Wladimir Putin, schmeissen Sie endlich Sergej Lawrow raus und beenden Sie den Syrien-Krieg

2010 traf auch Vladimir Putin den Märtyrer Abu Bakr YounisJaber (rechts gegenüber)

erschienen bei RADIO-UTOPIE

von Daniel Neun

Die Schwachmacht Russland ist kurz davor, die Welt in einen Abgrund zu reißen.

Herr Präsident, ich schreibe Ihnen hier öffentlich, weil ich nach langen Jahren begriffen habe, daß nur die Öffentlichkeit in der Lage ist Kriege zu beginnen und sie zu beenden. Eine mutierte, eine debile, eine psychisch deformierte Öffentlichkeit, Ergebnis der Interaktion hilf- und ahnungsloser Untertanen, wird alles dulden, wird alles bejubeln, wird jede Grausamkeit abnicken, zu denen Menschen fähig sind.

Sie wissen es. Die Deutschen haben es den Russen angetan.

Aber das war eine andere Zeit. Das waren andere Menschen. Herr Präsident, als ein neuer Mensch im Verhältnis der Zeiten, der Geschichte, sage ich Ihnen: wenn Sie jetzt nicht handeln, wenn Sie diesen Pfad des Versagens, des Zurückweichens, den Pfad des moralischen, politischen, historischen und nicht zuletzt geistigen Bankrotts weitergehen, den Russland seit dem Zusammenbruch des sowjetischen Imperiums beschritten hat, dann werden Sie wieder – wieder – alles nur noch schlimmer machen als es ist. Auch für Russland, aber vor allem für diese Welt in der wir uns befinden, ohne ihr entfliehen zu können und zu jeder Sekunde unseres Lebens nur 20 Kilometer vom Weltraum entfernt.

Das Existenzrecht jedes einzelnen Staates des Planeten ist derzeit gefährdet. Dieser Angriff auf die Kernstrukturen jeder gesellschaftlichen Organisierung, jeder Ordnung, wird auf allen Ebenen und mit verschiedenen Mitteln exekutiert. Dieser Angriff dient nichts anderem als die gesamte derzeit auf dem Planeten existierende Ordnung zu zerschlagen, die düstersten und finstersten Seiten des Menschen zu wecken und ein Schlachten loszutreten, das wahnsinnige Messianiker, die in Jahrzehnten weltweit systematisch in Schlüsselpositionen gehoben wurden, als Teil eines vorher bestimmten Schicksal ansehen. Was in über 10 Jahren auf diesem Planeten passiert ist, der Krieg, der seither geführt wird, ist Teil davon. Und der Syrien-Krieg, die derzeit laufende Invasion Syriens durch geübte, völlig enthemmte Söldner-Truppen und Todesschwadronen, trainiert und finanziert im Nebel der asiatischen und afrikanischen Besatzungszonen der westlichen Militärmächte und deren verbündeten totalitären asiatischen Kirchenstaaten wie Saudi-Arabien, ist Teil dieses zehnjährigen Krieges. Eines Krieges, der nie erklärt worden ist, nicht wirklich.

Bis jetzt.

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9 Gedanken zu „Wladimir Putin, schmeissen Sie endlich Sergej Lawrow raus und beenden Sie den Syrien-Krieg

  1. Danke John für die Übernahme des Artikels. Daniel Neun ist ja immer ein Mann der klaren Worte. Leider duldet er dann auch gegenteilige, oder in Ergänzung etwas abweichende Meinungen, oft nicht, aber mit solchen Artikeln wie diesem, sammelt er immer wieder viele Pluspunkte. Da Präsident Putin ausgezeichnet Deutsch kann infolge dessen, dass er in der DDR-Zeit länger in Dresden gelebt hat, sollte das vielleicht auf etwas Verständnis stoßen, wenn er denn das Schreiben als wichtig genug erhält.

