen denn die Waffen, die Finanzen und die militärischen Hilfsmittel wie Satellitentelefone und andere Spionagegeräte, die den Bewaffneten bei ihren Guerilla-Kämpfen gegen die Armee helfen?

    Clinton spukt weiter Gift und kündigte an, erneut im UN-Sicherheitsrat einen Vorstoß erlangen zu wollen, indem man auf Artikel 7 plädiert, der dazu dient, mit allen Mitteln Frieden herstellen zu können. Doch bei ihrer Ankündigung und all ihrem Wettern hat sie sowohl die russische als auch die chinesische Stellung einfach ausgeblendet, denn beide Staaten sind absolut gegen eine äußere Einmischung und das aus gutem Recht. Man hat ja in den vergangenen Jahren genügend Möglichkeiten bekommen, zu sehen, was aus den Ländern wird, in denen die USA einen Fuß setzte, um ihrer Meinung nach Demokratie für die Menschen zu bringen. Leider kam nur der Tod und das Chaos und die Zerstörung des Landes mit den USA, wie man in Afghanistan, dem Irak, Libyen und etlichen Ländern mehr sehen kann.

    ….Ob man die Konferenz in Genf tatsächlich als positiv bewerten kann, ist jedoch fraglich. Sie zeigte einmal mehr die gegenläufige Meinung Russlands und Amerikas. Amerika ist bestrebt, Russland auf die Seite der Vereinigten Staaten zu ziehen, doch das wird hoffentlich nicht gelingen. Denn wenn dies gelänge, wäre die Zukunft Syriens besiegelt. Dann gäbe es kein einheitliches Syrien mehr, sondern ein Gebiet aufgeteilt in verschiedene Zonen, ähnlich der Konstellation auf dem Balkan.

    … Die Konferenz in Genf zeigte einmal mehr, wie erpicht die USA darauf sind, Assad wegzubringen. Russland bleibt seiner Linie treu und fordert weiterhin, die Nichteinmischung in die syrischen Angelegenheiten, wobei auch immer wieder Kritik an der syrischen Regierung laut wird, da sie sich mit Reformen viel zu viel Zeit lässt. Dennoch kann nicht von außen, schon gar nicht mit Gewalt, über das Schicksal der Syrer entschieden werden, über deren Köpfe hinweg. Ob das Thema der Finanzierung und Bewaffnung etwas gesagt wurde, ist unklar. In den Medien findet man keine Aussagen dazu. Das hätte jedoch ebenfalls in die Verhandlungen gehört, denn …

    … Wann es nun zur Umsetzung der in Genf festgelegten Schritte zur Gründung einer Einheitsregierung kommen wird ist unklar. Genauso unklar ist auch, wie man es durchsetzen will, vor allem, wenn man die Bewaffneten nie zur Rechenschaft zieht und diese immer weiter bewaffnet. In Genf wurde auch kein Wort darüber verloren, ob Mitglieder des Syrischen Nationalrats an der Einheitsregierung in Damaskus beteiligt werden sollen. Wenn ja, ist das Konstrukt von vornherein zum Scheitern verurteilt, weil die Mitglieder dieses Gremiums bisher alles boykottierten, was versucht wurde, solange ihnen nicht die ungeteilte Macht zugesichert, also Assads Sturz, garantiert wird. Es bleibt also weiter zu zweifeln, ob Genf und die Festlungen des Abschlusspapieres wirklich so produktiv und positiv waren, wie Annan in seiner Stellungnahme vor Journalisten formulierte.“

    Jetzt aus Kommentaren:
    madurskli

    Es wird nichts so heiss gegessen wie gekocht wird!
    So schlecht sieht es für Syrien gar nicht aus. Russland ein Umfallen zu unterschieben ist oberflächlich,. “Auf Verlangen Russlands soll jedoch der syrische Machthaber Baschar al-Assad nicht davon ausgeschlossen werden. Damit konnte der -Westen- das aus seiner Sicht -wichtigste- Element des neuen Friedensplans Annans -nicht durchsetzen-.”

    Die Aufständischen sind nicht dazu geneigt, sich auf Verhandlungen einzulassen. So haben Vertreter der so genannten Opposition an der Parlamentswahl, die Mitte Mai stattgefunden hat, nicht teilgenommen.

    Auf Druck Russlands ist in der angenommenen Version des vom internationalen Sondergesandten Kofi Annan eingebrachten Vorschlags jedoch offen gelassen worden, ob Präsident Bashar al-Assad Teil einer vereinbarten Übergangsregierung werden soll oder nicht.
    Der Plan sieht die Einsetzung einer Übergangsregierung der nationalen Einheit vor, die Mitglieder der Assad-Regierung, der Opposition und anderer Gruppen umfassen kann. Diese Übergangsregierung soll die Ausarbeitung einer neuen Verfassung vorantreiben sowie Wahlen überwachen. Allerdings heisst es in dem Papier, die Übergangsregierung «soll auf der Grundlage gegenseitigen Einverständnisses» gebildet werden. Opposition und Regierung erhalten damit ein Vetorecht gegen die Kandidaten des anderen Lagers.

