dem Teufel ins Maul gespuckt

erschienen bei denkbonus

Fast unbeschadet hat Island die Bankenkrise überstanden und geht sogar gestärkt aus ihr hervor. Dies wäre auch für andere europäische Krisenstaaten machbar.

Wäre es nach dem Willen des damaligen isländischen Premierministers Geir Haarden gegangen, die Insel stände heute vor dem völligen Ruin. Stattdessen taten die Isländer etwas Großartiges. Sie jagten ihren Regierungschef zum Teufel. Das kleine Inselvolk erschuf damit einen Meilenstein in der Geschichte der Demokratie, der von unseren Medien aus gutem Grund unbeachtet bleibt. Die alte Regierung des Landes war abgesetzt worden, nachdem im Zuge von Straßenprotesten eine Menge wütender Demonstranten das Parlament mit Steinen beworfen hatte. Den Forderungen der EZB und des IWF wurde per Referendum durch das isländische Volk eine klare Absage erteilt. Man einigte sich lediglich mit den Niederlanden und Großbritannien darauf, dass ab 2016 über die nächsten 30 Jahre ein Betrag von 3,8 Milliarden zurückerstattet wird – das war’s, mehr gibt es nicht. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten.

Weiterlesen →

3 Gedanken zu „dem Teufel ins Maul gespuckt

  1. Das ist natürlich die Lösung, wie auch bereits einmal ähnlich von Argentinien praktiziert und mit dem Ergebnis, dass Entwicklung und Wohlstand in ein Land zurück kehren anstelle dem, was uns vom Mainstream täglich manipulativ an Falschinformationen verabreicht wird.
    Und betreffs Gericht: Wenn doch auch bei uns Politiker wie in der Ukraine oder Island vor Gericht gestellt werden. Das ist eben auch Demokratie!
    —————————
    Ich möchte aber zusätzlich zu diesem guten Artikel noch einen weiteren Link anbieten und zwar
    „Der “Berliner Konsens“ funktioniert nicht“ (bei http://www.larsschall.com)
    Von William K. Black, Übersetzung Lars Schall

    Nun mit ein weiteres Fehlschlagen von “Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“, wie im Abstract erwähnt, hat das natürlich gar nichts zu tun, wie man beim aufmerksamen durchlesen schon bald bemerkt.
    Es beginnt bereits mit: „Den Konsens von Washington (“Washington Consensus“) als gewöhnlicher Bürger zu kennen heißt, den Konsens zu hassen.“
    Und genau das ist es nämlich – in der EU und von Frau Merkel oder auch allen anderen Marionetten wird nichts weiter getan, als den Konsens der Neokonservativen aus Washington umzusetzen, nur die Bürger in Deutschland kennen diese Wahrheit noch nicht, um es hassen zu können.
    Weiter steht dort:
    „Der Washington Consensus war, wie der Name schon nahelegt, eine Reihe von “innerhalb des Beltway” getroffenen neoliberalen Richtlinien, die vom IWF, der Weltbank und der US-Regierung ergriffen wurden. Er forderte einen minimalen staatlichen und einen allmächtigen privatwirtschaftlichen Sektor. Der private Sektor und die de facto privaten Zentralbanken würden den Staat disziplinieren, indem sie auf ausgeglichene Haushaltsbudgets pochten – eine immerwährende Austerität. Die Demokratie war unzuverlässig, ja tatsächlich gefährlich, also mussten die Zentralbanken “unabhängig” vom demokratischen Prozess (und völlig abhängig von den größten Banken) sein. Allein der private Sektor hatte die richtigen Anreize, auf die man sich verlassen konnte, um dynamisches Wachstum und eine sich selbst korrigierende Wirtschaft zu kreieren. Der Konsens wurde im Rahmen der Richtlinien entwickelt, die über Lateinamerika verhängt werden sollten, und die Lateinamerikaner waren die Versuchskaninchen des Konsens‘.

    Der Konsens führte zu einem schwachen Wachstum, einer hohen Arbeitslosigkeit, und wiederholten Privatisierungsskandalen. Er erzürnte die Bürger in weiten Teilen Lateinamerikas, weshalb es einen Erdrutsch an gewählten nationalen Führern gab, und zwar aufgrund ihres Versprechens, sich dem Konsens zu widersetzen, und ihrer offenen Verachtung für Washingtons neokoloniales Diktat. An der lateinamerikanischen Reaktion auf den Konsens ist nichts Ungewöhnliches. Was verblüffend ist, ist, dass zur gleichen Zeit, da sich Lateinamerika erhob, um den Konsens abzulehnen, die vorherrschenden neoliberalen Politiker und Ökonomen in Europa sein gescheitertes Dogma mit dem Eifer des Konvertiten leidenschaftlich verehrten. Sie schufen den Berliner Konsens, und der beruhte auf Austerität heute, Austerität morgen, Austerität für immer. ..“

    Meine These lautete deshalb bereits: Bekommen wir bereits Verhältnisse, die in Lateinamerika zu diesem Wandel geführt hatten, so dass auch in Europa einem Erdrutsch gleich, die bisherigen Regierungen abgewählt werden und nur gewählt wird, wer sich dem “Washington Consensus“ ausreichend widersetzt.
    Das Problem hat sich ja mittlerweile über die Probleme hinaus ausgeweitet, die in Lateinamerika zu diesem eigenen Weg der Länder dort geführt hat, auch verbunden mit Verstaatlichungen, um diese irrsinnigen Privatisierungen teilweise Schritt für Schritt wieder zurück zu nehmen, wo es sich als absolut schädlich für das Land heraus gestellt hatte.
    In Europa haben wir es ja mittlerweile zusätzlich mit einem Ausrauben von Volkseigentum durch die Finanzelite zu tun und es fällt bereits schwer dort noch von 1% zu reden, die reicher und reicher werden, denn die schädliche Zusammenballung des Reichtums und der Macht betrifft sicherlich wesentlich zuletzt die Eigentümer dieser sogenannten „Großen Vier“, deren Eigentümer auch die FED besitzen und wer weiß wieviel bereits von der EZB.
    [Z.B. Frage an Prof. Wilhelm Hankel: „Was ist von der Arbeit Mario Draghis bei der EZB zu halten? – Kein Kommentar. Der Mann kommt von Goldman Sachs.“]

    Natürlich ist dieses Konzept des Raubs allen Eigentums zum Scheitern verurteilt. Zuletzt entsteht eine Schuldsklaverei die an die Sklavenhalter-Gesellschaft des Römischen Imperiums erinnert und so haben wir es bereits jetzt mit dem Ergebnis zu tun wie oben beschrieben, also Verlangsamung des Wirtschaftswachstums, starke Zunahme der Arbeitslosigkeit und Skandale betreffs der Reichen, jetzt vor allem der sogenannten Bankster, was ja auch zur Klageschrift des Bundes der Steuerzahler geführt hat: „10.05.2012. Target2: Der Bund der Steuerzahler in Bayern schließt sich einer Strafanzeige gegen die Bundesbank an. ..“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.