    Ja betreffs der Russischen Politik ist mir auch noch aufgefallen, dass ja die Präsidenten immer auch den Interessen der privaten, der kapitalistischen Industrie Russlands, dienen müssen, der Oligarchie, und diese hat natürlich die aus dem Westen bekannten kurzfristigen Profitinteressen, zu lesen wie „Russlands Waffenexport: Marktoffensive im Überschall-Tempo“ (http://german.ruvr.ru/2012_06_28/79605372/).
    So ist es eben auch verständlich, dass die russische Industrie am Kuhhandel betreffs Unterstützung für Aufnahme Russlands in die WTO sehr interessiert war und so stand im Spiegel (16. Dez. 2011, also nach dem passiven Russland im Libyen-Krieg): „.. 18 Jahre dauerten die Verhandlungen – nun ist Russland als 154. Mitglied in die Welthandelsorganisation (WTO) aufgenommen …“. Auf den Punkt gebracht ist das mit dem Blutgeld auch der Kinder in Libyen bezahlt worden, oder man kann auch sagen, dass sich der Kapitalismus und Imperialismus eben nur in verschiedenen lokalen Interessen unterscheidet und die sind in Russland noch national, während die USA sich eigentlich selbst seit 1913 (FED) mehr und mehr unter „Fremdherrschaft“ befinden.
    [FED: „„Manche glauben, die Banken des Federal Reserve Systems seien Institutionen der US-Regierung. Das sind sie aber nicht …, sie sind private Kreditmonopole…”, so der Kongressabgeordnete Charles McFadden, Vorsitzender des Ausschusses für Banken und Währungen im Repräsentantenhaus, 10. Juni 1932. …“ http://www.geld-durch-schulden.de/die_us-fed.html – Meine Anmerkung: Die wirklichen Eigentümer sind letztendlich geheim, denn in den Banken agieren als Hauptaktionäre die sogenannten „großen Vier“, Unternehmen die auch Hauptaktionäre in den größten US-Unternehmen sind und zusätzlich auch in Europa viel besitzen und Einfluss haben, wohl bis in die EZB hinein; nur deren Eigentümer sind eben geheim, nationales Interesse der USA, egal ob dahinter bekannte alte „Bankster-Dynastien“ stehen, die gar keine US-Bürger sind.]
    So ist es wohl berechtigt zu fragen, was die USA diesmal anzubieten haben. Die Aufrüstung der Welt, das Verschwenden von gigantischen Ressourcen für nicht nur Unnötiges, sondern auch extrem Gefährliches und dort wo auch nur getestet extrem Giftiges und die Umwelt Schädigendes – siehe z.B. „Italiens Sardinien: Militarisierung, Verseuchung und Krebs im Paradies“ (http://einarschlereth.blogspot.de/2012/06/italiens-sardinien-militarisierung.html) – an all dem verdient ja die Industrie Russland genauso.
    Es werden schon viele Faktoren zusammenkommen, die es zur Zeit vor Gorbi eben nicht gab, egal ob man die Zeit des kalten Krieges (für manche US-Strategen bereits der III.Weltkrieg den es zu gewinnen galt) mag oder nicht. So kann man nur hoffen, dass wenigstens Putin wie bisher Russland voran bringen will und kann und somit den langfristigen Entwicklungen mehr Gewicht gibt wie bisher und das bedeutet nationale Interessen Russlands vor kurzfristige Profitinteressen.