    “Eine Beteiligung an einer Übergangsregierung mit «dem Schlächter» Assad komme nicht in Frage, sagte Nadschi Tajjra von der Oppositions-Dachorganisation Syrischer Nationalrat (SNC).” Soviel zum gegenseitigen Einverständnis!
    Dafür solle in ///Damaskus/// (nicht in Istanbul!, also müsste sich die dortige Exilregierung schon nach Damaskus bemühen!) eine Übergangsregierung aus Vertretern des bisherigen Regimes und der Opposition gebildet werden!
    “Der Syrien-Vermittler Kofi Annan verkauft die von ihm angestrengte Konferenz in Genf als Erfolg. Doch die Ergebnisse bleiben weit hinter den Erwartungen zurück. Für den Westen ist es eine Niederlage.” Schreibt der Stern.
    …..
    “Nur das syrische Volk selbst soll über die Zusammensetzung einer Übergangsregierung entscheiden dürfen.” Moskau hat bisher im Sicherheitsrat alle Zwangsmaßnahmen gegen Syrien mit seinem Veto verhindert. So bleibt der Ball auch in diesem Fall beim syrischen Volk.
    Annan drückte die Hoffnung aus, “echte Ergebnisse” in Syrien binnen eines Jahres zu sehen. Was ebenfalls viel Spielraum offen lässt nach allen Seiten.“

    (etwas vom Kommentar ausgelassen, bitte vollständig im Original lesen!)
    kaumi

    Es gibt Dinge, die sind sicherer als das “Amen” in der Kirche:

    “Syriens Opposition setzt nach Genfer Konferenz auf Befreiungskampf

    Die syrische Opposition ist von der Genfer Syrien-Konferenz so enttäuscht, dass sie jetzt verstärkt auf den bewaffneten Kampf setzt. …

    [vollständig lesen in Quelle http://www.sarsura-syrien.com/syrien-genfer-konferenz-bringt-abschlusspapier-dass-einheitsregierung-vorsieht/ ]

  4. Das ist vielleicht auch noch ein interessanter Betrag:

    Mit Ausnahme der Muslimbruderschaft war und ist eine „Opposition“ am Syrienkrieg unbeteiligt
    von TomGard Pro @ 2012-07-01 – 19:57:16

    Das bestätigte Aron Lund in einer im Mai erschienenen, für die Foundation for European Progressive Studies (FEPS) in Zusammenarbeit mit dem Olof Palme International Center erstellten Studie, die einen Überblick über die oppositionellen Kräfte in Syrien zu geben versucht.

    An dem Mythos nach „initialen“ Ereignissen in Daraa, an denen sich „die Revolution entzündet“ habe, war nur eine kleine Gruppe von Parteigängern des exilierten Oppositionspolitikers Haytham Manaa beteiligt, der im März dieses Jahres mit einem furiosen Wutausbruch an die Öffentlichkeit trat:
    „Raus mit den Dschihadisten und ausländischen Killern! … Wir werden aus Syrien kein zweites Bosnien machen lassen!“
    Lund resümiert:

    In fact, the traditional political opposition was caught unprepared by the outbreak of revolution. It has been too weak in terms of numbers, organization and resources to significantly contribute to – not to mention control – anti-regime activity on the ground. This situation generally persists in early 2012.

    „Übergangsregierung“, hm? Wer die wohl „machen“ will?
    Einen Kandidaten gibt es vielleicht: King Sarko! Der gibt sooooo gern Exekutionsbefehle.

    (…Studie vom Netz genommen … Im Moment kann man sie noch hier herunter laden)

    [weiter lesen bei Quelle http://tomgard2.blog.de/2012/07/01/ausnahme-muslimbruderschaft-opposition-nie-syrienkrieg-beteiligt-14013024/%5D

  5. @jo: nach deiner logik müßte ich dich jetzt als Agenten westlicher Teile-und-Herrsche-Propaganda betrachten, denn du propagierst hier genau das, was diese uns glauben machen will. Nämlich, das Rusland „Assad verteidigt“ und nun auf die Linie des Westens eingeschwenkt sei. Beides aber ist nicht wahr, und du solltest das wissen. Metaebene und Steffen haben bereits das wesentliche gesagt, deshalb nur meine Bitte, wenn du das Gefühl hast, Rusland kippt um, dann prüfe doch, bevor du es verkündest, ob nicht du es bist, der auf Propaganda und Psy-Op hereinfällt.
    Gruß

    1. @ einspruch und Johannes
      Ich habe nicht behauptet, dass Fabius das letzte Wort gesprochen hat, aber seine Aussage war schwerwiegend und gibt zu denken. Natürlich ist mir jede Lösung, die besser für Syrien ist, lieber als die von RIA beschriebenen „Fakten“, doch sollte man in dieser gespannten Situation auch den „Ausrutschern“ Aufmerksamkeit schenken.
      herzlich
      jo

  6. Auch dieser Artikel ist empfehlenswert:

    Über das Eergebnis der Genver Syrien-Verhandlung
    Posted on 1. Juli 2012 22:04 by Elynitthria

    Natürlich haben wir bereits einen Tag nach der Genver Konferenz die Statements aus Istanbul. Ein gewisser Bassam Ishak, der als ein führendes Mitglied des Syrischen Nationalrates (SNC) bezeichnet wird, kündigt verstärkte bewaffnete Angriffe an und Erdogan beweißt, dass er ungefähr so viel Verantwortungsbewusstsein hat wie der 15jährige Drogendealer an der Kreuzberger Hauptschule, indem er Kampfjets aufsteigen lässt und sich einbildet, er könne bestimmen, wo auf syrischem Territorium sich syrische Soldaten bewegen dürften. Nun, die großmäuligen Sprüche, die er seit Tagen im türkischen Parlament reißt, deuten darauf hin, dass er in der Tat nicht mehr Grips im Kopf zu haben scheint als besagter 15jähriger.

    Ich denke, theoretisch ist bei diesen Verhandlungen das bestmögliche Ergebnis herausgekommen.

    Entscheidend ist, dass die syrische Armee sich erst zurückziehen braucht, wenn die „armed groups and individuals“ aus den von ihnen besetzten Gebieten abgezogen sind.

    Die Opposition muss eine einheitliche Führung wählen, die von der syrischen Regierung als verbindlicher Ansprechpartner behandelt werden kann.

    Aus Regierung und einer solchen Opposition wird eine Körperschaft gebildet, die freie Wahlen durchführt.

