Syrien: Assad, seine (Luft-)Hoheit

erschienen bei „Hinter der Fichte“

Helle mediale Aufregung herrscht über den Abschuss eines alten Phantom-Kampfjets der Türkei auf syrischem Hoheitsgebiet. Die betroffenen Staaten hingegen verhalten sich deutlich besonnener.

Zunächst die Fakten.
Am Freitagmittag wurde ein Kampfflugzeug von der türkischen Luftwaffenbasis Erhach kommend von der syrischen Luftverteidigung abgeschossen. Es drang in den syrischen Luftraum ein und wurde eine halbe Seemeile (knapp ein Kilometer!) vor der Küste Syriens beschossen. Die Hoheitsgewässer sind international 12 Seemeilen tief. Der Pilot versuchte nach dem Treffer in Richtung internationale Gewässer zu flüchten. Das Flugzeug stürzte aber nach ca. 6 Seemeilen  in syrischen Hoheitsgewässern ab. Der UNO-Generalsekretär  begrüßte die Zurückhaltung der Türkei nach dem Abschuss und die gemeinsame Suche von Syrien und der Türkei nach dem Flugzeug und den Piloten. 
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Luftraumverletzung erwiesen
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Alle Parteien sind, abseits des Mediengeschnatters,  nun gut beraten,  Ruhe zu bewahren. Die gesicherten Informationen sprechen für eine Luftraumverletzung der Türken und eine legitime Reaktion der Syrer. Die Türkei hat die Luftraum-Verletzung eingestanden.  Das Flugzeug wurde eindeutig auf syrischem Gebiet getroffen.

Syrien handelte den Gegebenheiten entsprechend. Da die Türkei direkt an Syrien grenzt bzw. vom türkischen Stützpunkt auf dem nahe gelegenen Zypern aus agiert, beträgt die „Vorwarnzeit“ nur einige Sekunden. Türkische Maschinen vor der syrischen Küste sind auch keine „vorwarnungsmäßige“ Besonderheit, da sie regelmäßig von der Türkei nach Zypern fliegen. Ob es warnenden Funkkontakt oder Abfangjäger der syrischen Seite und Warnschüsse gab ist nicht bekannt. Allerdings, die eingedrungene Maschine mittels Abfangjäger höflich zur Landung zu bitten, kann man sich nur leisten, wenn die Vorwarnzeit lange genug und der Luftverteidigungsgürtel breit genug ist. Andernfalls ist ein Kampfjet in Minuten durch die Verteidigung und schon am Ziel. Naiv, dies den Syrern vorzuwerfen. Zudem sollten wir in Rechnung stellen, dass die Türkei ein NATO-Staat ist, der die feindlichen FSA-Truppen beherbergt, Sitz der Oppositionsregierung ist, Treffen der Anti-Assad-Allianz organisiert. Die Luftverteidigung eines Landes muss in der konkreten Spannungssituation zunächst grundsätzlich einen feindlichen Akt annehmen. Ein sich nicht identifizierendes Kampfflugzeug ist überall auf der Welt ein potentiell  feindliches Objekt. Es spricht natürlich alles für eine absichtliche Aufklärungsmission.

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