  2. Ich finde, der Artikel ist inhaltlich sehr widersprüchlich und klingt teilweise Mainstream-behaftet. Dabei sind es doch die Nato-Aggressoren mit ihren eingeschleusten angeblichen „Rebellen“ die als Terroristen versuchten, Syrien von innen zu zerstören. Wenn Putin und ! Lawrow nicht so standhaft wären, dann wäre Syrien bereits ein Trümmerfeld, wie Libyen, von der Nato bombardiert, mit hunderttausenden Toten, Verletzten und Flüchtlingen, vergewaltigten Frauen, Entführungen, Folter sowie ausradierten Städten, Häusern und Fabriken. Hinzu kommt der anschließende Jahre andauernde Bürgerkrieg, siehe auch Afghanistan und Irak. Russland als Schwachmacht zu bezeichnen, halte ich für verkehrt. Im Gegenteil, unter Putin wird Russland wieder zu einer Weltmacht und ist neben China eines der wenigen Länder, die sich den okkupierenden Nato-Aggressoren nun endlich mutig entgegen stellen. Immer wieder erfindet die Nato einen neuen Grund, um Länder wie Afghanistan, Irak, Libyen und jetzt Syrien und bald Iran anzugreifen. Und jedes Mal ist angeblich der „böse Diktator“ der Schuldige, nachdem er vom Nato-zensiertem Mainstream mittels verbreiteter Lügen zum „bösen schwarzen Mann“ diskreditiert wurde, der angeblich kleinen Kindern die Kehlen durchschneidet oder Viagra an seine Soldaten verteilt. Dagegen war Göbbels Propaganda noch ein reines Wintermärchen. Schade nur, dass so viele Bürger all diese Lügen auch noch glauben, auch wenn sie rein von der Logik her schon absolut absurd sind, und sie somit Kriege und Angriffe auf ein anderes Land damit automatisch mental gutheißen, ohne zu wissen, wie schrecklich es den Menschen danach vor Ort ergeht.. Putin und Lawrow ist es zu verdanken, dass es in Syrien (noch) nicht hunderttausende Tote durch die Nato gibt. In Libyen waren es mindestens 90.000 Tote. Und das syrische Militär ist bedeutend besser ausgerüstet. Da kann sich also jeder ausrechnen, wie viele Tote es in Syrien geben würde bei einem Angriff (und Sieg) der Nato auf Syrien. Dann könnte es um Millionen Tote gehen, auch wen der Mainstream uns dann wieder einen „sauberen“ Krieg vorgaukelt und die Zahl der angeblich getöteten Zivilisten auf ein paar Hundert herunter-zensiert.

  3. Die eigentlich Schwachmacht ist China. Warum auch immer, aber vor den Russen haben alle Respekt. Im 2. WK ging der Wehrmacht der Arsch auf Grundeis, weil sie in Russland auf einmal Gegner hatten, die sich nicht ergaben. Die Chinesen und Inder haben nicht das Potential zu Vorbildern und Vordenkern. Die Russen dagegen können der ganzen Welt ein Leitbild geben, dass dem amerkanischen Gewäsch den Rang abläuft. Putin ist zT so ein Leitbild. Deshalb ist zB seine Stimme nie in den deutschen Medien zu hören. Er klingt sympathisch, und das würde das Image des mafiannahen Sowjetfunktionärs schnell erodieren zu jemandem, der den deutschen Wählern sympathisch wäre.

  4. @Chris und @Radostin

    Ich kann Euch im Wesentlichen nur zustimmen. Meine zusätzlichen Gedanken sind mehr auf die Zeit von Medwedjew gerichtet, der ja als schwacher Präsident bekannt war. Putin hatte sofort dagegen gehalten und es wäre vermutlich mit Putin bereits in Libyen anderes gelaufen, trotz Interessen von Teilen der Russischen Indiústrie. Das passt natürlich auch den US-Vasallen in der EU gar nicht, sowie der Konzernpresse sowie der „Deutschen Märchenschau“ oder wo man auch sonst betreffs „Märchen in der ersten Reihe sitzt“.