    Das entspricht in Etwa den Reformvorschlägen von Präsident Assad.

    Die Präsidentschaftswahlen stehen ohnehin noch aus …

    Klar ist auch, dass der „Syrische Nationalrat“ damit nicht leben kann. Wenn er seine Terrorbanden aus den von ihnen kontrollierten Gebieten abziehen muss und sich zur Wahl stellen, dann ist er für immer aus dem politischen Leben dieser Welt verschwunden.

    Die Tobsuchtsanfälle aus Istanbul und Ankara beweisen deutlich, dass …

    Ein noch größeres Problem bildet die zweifellos unzurechnungsfähige türkische Regierung.

    Außenminister Lavrov hatte eigentlich der türkischen Regierung diesmal zur rechten Zeit am rechten Ort einen Hinweis gegeben: die russische Luftüberwachung hat den Phantom-Zwischenfall aufgezeichnet!

    Wenn die türkische Regierung herumkrakeelt, dass sie zum militärischen Überfall bereit ist, sobald sich syrische Soldaten der Grenze NÄHERN muss das türkische Volk deutlich gewarnt sein, dass …

    Weiter lesen bitte in Quelle http://elynitthria.net/?p=70

  7. Hallo John, es gibt eigentlich keinen Grund, sich an dem zu orientieren, was Fabius sagt. Es ist eine Propagandastrategie, die eingesetzt hatte, nachdem Russland eine Action Group vorgeschlagen hatte, die unter Beteiligung des Iran in Moskau stattfinden sollte, welche die „Friends of Syria“ außer Kraft setzt und die syrische Souveränität absichert. Seither vermelden hochrangige NATO-Politiker ihre Fantasien von einem diplomatischen Sieg über Russland, die regelmäßig von Russland dementiert werden.
    Auch das chinesische Außenministerium hat klar geäußert, dass es keine Schritte dulden wird, welche westliche Dominanz über Syrien anstreben.
    http://www.syriaonline.sy/?f=Details&catid=12&pageid=2828
    Natürlich eskaliert der Westen jetzt. Dass wenige Stunden nach Genf Presseenten durch das Internet geflattert sind, denen zu Folge Nordkorea via Landweg durch China Atomwaffen an Syrien liefert zeigt unmissverständlich, dass der Westen diplomatisch bankrott ist.
    Entsprechend der Ergebnisse von Genf hat Syrien heute das gesetzliche Rahmenwerk verabschiedet, welches eine Offensive gegen die Terroristen nach internationalem Standard ermöglicht als Antwort auf die Ankündigung des SNC, die bewaffnete Aggression zu verstärken (Es entspricht in Etwa unserem §129aStGB).

    All das verhindert nicht, dass der Westen militärisch eskalieren wird. Daran kann es jetzt keinen Zweifel mehr geben. Aber es schafft die Grundlage, die treibenden Kräfte zur Verantwortung zu ziehen. Bisher hat es Washington nichts gekostet, das Recht zu umgehen. Das ist jetzt anders geworden.

  8. @steffen: danke für den Link, das ist eine gute Übersicht. Gut auch die einschätzung der russischen „Kommersant“, auf deutsch zusammengefaßt hier:

  9. danke Steffen für die Links zu den Seiten. Hier wird leider auch Russland bezichtigt mehr oder weniger die Aktionen der Gangsterbanden zu vertuschen (es wäre schön, es wäre nicht so – und Steffens andere Entdeckung: “sarsura-syrien-Blog” und „Elynitthria“ hätte recht)
    TomGard Pro @ 2012-07-02
    „Ein weiterer Punkt.
    Für den Auszehrungskrieg gegen die Bevölkerung, den Russland kalkuliert deckt, war das Massaker von Houla das Fanal. Zeugenaussagen, die NATO-Proxys als Täter nennen, eine Reihe von ihnen namentlich, wurden ignoriert, auch von den verbreiteten russischen Medien. Gleichwohl führten Angehörige der UN-Besatzungstruppe eine eigene Untersuchung durch, zu der – unter anderen – dieselben Zeugen gehört wurden..
    — wurde eingezogen.
    Die chinesische und die russische Vertretung beim UNSC, Länder, die obendrein noch Kontingente der Besatzungstruppe stellen, könnte die Herausgabe ultimativ einfordern und über der Weigerung Skandal anzetteln, der nicht nur Ladsous den Job kosten müßte, sondern auch Ban Ki Moon – auf dessen Anweisung er handelt – ernsthaft ins Gedränge brächte.
    Doch auch dazu schwiegen sie und schweigen weiter, wie zu dem Phantom-Hoax, auf dessen Basis die türkische Luftwaffe gestern eine 6,5 km breite Pufferzone auf der syrischen Seite der Grenze etablierte. Während unterdessen das Publikum mit punktuellen Meldungen daran gewöhnt wird, daß die Proxys ganz rechtens, weil von ihren Auftraggebern unangefochten, Journalisten, Fabrikarbeiter, Ärzte, Lehrer, Verwaltungspersonal im Dutzend abschießen bzw. aufschlitzen, sowie Kinder, Frauen und Männer schockweise in ihren Wohnungen massakrieren. Bestätigt von derselben semioffiziellen Quelle, jener Londoner Imbißbude, die schon immer 90% der „Nachrichten“ „zertifizierte“.
    Die Krokodilstränen, die Russia Today ein- bis zweimal die Woche darüber vergießt, damit die Blogger die Stange halten, sind ein Komplement der Komplizität. “ ( heißt doch -Komplizen?)
    http://tomgard.blog.de/2012/07/02/clinton-lavrov-vereinbarten-auszehrungskrieg-syrische-bevoelkerung-14021868/
    P.S. – wenn die anderen recht haben, die die Genfer Beschlüsse positiv betrachten, muß man trotzdem fragen, warum die russische Politik so im Verborgenen handelt und sie nicht in ihren Medien alles aufdecken?

