Tierschutz: Dr. Watson in Frankfurt verhaftet

Barbara Veiga / Sea Shepherd Conservation Society

erschiene bei pro jure animalis

Danke an Christoph

Captain Paul Watson, der Gründer der Sea Shepherd, wurde am Sonntag, 13. Mai, in Frankfurt am Flughafen verhaftet! Grundlage für die Verhaftung ist ein Haftbefehl aus Costa Rica. Nun sind die deutschen Behörden wohl dabei, die Auslieferung von Captain Watson nach Costa Rica voranzutreiben. Der Haftbefehl aus Costa Rica kann als politisch motiviert angesehen werden, die Bundesrepublik Deutschland macht sich nun zum Handlanger.

Captain Watson wird durch die Behörden in Costa Rica beschuldigt, 2002 eine angebliche Verletzung des Seeverkehrsrechts begangen zu haben, als er während Dreharbeiten auf illegale Shark Finning-Aktivitäten stieß, die von einem costa-ricanischen Boot durchgeführt wurden. Im weiteren Verlauf wurden tausende von getrockneten Haifischflossen gefunden. Finning ist eine unglaubliche Tierquälerei. Den gefangenen und erschöpften Haien werden oft bei vollem Bewusstsein die Flossen abgeschnitten und ihre Körper wieder ins Meer zurück geworfen, wo die Haie, die ohne ihre Flossen nicht mehr schwimmen können, auf den Meeresgrund sinken und einen grausamen und unsinnigen Tod sterben.

Paul Watson leistet mit seiner Schiffsflotte und seinen Leuten einen beispiellosen Einsatz auf See, um Wilderei und das grausame Abschlachten von Delfinen, Haien etc. zu verhindern.

Es ist mehr als wahrscheinlich, dass die strafrechtliche Verfolgung in Costa Rica nach so langer Zeit ausschließlich politisch motiviert ist und ihm ein unfairer Prozess bevorstehen würde.Vor diesem Hintergund lehnte auch Interpol eine internationale Fahndungsausschreibung ab.

Siehe dazu folgender Link:
www.interpol.int/en/News-and-media/News-media-releases/2012/N20120514

(oder der: http://www.weeac.com/interpol-statement.html )

Haiflossen-Lagerhaus in HongKong - Bild: wikipedia

Aus dieser Stellungnahme von Interpol vom 14.05.2012 geht hervor, dass Interpol bereits im März 2012 allen 190 Mitgliedsstaaten von Interpol eine schriftliche Erklärung zugesandt hatte, mit der Klarstellung dass dem Antrag auf  Festnahme und Auslieferung von Paul Watson in Form einer sog. ‚Red Notice‘ nicht entsprochen werden konnte, da das ‚Office of Legal Affairs‘ nicht gewährleistet sieht, dass dies mit der Verfassung und Satzung von Interpol konform geht.

Interpol schreibt eine Festnahme nur dann aus, wenn gewährleistet ist, dass dem Antrag auf Festnahme keine politischen, militärischen, religiösen oder rassistischen Motive zugrunde liegen.

Diese Stellungnahme von Interpol bestätigt letztendlich den Verdacht, dass Costa Rica ein politisches Interesse an einer Auslieferung Paul Watsons hat.

Es ist vor diesem Hintergrund schockierend, dass die Bundesrepublik Deutschland überhaupt den Erlass einer Verhaftung in Erwägung zog und eine Auslieferung  beabsichtigt.
Bei derzeitiger Sachlage kann davon ausgegangen werden kann, dass Paul Watson in Costa Rica ein unfairer, politisch motivierter Prozess erwarten würde.