    Bezüglich „eigentlich Schwachmacht ist China“:
    China hat ja schon mehr eigene Interessen vor der eigenen Haustür, was hinsichtlich Syrien eben kurz vor der eigenen Haustür von Russland ist. Des weiteren sieht man es auch bei den letzten Erfolgen der Chinesen mit Shenzhou 9; es stimmt zwar nicht wie in vielen anderen Zeitungen geschrieben, dass es sich um das Niveau aus den 60iger Jahren von USA und UDSSR handelt, aber zumindest von der Zeit nach 1986 der UDSSR – „Basisblock der Mir wurde am 19. Februar 1986 zum 27. Parteitag der KPdSU ins All gebracht.“ Auch in der Waffentechnik ist China immer noch mit Aufholen beschäftigt bei natürlich ungemein geringeren Militärausgaben im Vergleich zu den USA, welche das ja nur mit „Luft-Geld“ und auf unsere Kosten infolge der Weltreservewährung USD „bezahlen können“. China hat eben Interessen vor der eigenen Haustür zu verteidigen und auch dort sind die USA präsent – z.B.: “ Trilateral alliance counterproductive“ (http://www.china.org.cn/opinion/2012-06/28/content_25754903.htm).
    So wird man es schon Putin zugute halten können, dass es jetzt nicht mehr so einfach ist für die US-geführte und US-dominierte NATO wie im Libyen-Krieg.
    Und betreffs des Briefes: Wie hier von Chris gesagt „Artikel ist inhaltlich sehr widersprüchlich und klingt teilweise Mainstream-behaftet“ – es ist zusätzlich auch nicht der Ton, wie man mit einem Präsidenten spricht, auf dessen Konto es geht, dass das Land wieder nach vorn gekommen war und der NATO das Morden, neuen Terrorismus Erschaffen und „In-die-Steinzeit-Bomben“ erschwert wird.
    Ich würde mich auch einem Kommentar betreffs Rolle Russlands anschließen, welcher dort bei Daniel Neun zugelassen wurde:

    „Walter Mandl meint:
    28.Juni 2012 at 10:17

    Gratulation, diesem Aufruf an die Adresse von Putin ist nichts hinzuzufügen. Russland, so überfordert es in vielen Angelegenheiten gegenüber den dreisten und hoch gefährlichen Plänen und Operationen der NATO-Allianz erscheint, ist die einzige Macht, die einen wirksamen Widerstand – vor Ausbruch einer Katastrophe – aufbauen kann. Nur dank seiner den USA gleichwertigen und umfassenden Atomwaffenarsenale ist dies möglich.
    Ein für nicht denkbar gehaltenes Paradoxon ist damit eingetreten: Russische A-Waffen sind die letzte Barriere im Kampf gegen die Errichtung einer US-geführten Weltdiktatur!
    Walter Mandl, Österreich“

  5. @ j.Löw: sehr gute Antwort auf den verwirrten Unfug des 9. Es erstaunt mich immer wieder, wie vermeintlich kritische Zeitgenossen ihrem Erlöserbedürfnis fröhnen: Putin soll es richten und die Welt retten! Vielleicht würde er es ja tun – wenn er könnte.

  6. Auch meine Zustimmung an @J.Löw. Im Übrigen finde ich in Daniel Neun’s Beitrag kein stichhaltiges Argument, welches seine Forderung nach einer Entlassung Lawrows begründet.
    Sicher ist es zu gegebener Zeit nötig, nach möglichen Feinden in den eigenen Reihen Ausschau zu halten, was eventuell der Auslöser für D9 und seinen Appell war, aber der Hauptfeind von Mensch und Natur ist nun mal das atlantische Imperium und vor allem dessen gleichgeschaltete Medien.

    Ein Appell zur Schaffung bzw. Stärkung der internationalen Einheitsfront für eine Zerschlagung der Dollar-Diktatur wäre jedenfalls weitaus wichtiger gewesen in dieser bedrohlichen Zeit.

    Wenn es überhaupt noch gelingen soll, den Teufel im Weihwasser zu ersaufen, dann nur durch ein breites Bündnis aller friedenswilligen Kräfte und nicht durch eine vorschnelle Aburteilung der russischen Führung.

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