  10. @Netzband
    Wie ja auch in dem einen Kommentar bei tomgard.blog.de/2012/07/02/ auf englisch dargelegt gibt es das hier auch auf deutsch:

    Nicht die gesamte Opposition nimmt an der Syrien-Konferenz in Kairo teil

    Kairo.
    02.07.2012(AFP/IRIB)- Rund 250 syrische Oppositionelle haben sich heute in Kairo zu einer Konferenz versammelt, die von der Arabischen Liga organisiert wird. Ziel der zweitägigen Veranstaltung ist es, eine „gemeinsame Vision“ der Regimegegner zu entwickeln.
    Unterdessen kündigten Vertreter der bewaffneten Oppositionsgruppe den Boykott dieser Konferenz an, das berichtet AFP unter Berufung auf einer Erklärung der Führung der sogenannten „Syrischen freien Armee“ und der „unabhängigen“ Gegner des Präsidenten Bashar Assad.
    Oppositionelle werfen den Teilnehmern der Konferenz vor, dass sie „jede mögliche Intervention ablehnen, die das syrische Volk retten kann“.
    Zum Abschluss der Konferenz wird eine Erklärung erwartet.

    http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/208059-nicht-die-gesamte-opposition-nimmt-an-der-syrien-konferenz-in-kairo-teil

    Es ist also eben doch so, wie in den Blogs bereits vorher gesagt wurde, die die Haltung Russlands doch insgesamt als positiv bewerten. Die bewaffneten Terroristen könnten ja auch nur teilnehmen, wenn sie sich selbst auflösen wollten, da sie ja, wie auch von tomgard2.blog.de im obigen Kommentar beschrieben, gar keine Legitimation im Volk haben, ja sogar mit dem Volk in Syrien gar nichts zu tun haben außer Verbreiten von Terror, Tod und Chaos. Wie oben stand von Seiten der wirklichen Syrischen Opposition: “Raus mit den Dschihadisten und ausländischen Killern! … Wir werden aus Syrien kein zweites Bosnien machen lassen!” Die vom Westen benutzte sogenannte Opposition ist eben gar keine, sondern das sind nur „Dschihadisten und ausländische Killer“, oder eben lokale Banditen mit wiederum eigenen Interessen.
    Wenn Russland dieses Morden beenden will, kann das nicht in Genf geschehen, wo sich die „Westliche Wertegemeinschaft“ zur Legitimation eines weiteren Krieges auch ohne Russland versammelt hätte. Russland muss dann selbst eingreifen, vielleicht ähnlich, wie es die „Westliche Wertegemeinschaft“ ja bereits mit Terror, Tod und Chaos tut, nur indem man die Banditen und Todesschwadronen kassiert. Es gab ja diesbezüglich mal die Meldung betreffs der „Russischen Blauhelme“.
    Was die Russische Presse angeht, ärgert mich bei RIA Novosti auch, dass sich die Übernahme von Plattitüden aus dem Westen bisher nicht geändert hat. Ich habe immer den Eindruck, dass auch dort, wie in fast allen größeren Medien der Welt, Proxys der „Westliche Wertegemeinschaft“ zusammen mit den NGO’s installiert wurden. Man denke auch an die sehr großen Summen bereits in Kuverts verpackten Geldes, was bei Teilen der Russischen Opposition gefunden wurde. In Russland versucht man erst jetzt unter Putin die Gesetze dem Standard der USA anzupassen, wo vieles davon verboten ist, was in Russland als Steuerung und Kauf von Leuten von außen noch möglich ist. Ein mehr an Öffnung und Demokratie als die verlogene USA selbst erlauben bringt jedem Land eben nur riesige Probleme.
    In einem muss man der Kritik natürlich Recht geben: Solange es bei Diplomatie und dem Reparieren alter Hubschrauber bliebe während die Gegenseite mit Bewaffnung, Bezahlung und sonstiger Unterstützung der „Dschihadisten und ausländischen Killer“ nicht aufhört, bleibt nicht nur der Ball beim Syrischen Volk sondern die Menschen haben es auch weiter mit dem eigenen Blut zu bezahlen.

  11. @ steffen: wenn du, wie viele andere, auf ein militärisches Eingreifen Russlands hoffst oder es gar forderst, dann wirst du enttäuscht werden. Putin müßte ein Selbstmörder sein soetwas zu tun. Es würde zur offenen Konfrontation mit dem Westen führen, der Russland militärisch mehrfach überlegen ist, dazu zur Destabilisierung Russlands selbst, was in die Hände von Killary und Co spielen würde. Das Ziel der westlichen Oligarchen ist die Balkanisierung Russlands, Syrien ist da nur ein Vorgeplänkel, und die Regierung Russlands wäre dann eine Verräterregierung, wenn sie diesen Interessen in die Hände spielen würde, nicht aber dann, wenn sie irgendwelche Erwartungen von deutschen Bloggern enttäuscht. Russland verteidigt in Syrien das Völkerrecht, damit es sich selbst nicht später mit Waffen verteidigen muß! Deshalb würde Lavrov seine Position genau dann aufweichen oder verlassen, wenn Russland irgendetwas ausserhalb des Völkerrechts täte, so wie es die USA und „der Westen“ tun.
    Der Ball ist jetzt bei den Syrern, sie müssen sich nun schleunigst zusammenraufen und den Bluthunden und Kriegstrommlern eine klare Front entgegenstellen und sich nicht von Eigeninteressen und westlicher Teile-und-Herrsche-Politik auseinanderdividieren lassen. Auf Russlands Unterstützung werden sie dann zählen können.
    Gruß