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Pressemitteilung in Sache Paul WATSON

Der kanadische und US – Staatsangehörige Paul WATSON, Gründer der Nichtregierungsorganisationen „Sea Shepherd“ wurde heute durch Beschluss des Amtsgerichts Frankfurt am Main auf der Grundlage eines Festnahmebegehrens Costa Rica´s festgehalten, und zunächst in das Untersuchungsgefängnis in Frankfurt am Main eingeliefert.
Die Festnahme erfolgte aufgrund eines am 25.10.2011 durch ein lokales Gericht in Costa Rica erlassenen Haftbefehls.
Grundlage dieses Haftbefehls ist ein Vorfall aus dem Jahr 2002 in internationalen Gewässern vor der Küste Costa Ricas bzw. Guatemalas. Paul WATSON wird durch die Behörden in Costa Rica beschuldigt, einen illegalen Eingriff in den Seeverkehr vorgenommen zu haben.
Paul WATSON bestreitet jedes strafrechtliche Tun.
Es ist mehr als wahrscheinlich, dass die strafrechtliche Verfolgung in Costa Rica nach so langer Zeit politisch motiviert ist; jedenfalls wurde im Jahre 2002 das Verfahren gegen Paul WATSON nach zwei richterlichen Anhörungen und der Vorlage von Beweismitteln (insbesondere Videoaufnahmen des Vorfalls) nicht weiter betrieben.
Der Abteilungsleiter des Referats internationale Rechtshilfe bei der zuständigen Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main wird nunmehr zu entscheiden haben, ob gegen Paul WATSON bei dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main um den Erlass eines vorläufigen Haftbefehls nachgesucht wird.
Interpol Lyon hat nach eingehender Prüfung des Sachverhalts auf der Grundlage von Art. 3 der dortigen Statuten entschieden eine Empfehlung gegenüber den Vertragsstaaten von Interpol auszusprechen, Paul WATSON nicht festzunehmen; jedenfalls ist eine internationale Fahndungsausschreibung („Interpol Red Notice“) durch das Generalsekretariat von Interpol abgelehnt worden. Hintergrund war auch hier die Überzeugung, dass möglicherweise ausschließlich politische Motive hinter der strafrechtlichen Verfolgung von Paul WATSON stehen.
Paul wird von den Rechtsanwälten Oliver Wallasch Frankfurt am Main und Alexander S.K. Gruner Frankfurt am Main gemeinsam vertreten.
Die Beistände stehen in engem Kontakt mit der englischen NGO Fair Trials International.
Wir sind davon überzeugt, dass der Mandant in Costa Rica in keinem Fall ein faires Verfahren erhalten wird, so dass eine Auslieferung nach Costa Rica jedenfalls gegen fundamentale Menschenrechte des Mandanten verstoßen würde.

Oliver Wallasch
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Strafrecht
Alexander S.K. Gruner
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Strafrecht

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Informationen direkt bei Sea Shepherd:

http://www.seashepherd.de/news-and-media/news-120513-1.html
http://www.seashepherd.de/news-and-media/news-120514-1.html

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Petitionen:

Mit internationaler Unterstützung muss es gelingen, Captain Watson frei zu bekommen. Bitte beteiligen Sie sich an der angelaufenen Online-Petition:

http://deutschlandsagtnein.com/?p=1949

Hier finden Sie einen weiteren Brief/Petitions-Entwurf

http://www.seashepherd.de/news-and-media/news-120515-1.html 

Weiterhin erscheint ein Protest sinnvoll bei der:

Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main
Zeil 42
60313 Frankfurt am Main
Telefon 069/1367-01
Fax 069/1367-8468
verwaltung@gsta-frankfurt.justiz.hessen.de

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7 Gedanken zu „Tierschutz: Dr. Watson in Frankfurt verhaftet

  1. Der europäische Haftbefehl – Sullas Massensuskribtionen

    PROLOG:

    „Jeder Deutsche hat die Freiheit, Gesetzen zu gehorchen, denen er niemals zugestimmt hat; er darf die Erhabenheit des Grundgesetzes bewundern, dessen Geltung er nie legitimiert hat; er ist frei, Politikern zu huldigen, die kein Bürger je gewählt hat, und sie üppig zu versorgen – mit seinen Steuergeldern, über deren Verwendung er niemals befragt wurde. Insgesamt sind Staat und Politik in einem Zustand, von dem nur noch Berufsoptimisten oder Heuchler behaupten können, er sei aus dem Willen der Bürger hervorgegangen.“

    Hans Herbert von Arnim, Professor für öffentliches Recht und Verwaltungslehre in Speyer

    SEHR GEEHRTER CHEF!

