BRD-Urteil: religiöse Beschneidung von Kindern ein Verbrechen

von John Schacher

Ein deutsches Gericht hat entschieden, dass Eltern kein Recht haben, ihre Söhne aus religiösen Gründen beschneiden zu lassen, was muslimische und jüdische Gruppen im Land tief verärgert hat.

Das Gericht in Köln entschied, dass den Erziehungsberechtigten das Sorgerecht für ein Kind nicht erlaubt, dieses dem Beschneidungs-Verfahren zu unterziehen, welches das Gericht als Körperverletzung bezeichnet, berichtet die Financial Times Deutschland. Genausowenig erlaubt dies die Religionsfreiheit, die in Deutschland zwar gesetzlich geschützt sei, aber keinen Grund für solche Entscheidungen gegen die Kinder gebe, sagt das Urteil weiter.

Das Gericht bezog sich auf einen Fall gegen einen muslimischen Arzt, der die Beschneidung an einem vier-jährigen Jungen auf Wunsch seiner Eltern durchgeführt hatte. Zwei Tage nach dem Eingriff kam es zu Blutungen, woraufhin der Junge ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Deutsche Behörden erfuhren von dem Vorfall und leiteten ein Ermittlungsverfahren gegen den Arzt ein. Die erste Gerichtsverhandlung schloss, dass es keine Verletzung des Gesetzes gegeben habe, doch die Staatsanwaltschaft brachte den Fall vor das Landgericht Köln.

Die Entscheidung stellt einen Präzedenzfall dar, der die medizinische Praxis im ganzen Land betreffen wird.

Das mögliche Verbot der Beschneidung provozierte Empörung bei jüdischen und muslimischen Organisationen in Deutschland, wo jedes Jahr Tausende von Jungen in ihren frühen Jahren auf Antrag der Eltern beschnitten werden. Sie betrachten das Verbot als „schweren Eingriff in das Recht auf Religionsfreiheit.“ Aber keine der Organisationen hat bislang das Urteil kommentiert, sondern es wurde nur erklärt, daß man zunächst die Argumentation der Richter gründlich zu studieren hätte.

Einige Experten schliessen jedoch nicht aus, dass das Recht für religiös motivierte Beschneidung durch das Bundesverfassungsgericht nochmals behandelt werden muss.

Quelle: rt, FAZ

10 Gedanken zu „BRD-Urteil: religiöse Beschneidung von Kindern ein Verbrechen

  1. Was soll die schnipselei? Das ganze Ding ab und eingefrohren, mit 15 kann er dann selbst Antrag stellen ob wieder annähen oder in Spiritus legen.

  2. Gut, genug mit dieser Unmenschlichkeit gegen die Natur. Wenn die Kinder volljährig sind, dann können ja dann selber entscheiden, was und vieviel da unten rum- und abgegemacht wird.

  3. Finde ich auch vollkommen in Ordnung. Nur leider andere nicht. Dann kommt Opa mit stumpfem Messer und macht es selber. Wenn was schiefläuft, dann kann man nicht einmal zum Arzt. So läuft das Ganze in den Untergrund, wie z.B. Abtreibungen in Irland oder Polen. Was fehlt, das ist halt ein Bewusstseinswandel. Viel wichtiger finde ich diese grauenhaften Beschneidungen von Frauen. Da gibt es in Afrika aber tolle Beispiele von Aufklärern, die so einen Bewusstseinwandel herbeiführten. Hier braucht man Leute, die andere Kulturkreise respektieren, sich so Gehör verschaffen, die Probanden mit ihren Taten konfrontieren, und so das Bewusstsein verändern. Das geht aber nur mit gegenseitigem Respekt.

    Es gibt wirklich tolle Beispiele, wie die Beschneidung der Frau auf diese Weise in manchen Regionen gesellschaftlich geächtet wurde!

  4. Leider finde ich bei Youtube nur den Schrecken und nicht die positiven Entwicklungen. Ich erinnere mich auch nicht an den Namen. Ich glaube das war ein ganz bekannter deutscher Globetrotter, der das erzählte, und auch viele Bücher veröffentlichte…

  5. http://www.boncourage.de/index.php5?go=traditionsbedingte-gewalt-gegen-frauen–

    „Nachdem 2006 von einer Frauenbewegung in Eritrea ein Dokumentarfilm über die Genitalverstümmelung gedreht und anschließend dem Präsidenten vorgeführt worden ist, wurde ein Gesetz verabschiedet, dass die Praktik der Beschneidung unter hohe Haftstrafen stellt. Auch wenn bereits erste Verurteilungen auf der Grundlage dieses Gesetzes erfolgt sind, zählt die Genitalverstümmelung immer noch in vielen – vor allem ländlichen – Gegenden zur gelebten Religionspraxis. Gewohnheitsrecht, Religionsrecht und nationales Recht – unter letzteres fällt das erlassene Gesetz – befinden sich also im Konflikt, so dass es für Institutionen des Justizwesens einer Großstadt sehr schwierig ist, den Tatbestand der Genitalverstümmelung – z.B. aufgrund des Schweigens innerhalb der betroffenen Dorfgemeinschaft, die vielleicht hunderte von Kilometern von der Stadt entfernt liegt – nachzuweisen.“

    Hier sieht man die Schwäche eines Gesetzes, wenn es keinen Bewusstseinswandel gibt. Aber genauso, wie der Präsident mit einem Video ein überzeugter Gegener wurde, genauso gab es Erfolge mit mühevoller Kleinarbeit bei den Menschen selbst. Man muss den Menschen nur vor Augen halten, was sie anrichten. Kontakt erhält man nur durch Respekt. Alleine den Menschen diese Bilder vor Augen zu halten, setzt das Thema in das Bewusstsein und zur Diskussion. Gerade solche schrecklichen Dinge werden ja gerne in das Unbewusste verdrängt.