  12. @einspruch

    Ich habe dass mit dem militärischen Eingreifen nicht weiter ausgebaut in meinem Kommentar, da ansonsten die Länge Deines Kommentars noch dazu gekommen wäre. Es ging mir nur darum, dass es weiter Blutvergießen gibt und so weit stimmt eben die Kritik dann doch, wenn die „Westliche Wertegemeinschaft“ weiterhin die Mörderbanden wie bisher unterstützt, was mit einer eigenen Opposition der Syrer überhaupt nichts zu tun hat.
    Ich hatte ja an anderer Stelle darauf verwiesen, dass Russland und China militärisch bisher noch unterlegen sind und „Killary und Co“ wissen von der noch verbliebenen Stärke und scheuen nur den eigenen Untergang weswegen auch am Raketenabwehrschild gegen Russland gearbeitet wird wie auch an der Einkreisung von China.

    1. Lieber Steffen,
      ich sehe keinen Anlaß für einen „neuen Anfang“ – ganz und gar nicht. Auch wenn hier die Meinung vorherrscht, es handele sich bei der RIA-Meldung um nichts Berichtenswertes, sehe ich das etwas anders: Russland schöpft die in seiner MAcht stehenden diplomatischen Mittel nicht ansatzweise aus:
      – sendet keine deutliche Verstärkung nach Tartus, sondern parkt Schwarzmeerflotte
      – ein Schiff nach dem anderen mit vertragsgemässen Lieferungen kehrt um
      – keine Sendung von Friedenstruppen, keine Aktivität dahin…
      – keine Bezug einer klaren Stellung
      – keine Hilfe beim F4-Abschuss durch Offenlegung russischer Radarprotokolle in den Medien
      Nur und ausschliesslich Zeit gewinnen ist das russische Motto. Von den Chinesen ganz zu schweigen – die haben ihre eigenen Probleme dank USA. Nach all den Meldungen und Rückziehern der russischen Seite sehe ich eine deutliche Tendenz zum Negativen. Das ganze wirkt auf mich wie ein „böser Bulle“ vs. „guter Bulle“-Drama, mit dem die Menschen eingelullt werden sollen, das dicke Ende aber bereits feststeht. Jedenfalls war die Meldung ein solche wert und ich sehe es nicht ein, mir hier unterschwellig die Haut abziehen zu lassen.
      herzlich
      jo
      PS: wobei es natürlich toll ist, auch auf starke Gegenpositionen zu stossen; das macht das Ganze ja erst aus…

  13. ja die russische Haltung ist es, worüber gerätselt wird überall und hoffentlich kommts es nicht wieder so wie mit Libyen und sogar Irak. Die syrische Armee ist wohl nicht fähig, alleine die Gangsterbanden unschädlich zu machen. Vielleicht sitzt noch der Schock mit Libyen. Wenn Russland immer nur um einen Teil des Kuchens herumfeilscht, der zu erwarten ist, werden sie sich noch wundern.
    Nebenbei ärgert mich auch, wie Lavrov und Putin den sowjetischen Sieg als Sieg des Guten bezeichnen immer wieder und Revisionismus der Geschichte verurteilen.
    Denn die EU nähert sich immer mehr dem Bolschewismus an (andere Zeit andere Namen z.B. Nwo) als Kolonie der internationalen Banken.
    Trotzdem sind Russl., Iran und Syrien noch eigenständig und müssten das bleiben.

  14. @steffen: ja, es wird weiter Blutvergießen geben, aber nicht wegen der russischen Haltung, sondern wegen der Haltung der USA, Frankreichs, Saudia Arabiens etc, allesamt Länder deren Regierungen auf das Völkerrecht pfeifen und meinen nach Gutdünken Länder vergewaltigen zu können. An diese Adressen muß die Klage über das weitere Blutvergießen! Ruslands Haltung war von Anfang an klar und unmißverständlich die Verteidigung des Völkerrechts und damit des Prinzips der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten Syriens; die Syrer müssen eine Lösung für ihre inneren Probleme selbst finden. Und diese diese Haltung hat sich keinen Zentimeter verschoben, im Gegenteil hat Rusland so die Kriegshetzer deutlich und für alle die es sehen wollen sehr klar in die Schranken gewiesen: eine Legetimation für eine öffentliche Vergewaltigung mit anschließendem Ausrauben des Opfers (Libyen) wird es nicht mehr geben. An der Bevölkerung der westlichen „Demokratien“ ist es die Kriegstreiber aus den Ämtern zu jagen, das ist nicht Putins Aufgabe. Und an der Bevölkerung Syriens ist es, sich im Angesicht des angedrohten Schicksals zusammenzutun und eine Einheitsfront gegen die Bluthunde zu bilden, das ist nicht Lavrovs Aufgabe.
    Gruß

  15. Montag, 2. Juli 2012
    Die Befreiung von Baba Amr

    ANNA-News berichtet wieder aus Homs. Die verbliebenen Rebellenstellungen befinden sich inzwischen voneinander isoliert über mehrere Stadtteile zerstreut. Interessant ist die Dokumentation auch dahingehend, dass man hier den bewaffneten Rebellen nachweist, wie diese – und nicht die syrische Armee – Wohnviertel mit ungezieltem Artilleriefeuer aus selbstgebauten Katapulten (@02:55) eindecken.

    Unter dem russischsprachigen Videobeitrag findet sich die Übersetzung des Transkripts, in dem ich an manchen Stellen die der jeweiligen Nachricht entsprechenden Stellen im Video mittels Zeitcodes (@mm:ss) einfüge.

