Libyen: NTC erklärt Westen zur Kriegszone

von John Schacher

Im südwestlichen Libyen sind in den Orten Al-Chakika und Mizdah wieder Kämpfe ausgebrochen. Es wird berichtet, das auf beiden Seiten seit Donnerstag schwere Waffen zum Einsatz kommen.

Begonnen hatten die Auseinandersetzungen, als Zintan-Milizen mehrere „Quadhafi-Supporter“ verhaften wollten, was von ihren Stammesangehörigen aber entschlossen verhindert wurde. Mehrere kulturelle Bauten, Schulen und etwa 40 Privathäuser wurden bisher zerstört. Sowohl die Elektroversorgung als auch Kommunikationsverbindungen sind seit Tagen unterbrochen. Der NTC hat den Westen Libyens nun zu einer Kriegszone erklärt.

Ein Komitee von Vermittlern aus den verschiedenen Stämmen versucht mit allen am Streit Beteiligten eine friedliche Lösung auszuhandeln. Eine ausführliche Bilderstrecke (18+) und Videos der Verletzten findet man bei libia-sos.blogspot.

Zwischenzeitlich haben tagelange Kämpfe zwischen rivalisierenden Milizen in der Region Jebel Nafusa 14 Tote und 89 Verletzte hinterlassen und 200 Familien in die Flucht getrieben. Die libyschen Behörden haben Einheiten der Armee entsandt, um in die Kämpfe einzugreifen.

Auch aus Al-Kufra werden weitere Kämpfe gemeldet. Ein Flugzeug, das Verwundete NTC-ler nach Benghazi ausfliegen sollte, wurde beim Start beschossen/abgeschossen.

In Benghazi zerstörte ein Großbrand die Kouskous-Fabrik in Kowefiya, was die große Lebensmittelnot im Land weiter erhöhen wird.

Fazit: Auffällig am derzeitigen Informationsfluss aus Libyen ist die immer härtere Stellungnahme gegen Zintan. Auch die Erklärung des Kriegsrechtes im Westen dürfte die Vorbereitung eines Vorgehens des NTC gegen die Zintan-Milizen bedeuten.

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