  6. Mal ganz abgesehen von den religiösen Aspekten sehe ich das Urteil als einen wichtigen Erfolg gegen das weibliche Opfer-Monopol. Seit Jahrzehnten wird immer nur von weiblicher Genitalverstümmelung gesprochen. Gleichzeitig starben in Afrika jedes Jahr Dutzende Jungen an den Folgen von Beschneidung, aber Hinweise darauf waren politisch unerwünscht.

    http://wikimannia.org/Genitalverst%C3%BCmmelung

  7. Also ich muss auch sagen,
    dieses Urteil ist sowas von richtig! Beschneidung hat nichts mit Religion zu tun!!! Beschneidung ist Verstümmelung von Gliedmaßen!! Und sowas ist Folter und Folter ist Körperverletzung!!

    Und ganz besonders schwer wiegt die Körperverletzung an minderjährigen Kindern!! Daher gehören hier nicht nur die Ärzte, die sowas machen, zur Verantwortung gezogen, sondern auch die Eltern der Kinder die so etwas auch noch erlauben!!! Was geht hier in diesem Lande?! Wann fangen wir endlich an, den besonderen Schutz von Kindern endlich ernst zu nehmen??

    Und an die Herren Religionsvertreter:
    eine Beschneidung hat nichts aber auch rein gar nichts mit Religion zu tun. Sie beruht auf vollkommen veralteten Vorstellungen, dass ein Kind nur dann erwachsen ist, wenn es beschnitten ist. Aber: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen!! Wann sehen die Religionsvertreter dass endlich ein? Außerdem wird durch die Beschneidung schwerer seelischer Schaden an diesen Kindern angerichtet! Denn hier wird etwas gegen ihren Willen getan, die Kinder werden nicht aufgeklärt, was dabei passiert und welche lebenslangen Folgen dass für sie hat!!! Darüber hinaus werden hier die Sexualorgane dieser Kinder für ihr Leben lang verstümmelt!! Bitte denken Sie daran, welche Qualen ganz besonders Mädchen in Afrika erleiden, die jedes Jahr beschnitten werden. Dort wird zum Teil sogar noch die sogenannte „pharaonische Beschneidung“ durchgeführt, die eine so schwerwiegende Verstümmelung darstellt, dass diese Mädchen in ihrer Zukunft nie wieder richtig Sex haben können, die Beschneidung führt dort zu schweren inneren Krankheiten bei den Mächden, weil dann das Periodenblut nicht mehr richtig ablaufen kann, etc!!

    Daher muss die Beschneidung in unserem Land verboten bleiben!! Deutschland hat per Grundgesetz eine besondere Verantwortung Kindern gegenüber. Und das Grundgesetz schützt Kinder in unserem Land auf besondere Weise!! Und dass schließt solche Körperverletzungen ausdrücklich ein!! Daher ist ein solcher schwerwiegender Eingriff mit lebenslangen Folgen ohne Zustimmung des Kindes (was bei uns erst ab 14 Jahren möglich ist) und ohne Aufklärung über diese lebenslangen Folgen bei uns in Deutschland mit Recht verboten!!!

    Ich hoffe nur, dass dieses Verbotsurteil Bestand haben wird!!!

  8. Verehrte Andrea,
    das Verbotsurteil wird sicher keinen Bestand haben, da sind die Zentralräte schon vor. Bin jetzt nur noch gespannt wie lange es dauern wird, bis der Einhundertfünfzigmilliardste H…cau..-Vorwurf hervorgeholt wird.

  9. Lieber Pessi,

    das sehe ich aber ganz anders. Das Kölner Urteil ist nicht vom Himmel gefallen. Die Diskussionen auch um die männliche Beschneidung gibt es nicht erst seit gestern. In den USA wird das Thema zunehmend kritisch gesehen und selbst in Israel gibt es eine wachsende Grupe Beschneidungsgegner, die das Urteil sehr begrüßen. Das Kölner Urteil ist nicht einmal das erste in dieser Richtung. In Schweden gibt es schon viel länger ein Verbot von Beschneidungen. Nur bei Babys ist es noch erlaubt. Tatsächlich paßt das Urteil zur allgemeinen Werteentwicklung und ist juristisch nicht zu beanstanden. Tatsächlich ist es schwer vorstellbar, wie ein höheres Gericht das Recht auf körperliche Unversehrtheit relativieren möchte. Religionen hatten schon immer Schwierigkeiten sich den gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen, aber das darf umgekehrt keine Ausrede sein, das Treiben für immer und ewig hinzunehmen. Und mit der Verharmlosung der männlichen Beschneidung ist es hoffentlich auch bald vorbei. Wer sich diesbezüglich Weiterbilden möchte, soll mal hier nachlesen: http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Beschneidung_von_Jungen_und_M%E4nnern.html

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