    Vorab sei die Frage gestellt: „Worin besteht der Unterschied zwischen Sullas
    Massensuskribtionen aus dem Jahre 82 ante Christum natum und dem
    Europäischen Haftbefehl von 2005 post Christum natum?“ Um Antwort wird
    gebeten!

    Zum wirtschaftlichen Aspekt des Europäischen Haftbefehls ist zu sagen, daß
    dieses Gesetz den multinationalen Großkonzernen ein perfektes Handwerkszeug
    liefert, mit dem der lästige Emporkömmling auf ganz elegante Weise und
    besser denn je, platt gemacht werden kann. Der Großchemiekonzern braucht
    doch nur noch dafür zu sorgen, daß die Verantwortlichen eines neuerdings
    lästig werdenden und aufstrebenden Pharmabetriebes mit Hilfe eines
    konstruierten Straftatbestandes ans Ausland abgeliefert werden. Und weil der
    dortige Gesetzgeber Zugriff auf das Vermögen der Deliquenten hat, ist die
    bis dato gesunde Liquidität des Konkurrenzpharmaunternehmens schlagartig
    ruiniert.

    Hinzu kommt, daß keine Bank mehr einem Firmenchef Geld leiht, wenn die
    Gefahr droht, daß dieser plötzlich und ganz unerwartet aufgrund von
    Falschaussagen in irgendeinem europäischen Gefängnis landet. Grundsätzlich
    werden mit diesem Gesetz jeder Manipulation Tür und Tor geöffet. Was
    geschieht, wenn in der nächten Fußballsaison der ganze Sturm des amtierenden
    deutschen Fußballmeisters in der Rückrunde wegen noch zu beweisender
    Zungenküsserei mit holländischen Meisjes am vorvorletzen Oktoberfest in den
    Niederlanden vor Gericht erscheinen muß?

    Praktisch kann man jetzt jeden mit getürkter Anschuldigung aus dem Verkehr
    ziehen. Wenn der gute Außendienstler des Mitbewerbers mitsamt der Sekretärin
    und Chefgeliebten stören, so ist das zukünftig nur noch ärgerlich und
    lästig, aber kein wirkliches Problem mehr; denn neue Detekteien werden
    gründlich daran arbeiten, daß alle per Europäischem Haftbefehl erst einmal
    in den Knast kommen. Das ganze ist ein Rückfall ins finsterste Mittelalter
    und führt zu einer neuen Form von Sklaverei.

    NACHTRAG:

    Sehr geehrter Herr Ulrich Beck, sehr geehrter Herr Antony Giddens!
    Liebe Schreiberlinge!

    Hier mein Kommentar zu Ihrem heute am 1.Oktober 05 in DER WELT erschienenen
    Artikel, „Europa kann nicht auf den Ruinen der Nationen errichtet werden“
    auf den Sie ausdrücklich um Antwortschreiben gebeten haben.