    Bis zum März 2012 hatten sich im Stadtteil Baba Amr der syrischen Stadt Homs mehr als 3.000 bewaffnete Kämpfer eingenistet. Die Militäroperation zur Befreiung dieses strategisch wichtigen Stadtteils dauerte 27 Tage. Das Militärkommando hatte zuvor die Entscheidung getroffen, dass für diesen Einsatz genügen würde, nicht mehr als 1.000 gut ausgebildete Soldaten und Offiziere in den Kampf zu schicken. Die besten wurden dafür ausgewählt. Im Wesentlichen handelte es sich dabei um Offiziere der Spezialeinheiten und einen Teil Zeitsoldaten. Die Zugänge zur Stadt sind durch weitere Armeeeinheiten abgeschnitten worden.

    Die Militäroperation hat die syrischen Streitkräfte im Straßenkampf von Homs 50 Tote und 200 Verletzte gekosten, vor allem durch Scharfschützenfeuer, Beschuss aus Granatwerfern und Raketenwerfer. Mehr als 1.000 bewaffnete Kämpfer wurden liquidiert. Seitens des Militärs wurde die Taktik von häufigen Entlastungsangriffen von zuvor besetzten Stellungen genutzt. Auf die AK-47 der Sturmgruppen wurden optische Zielvorrichtungen montiert, da aufgrund der räumlichen Nähe zum Feind Scharfschützengewehre kaum notwendig waren. Innerhalb der ersten 24 Stunden nach Beginn der Angriffe sind von den Sturmgruppen ungefähr 800 bewaffnete Banditen liquidiert worden. Während dieser ersten Angriffswelle konnte …
    …. …. ….
    In den Rebellenbanden trifft man häufig auf Halbwüchsige, die von ihren erwachsenen, bei den Banditen mitkämpfenden Verwandten zu den Kämpfen hinzugezogen werden. Wir besitzen, darüber hinaus, Videoaufnahmen davon, wie die Terroristen folgende Waffenkategorien einsetzen: rückstoßfreie Geschütze, schwere Maschinengewehre, erbeutete Schützenpanzer mit Kanonenbestückung, finnische Scharfschützengewehre des Kalibers .308.

    Wenn die NATO nicht innerhalb der nächsten Tage damit beginnt, Syrien zu bombardieren, so wird die Militäroperation zur vollständigen Befreiung der Stadt Homs innerhalb von 2-3 Wochen erfolgreich abgeschlossen sein.

    Marat Musin, Olga Kulygina, Agentur ANNA-News. Homs, Syrien.

    [Es wurde ein großer Teil in der Mitte des Artikels nicht mit kopiert, bitte alles lesen in Quelle http://apxwn.blogspot.de/2012/07/die-befreiung-von-baba-amr.html%5D

  16. Sonntag, 1. Juli 2012
    Die Blase von Genf

    Die nächste, in manchen Medien als „Durchbruch“ verkaufte Konferenz zu Syrien, diesmal in Genf, hat ein Dokument hervorgebracht, das eine banale Nullnummer ist. Es beruht auf der Initiative von Kofi Annan, von der hier schon die Rede war – auch davon, dass und warum sie von vornherein aus vollkommen objektiven Gründen unerfüllbar war und bleibt.
    ….. …. ….
    Kofi Annan fügt seiner Reihe an gescheiterten Vermittlungsversuchen (und das ging schon in Jugoslawien los) noch einen weiteren hinzu und festigt damit seine Reputation – wollt ihr was versauen, so ruft Kofi Annan…

    [Nur Beginn und Ende des Artikels kopiert – Quelle http://apxwn.blogspot.de/2012/07/die-blase-von-genf.html%5D

    Vielleicht hier noch der letzte Kommentar aus dem Artikel:

    Anonym2. Juli 2012 08:49

    Die „Genfer-Runde“ bringt konkret nichts neues… das ist wohl korrekt, aber sie untermauert noch einmal die Haltung der Russen und der Chinesen: keinerlei Zugeständnisse unsererseits in der Causa Assad.
    Das ist für Syrien und für die „Freunde Syriens“ ein weiteres dickes Signal, welches von den Einen mit Freude und Genugtuung ob der „Loyalität“ entgegen genommen wird und von den Anderen mit Frust und Wut ob der Widerspenstigkeit.
    Praktisch ist die Welt hier keinen Zentimeter weiter, nur die syrische Führung bekommt Zeit, aufzuräumen.

    1. apxwn, der Autor, kommentiert am 2. Juli 2012 – 12:23:

      Analog zu TomGard gibt es inzwischen genügend Einschätzungen, die nicht ganz so zuversichtlich sind, zum Beispiel diese hier auf RT. Daraus:

      „“Transitional government” based on “mutual consent” will be to Syria what the “no-fly zone” was to Libya… The most appalling element here is that Russia seems to have fallen again into the Washington’s trap. Notwithstanding all the right declarations and efforts, at the end of the day Russia nevertheless signed a tacit agreement to abandon Syria, similar to the abstention vote on “no-fly zone” for Libya that allowed Washington to launch strikes.“

      Für mich ist dieses „zahnloser Tiger-Spiel“ von Russland täglich mehr enttäuschend, die appeasement/agreement-Geplänkel bezeichnend für einen Abrücken. Es wurde kein Schritt auf Syrien zu gemacht, sondern nur auf der Stelle getreten. Von einem Freund oder Partner – auch unter Nationen – wäre anderes zu erwarten: Beistand und Hilfe, zügig und entschlossen. Auch Assad selbst steht sehr im Hintergrund und übermittelt keine eindeutigen Positionen… ein seltsames Zusammenspiel.

  17. Hoffentlich greift das um sich, so wie einspruch schrieb „an der Bevölkerung Syriens ist es, sich im Angesicht des angedrohten Schicksals zusammenzutun„:

    Syrien: 100 Bewaffnete ergeben sich
    Montag, 02 Juli 2012 17:05

    Damaskus (SANA/IRIB) – In Syrien haben sich 100 Bewaffnete den Sicherheitsbehörden des Landes ergeben.

