das PEN-Zentrum hat getan, was getan werden muß

von Metaebene

Nach israelkritischem Gedicht“

Günter Grass bleibt Ehrenpräsident des deutschen PEN“

http://www.tagesschau.de/inland/grass148.html

Hans Böhm, Prophet der Gerechtigkeit, 1476 in Würzburg als Ketzer verbrannt

 

Wie sich mittlerweile weltweit herumgesprochen hat, wurde der deutsche Schriftsteller Günter Grass wegen seines Gedichtes „Was gesagt werden muß“ heftig gescholten.

Korrektur, – nicht wegen seines Gedichtes, sondern wegen der darin explizit geäusserten Sorge, daß eine Clique innerhalb der israelischen Regierung unter stillschweigender Duldung der jüdischen Bevölkerung Israels, durch drohendes Verhalten und irrationale undiplomatische Winkelzüge, in Kombination mit angehäuften tödlichen Waffenarsenalen, eine Situation auslösen könnte, die Millionen von Menschen umbringt. Zudem gab Herr Grass zu bedenken, ob es in diesem Zusammenhang ein kluger Schachzug wäre, die Arsenale Israels aufzufüllen, solange dieselbe Clique die Verfügungsgewalt darüber in Händen hält.

Korrektur, – stimmt ja gar nicht, dafür wurde er ja gar nicht gescholten, sondern, zur Auswahl, weil er kein richtiger Schriftsteller wäre, weil er sowieso keinen Überblick hätte, weil er da einiges verwechseln würde, weil er kein Recht hätte, so ein Gedicht zu schreiben, weil es ein schlechtes Gedicht wäre, weil es überhaupt kein Gedicht wäre, weil er mit seiner Vergangenheit usw., usw., usw.,… .

Die Gazetten waren tagelang mit Rundumschlägen beschäftigt, die Schreiberlinge, die Grass nicht das Wasser reichen können, wetteiferten miteinander Herrn Grass zuzuschütten, waterboarding unter Kollegen, – die Aussagen und Schlussfolgerungen seines Gedichtes sollten aus dem öffentlichen Bewusstsein radiert werden, das war die unmögliche Vorgabe der Zentrale.

Eine Diskussion über die Problematik, die uns alle, inklusive der Schreiberlinge, den Kopf kosten kann, wird versucht, gewaltsam zu unterdrücken. Stattdessen Beschmutzung des Boten, der das Problem offen ausspricht. Folge: Waterboarding, Einreiseverbot in Israel, Diskussionen mit festgelegtem Ausgang, „einhellige Empörung“ und langsam verwandelt sich das Ganze auch noch in einen alttestamentarischen Rachefeldzug gegen den Menschen Günter Grass.

Herr Grass stiess in seiner Wahrhaftigkeit bis zu des Pudels Kern vor, ohne sich dessen, zu Anfang jedenfalls, bewusst gewesen zu sein. Erst an den Reaktionen, an dem Schmutz, an ihm zugefügten Verletzungen, die er als unverdient empfinden muss, da sie unverdient sind, erst da wurde er gewahr, in welcher Gesellschaft er sich seit Jahren bewegt und in welches Schlangennest er sticht.

Mit einem einfachen Gedicht.

Wochen später findet immer noch keine Verarbeitung des Inhaltes statt, aber die Racheattacken werden noch tiefer unter die Gürtellinie geritten. Herr Günter Grass soll als Ehrenpräsident des deutschen PEN abgesägt werden. Ein von zwei Holzknechten eingebrachter Antrag wird von der Versammlung des PEN „mit großer Mehrheit abgelehnt“, wie der Staatsrundfunk ARD meldet. Die Rufmord-Kampagne wird von der ARD mit der Beifügung „angeblich“ versehen.

„Die rund 140 anwesenden Mitglieder sprachen sich außerdem auch dagegen aus, eine offizielle Erklärung zu einer angeblichen Rufmord-Kampagne gegen Grass zu veröffentlichen.“

Die Schmähungen durch öffentlich bestallte, von uns nicht bestellte Claqueure, sind querbeet so offensichtlich, daß das vorgestellte „angeblich“ in der ARD-Formulierung als zusätzlicher Bestandteil der Rufmordkampagne verstanden werden muß.

Dies verkündet nicht angeblich sondern tatsächlich derselbe Einheitssender ARD, der seit Monaten jede Syrien betreffende Nachricht aus der Lügenbude in London ungeprüft aufsaugt und ungeprüft, ohne angeblich, über die deutschen Lande speit. Ein Sender, in dem des Sehens, Lesens und Hörens Unkundige Schaltstellen besetzen, um „angeblichs“ auf Befehl zu setzen, oder verschwinden zu lassen.

„Eine Zensur findet nicht statt.“ Der Satz verursacht Bauchschmerzen, wenn man ihn als ernstgemeinte Aussage der ARD Satzungen verstehen sollte. Es handelt sich um reine Tünche, unter der täglich, stündlich, minütlich Zensur stattfindet.

Zensierte Kommentare:

12.05.2012 – 22:51 | Günter Grass bleibt Ehrenpräsident des deutschen PEN

Eine Meinung…

Die Gedichtzeile in der Präsident Achmadinejad als Maulheld bezeichnet wird, ist in der Tat kritikwürdig. Eine einzige Zeile rechtfertigt allerdings keineswegs, einen Antrag auf Ausschluss zu stellen.

12.05.2012 – 22:44 | Günter Grass bleibt Ehrenpräsident des deutschen PEN
@peter04

Leider bleiben Sie die Beweise für ihre Behauptungen (ebenfalls) schuldig.

(Der Kommentar bezieht sich auf die Äusserungen des Kommentators peter04 von 19:41 Uhr. Bitte nachlesen unter http://meta.tagesschau.de/id/60982/guenter-grass-bleibt-ehrenpraesident-des-deutschen-pen#comment-689070 )

12.05.2012 – 22:42 | Günter Grass bleibt Ehrenpräsident des deutschen PEN

Deutschland ist in besonderen Umständen und

als Folge kommt es wieder soweit, daß versucht wird, Mitmenschen an den Pranger zu zerren. Seltsam… An der Zensur sollt ihr sie erkennen. Wer hat den Antrag gestellt? Und wie wurde er begründet? Bitte berichten. Danke.

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Übrigens haben die beiden anonymen Holzknechte, man erführe allzu gerne ihre Namen und Begründungen, an der Versammlung des PEN nicht teilgenommen. Herr Günter Grasss war durch Krankheit verhindert.

Die Frage ist berechtigt: Was ist als Nächstes geplant, in diesem Theater? Anzeigen wegen Volksverhetzung? Bücherverbrennungen? Ein Unfall?

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