    Leider wurde die große und einmalige Chance vertan, dafür die Grundlage zu
    schaffen, daß alle Europäer sich untereinander mit Ehrfurcht und Würde
    begegnen.
    Ein Europa kann dauerhaft nur funktionieren, wenn es von allen Bürgern als
    eine Verbesserung der alten Ausgangsposition empfunden wird. Und das ist
    nicht der Fall! Europa, das sind Tabus, Ausnahmen, Diktate, bewußt nicht
    geöffnete Staatsarchive und Alliierte Propagandalügen, die von den Besiegten
    seit 1914 nicht diskutiert werden dürfen. Die alten Werte hat man derart auf
    den Kopf gestellt, daß Treue zum Verrat, Ehre zur Käuflichkeit und Lüge zur
    Wahrheit sowie die Familie zum Pornoclub wurden. Die Achtung und Würde vor
    den verschiedenen eigenen überkommenen Kulturen wurde ersetzt durch den
    ununterbrochen Tanz um das goldene Kalb. Die traditionellen Klein-
    Mittelschichten werden mit Chalmaienklang ex Kathedra in die verelende
    Tagelöhnergesellschaft geführt. Dort wo früher vier Kühe eine Großfamilie
    satt machten, da lebt heute ein Bauer mit einigen hundert Rindern, der nicht
    mehr in der Lage ist, seine Frau und die beiden Kinder ordentlich zu
    ernähren. Und gekrönt wird der Europahumunkulus schließlich vom gelobten
    Europäischen Haftbefehl, des verkommensten und asozialsten aller
    Regelwerke, das sich je ein krankhaftes Menschenhirn erdachte. In jeder
    funktionierenden Familie ist es selbstverständlich, daß der eine sich
    schützend vor den anderen stellt. Aber ein Menschengebilde, das seine
    tapfersten Söhne, ob sie nun schuldig oder unschuldig sind, freiwillig an
    den Gegner ausliefert, ist höchst verachtenswert und wird nie funktionieren.
    Wenn ich Sie verehrte Schreiberlinge höchst elegant aus dem Verkehr ziehen
    will, so ist das zukünftig gar kein Problem mehr. Denn bald brauche ich Sie
    nur noch hinterlistig in ein Europäisches Land einzuladen, in dem die
    bezahlten Gauner und Lügner bereits auf Sie warten! Und den Beweis, daß Sie
    ein körperbehindertes Kind vergewaltigt haben, den erbringe ich allemal. Und
    dann wird auch Sie niemand mehr schützen können, und Ihre Kinder, Verwandten
    und Freunde werden sich vermeintlich zu Recht höchst angewidert von Ihnen
    abwenden und vor Ihnen ausspucken. Ich bete täglich zu den Göttern, daß
    dieses Europa möglichst gestern sang- und klanglos zum Orkus hinab geht, und
    ich muß kotzen, wenn ich sehe, wie die Völker Europas sich ganz freiwillig
    verkaspern und versklaven lassen, und die alten Herrengeschlechter zum
    modernen Lumpengsindel verkommen.

    1. @ Waffenstudent
      wow – klasse Text! Der Autor geht mir nicht genau hervor – wenn es von Dir selbst wäre, könnten wir einen Artikel daraus machen…
      herzlich
      jo

  2. Was Interpol hat eine eigene Verfassung?
    Siehe letzter Satz links neben dem Bild mit den Flossen.

  3. @Waffenstudent

    Bravo für diese exzellente Beurteilung der Lage!

    Ich werde mich an die Generalstaatsanwaltschaft und Frau Leutheuser-Schnarrenberger persönlich wenden.Mal sehen,was dabei herauskommt!

    Ceterum censeo,EudSSR delendam esse!

    Beste Grüße

    Aus Liebe zu Deutschland

  4. Ich möchte nur beipflichten und sage auch WOW! Gerne warte ich auch auf Antwort!
    Glück Auf! Und wacht auf. Für den Kämpfer mein aufrichtiges Danke, er steckt ja sein ganzes Leben mit in seine Arbeit!
    Es sollte Vorbild für jeden Menschen sein, in solcher Disziplin Menschlichkeit zu beweisen!
    Danke, und so stelle ich mir auch das Leben unseres Deutschen Volkes vor, hatten wir doch eine Verfassung, die niemals diesen Einzelkämpfer behindert hätte!

  5. Die Folterung von Tieren sollte genauso hart bestraft werden wie die Folterung von Menschen (falls diese bestraft werden – denn die Folter ist ja wieder voll Hip bei den abartigen Elite der Welt).

    Diese Geschichte ist unerträglich. Herr Watson hat eine schwarze Zukunft des Leidens vor sich (Karma – kanner nix dagegen mache).

    Trotzdem, auch an seinem zukünftigen Leid kann sich eigentlich kein Mensch erfreuen.

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