    In einem Bericht der syrischen Nachrichtenagentur SANA heißt es am heutigen Montag, dass einhundert Bewaffnete, deren Hände noch nicht mit dem Blut syrischer Zivilisten besudelt waren, sich den Sicherheitsbehörden der Provinz Hama ergeben und ihre Waffen ausgehändigt hätten.

    Im SANA-Bericht heißt es, dass diese Personen eine Verpflichtung über den Verzicht auf Gefährdung der nationalen Sicherheit des Landes, auf das Mittragen von Waffen sowie auf die Zusammenarbeit mit terroristischen Gruppen unterzeichnet haben.

    Weiter wird ausgeführt, dass die besagten Personen als Grund für ihre Kapitulation angaben, dass sie erkannt haben, dass die ausländische Seite plane Syrien zu zerstören.

    Quelle http://german.irib.ir/nachrichten/nahost/item/208078-syrien-100-bewaffnete-ergeben-sich

  18. Die Syrer haben Fehler gemacht am Anfang, diese Banden hereinkommen zu lassen. Aber jetzt klingen die Berichte besser, Dank an Steffen.
    Weiche Macht die sog. „westlichen“ Medien immer noch haben, kann man hier mal wieder sehen. Eigentlich verwunderlich, da sie über den Irak schon so gelogen hatten 10 oder 15 Jahre lang. Da hatte Christof Hörstel ganz recht mit seinem Appell.
    Wahrscheinlich gehen die Syrer jetzt so schonend wie möglich vor und sichern auch Beweise.

  19. Auch hier wie es aktuell in Syrien zugeht:

    Karsten Laurisch
    02/07/2012 18:23

    http://sana.sy/eng/337/2012/07/02/428904.htm

    6 Bomben entschärft in Hama, Behörden kämpfen mit Terroristen in Deir Ezzor, Gas Pipeline überfallen

    HAMA/ DEIR EZZOR (SANA) Der Kampfmittelbeseitigungsdienst entschärfte 3 Bomben reihenweise verlegt auf der Kafr Naboudeh – al-Madiq Castle Straße. Die Bomben wogen zwischen 20 und 25kg.
    Der Kampfmittelbeseitigungsdienst entschärfte ebenfalls eine 50kg Bombe auf der Kafr Naboudeh – al-Qasabein Straße und eine andere 45kg wiegende verlegt durch Terroristen nahe der al-Hemeiri Kreuzung auf der Aqrab – Hama Schnellstraße.
    Eine andere Bombe gelegt durch Terroristen auf der al-Latamna-Mharda Straße im Landkreis Hama wurde ebenfalls entschärft.
    Eine Quelle in der Provinz teilte dem Sana Reporter mit dass das Gewicht von der Bombe geschätzt wurde auf 50kg und sie war am Straßenrand verlegt. Sie bestand aus einer Gasflasche gefüllt mit einer großen Menge von Sprengstoff.

    Behörden kämpften mit Terroristen in Deir Ezzor

    In Deir Ezzor, die Behörden kämpften terroristischen Gruppen in den Wohngebieten von al-Hamidiye und al-Jbeileh töteten eine Anzahl von Terroristen und verletzten andere.
    Eine Quelle in der Provinz sagte das Gefecht führte zur Zerstörung von einem Auto ausgerüstet mit einem montierten Maschinengewehr, zusätzlich von vier anderen Autos benutzt durch die Terroristen.

    Deir Ezzor Gasbetrieb zeitweilig außer Betrieb durch terroristischen Anschlag auf die Pipeline …“

    Weiter lesen und weitere Informationen in Quelle
    http://urs1798.wordpress.com/2012/06/29/krak-des-chevaliers-ein-weiteres-massaker-an-einer-familie-homs-syria/comment-page-3/#comment-26530

  20. @jo: jeder kann ja so pessimistisch sein wie er will, das sei dir unbenommen, aber versuche doch wenigstens zu verstehen wie das Spiel läuf, und wer welche Rolle spielt. Und versuch deine Wunschvorstellungen nicht auf andere zu projizieren. Die Genfer Watsche für Killary bedeutet Zeit für die Syrer möglichst viele der arabo-amerikanischen Bluthunde auszuschalten, siehe den von Steffen verlinkten Beitrag. Aber das alleine reicht nicht, weil die Killarys immer neue reinschicken werden. Parallel dazu muß die syrische Regierung sich mit dem Teil der Opposition, der keine Intervention von außen will, einigen – und genau das versucht Rusland zu vermitteln. Erst dann, wenn eine solche Einheitsregierung Rusland bitten würde militärisch zu helfen, würde Rusland eine militärische Option überhaupt erst in Erwägung ziehen – und auch dann nur als allerletzte Möglichkeit. All die Meldungen über irgend welche russischen Schiffe oder Truppen zur Unterstützung Syriens kannst du solange getrost als Provokationen/Psy-Opts betrachten, die von den Seiten ins Spiel gebracht werden, die ein großes Interesse daran haben Rusland in einen militärischen Konflikt zu ziehen, der sie ihrem Ziel, einen großen Krieg zu starten nahebringt. In einer direkten Konfrontation mit den USA müßte Rusland nahezu zwangsläufig Atomwaffen einsetzen. Und daran kann Rusland kein Interesse haben und auch du solltest kein solches Interesse haben.
    Bitte trage also deine Schuldzuweisungen an die richtige Stelle – wir hier im Westen müssen unsere mordlustigen Eliten zum Teufel jagen, statt Putin zu beschuldigen, daß er es nicht tut.
    Gruß

  21. Vielleicht ist ja auch das ein neuer Artikel hier:

    CIA rekrutiert 6000 Söldner für Massaker in Syrien
    http://german.irib.ir/nachrichten/politik/item/208088-cia-rekrutiert-6000-soeldner-fuer-massaker-in-syrien

    Aber auch das ist bemerkenswert:
    Syrische Terroristen verwenden Waffen aus der Schweiz
    http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2012/07/syrische-terroristen-verwenden-waffen.html
    Von Waffen aus Finnland war ja auch bereits berichtet worden. Nun die CIA sind ja hart am Arbeiten, damit alles in die rechten Hände kommt, die im Interesse der USA dort morden, brandschatzen und Chaos verursachen.
    Ein Glück, dass in den von der Regierung kontrollierten Gebieten das Leben noch relativ normal ablaufen kann.

    Das hat aber natürlich direkt nichts mit Genf zu tun, da ja Kofi Annan genommen wird, wenn sich nichts tun soll oder eben genau das Gegenteil.
    Betreffs jo sagt “zahnloser Tiger-Spiel” von Russland:

    Der für die Rüstungsindustrie zuständige Vizepremier Dmitri Rogosin vertrat seinerseits die Meinung, dass die strategischen Bomber Tu-95MS oder Tu-160 ausgedient haben, weil sie die moderne Luftabwehr nicht überwinden könnten.

    Es ist also tatsächlich so, dass Russland im Konflikt wie von einspruch beschrieben nur mittels der Atomwaffen noch wirkungsvoll gegen halten könnte, was natürlich die Gefahr der Auslöschung der Zivilisation bedeutet und das werden wir wohl alle nicht wollen.
    Es wird natürlich jetzt wieder verstärkt unter Putin daran gearbeitet, dass das Kräftegleichgewicht wieder hergestellt werden kann, was seit Gorbi/Jelzin an die USA verschenkt wurde.
    Siehe -> „Russland will neuen Langstreckenbomber schneller als geplant bauen“ [http://de.rian.ru/security_and_military/20120702/263916024.html] und auch die Chinesen werden ja ebenfalls die Zeit des ökonomischen Niedergangs der USA nutzen, obwohl seitens Russlands immer einer technologischer Vorsprung bestand noch aus Zeiten der UDSSR.

  22. @ j.löw: dein Artikel fasst den russischen Standpunkt gut zusammen. Dazu muß gesagt werden, das Rusland das immer klar und deutlich gesagt hat, siehe auch den von dir verlinkten Lavrov-Artikel. Es gibt keinen Grund Mißtrauen an Ruslands Position zu streuen, ausser für die Kriegstreiber, die dies auch fleißig mit allen möglichen Falschinformationen tun. Für Rusland ist diese Position essentiell, wenn es nicht als übernächstes „dran sein“ will. Die russische Regierung ist sich dessen sehr bewuß und agiert entsprechend. Dazu gehört auch, nach diplomatischen Gepflogenheiten, daß man der anderen Seite die Chance gibt, „ihr Gesicht zu wahren“ und sie nicht öffenlich bloßzustellen.
    Die Türkei wird in ihrem Wahn mittlerweile selbst vom Pentagon ausgebremst, auch dort gibt es nicht nur Kriegstreiber, siehe hier: http://www.voltairenet.org/Turkish-plane-shot-down-in-Syrian
    Überhaut ist Voltairenet.org sehr zu empfehlen.
    Gruß

  23. @einspruch: „Dazu gehört auch, nach diplomatischen Gepflogenheiten, daß man der anderen Seite die Chance gibt, “ihr Gesicht zu wahren” und sie nicht öffenlich bloßzustellen.“
    Stimmt, das ist noch ein wesentlicher Aspekt, den ich unberücksichtigt gelassen habe.

  24. @j.löw: Escobar macht deutlich, wie komplex die ganze Situation ist. Ich glaube aber nicht, das die Russen die Situation um AfPak in Genf ins Spiel gebracht haben, aus dem einfachen Grunde, weil das den Fokus von Ruslands Linie „Völkerrecht ist einzuhalten“ abgelenkt und zerstreut hätte. 2/3 der Teilnehmer dort am Tisch hätten das sofort und gerne ausgenutzt. Wenn das eine Rolle gespielt haben sollte, dann am Vortag in Petersburg als Lavrov schon mal mit Killary konferiert hat. Man muß auch beachten, daß gleichzeitig die Amerikaner einen Punktsieg in Mittelasien gelandet haben, indem sie Usbekistan zum Austritt aus der OVKS bewegt haben und jetzt zum exklusiven militärischen Partner machen wollen. Das ist ein Pflock im russischen Unterleib und mit Garantie einer der nächsten Unruheherde, von dem aus die Bluthunde nach Norden drängen werden. Alles im allen ist Ruslands Situation ziemlich schwierig, und ihre gegenwärtige Strategie, das Völkerrecht wieder zu stärken, die gewalttätige Willkür zu ächten und parallel ihre Wirtschaft, ihr Militär und ihre Gesellschaft möglichst zu stärken, ist das beste was sie machen können. Hoffentlich halten sie das durch.
    Gruß

    1. Ja, ich finde auch dass gegen Pepes These vom Deal einiges spricht; besonders, was Pepe nicht berücksichtigt, dass die USA sofort im Georgienkonflikt in die Offensive gegangen sind (was Hitlery ein paar Tage vor Genf bereits angekündigt hatte, indem sie Russland als „Besatzungsmacht“ in Südossetien bezeichnet hatte) und einen UN-Volllversammlungsbeschluss in ihrem Sinne erwirkt haben. (Nato-Staaten dafür gestimmt, alle anderen enthalten und ein paar dagegen.) Das war ne ganz billige Retourkutsche.
      Er erzählt aber trotzdem einiges interessantes, finde ich.

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