40 Jahre vergeblicher Protest gegen US-Stützpunkt auf Okinawa

erschienen bei german.irib

Danke an Steffen

Auch vierzig Jahre nachdem die USA das Okinawa-Archipel im westlichen Pazifik an Japan zurückgegeben haben, unterhalten die Amerikaner auf diesem Territorium gegen den Protest der Bewohner eine Garnision mit quasi-kolonialen Rechten.
Offiziell feiern die USA und Japan am 15. Mai die Rückgabe Okinawas an Japan und beschwören die Stabilität ihres Bündnisses, doch tatsächlich werden die Forderungen der Bewohner Okinawas nach Abzug der Amerikaner immer heftiger. Für sie bedeutet die US-Garnison eine Fortsetzung der Besatzung.
Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb die Präfektur im äußersten Westen Japans für 27 Jahre unter amerikanischer Verwaltung. Mit der formalen Rückgabe an Japan im Jahr 1952 ließen die USA sich das Recht zusichern, dort  auf Dauer einen Stützpunkt zu unterhalten. Im Zuge von dessen Ausbau wurde die lokale Bevölkerung gegen ihren erbitterten Widerstand von ihrem Land vertrieben.
Während des Koreakriegs (1950-1953) und danach während des Vietnamkriegs (1955-1975) war Okinawa dann der wichtigste amerikanische Stützpunkt in Ostasien.
Mit der Rückgabe an Japan änderte sich für die Bevölkerung nichts. 38.000 Landbesitzer fordern seit Jahrzehnten vergeblich die Rückgabe von Grundstücken, die sie gezwungenermaßen an die Amerikaner verpachtet haben. Weiter richtet sich ihre Empörung dagegen, dass große Landstriche durch Treibstoff, Schwermetalle, toxische Chemikalien und Urangeschosse verseucht worden sind, wofür niemand die Verantwortung übernehmen will. Dadurch ist die Bevölkerung einem erhöhten Krebsrisiko ausgesetzt. Der Fluglärm bei Tag und Nacht bedeutet ein weiteres Gesundheitsrisiko.
Weitere Konflikte entstehen immer wieder aus der für das Militärpersonal entstandenen Sexindustrie, die von der lokalen Bevölkerung als schwere Belästigung und Beeinträchtigung empfunden wird. Auch haben die Bürger bisher vergeblich dagegen protestiert, dass amerikanische Soldaten und Militärs straflos bleiben, wenn sie Gesetze übertreten und Verbrechen begehen. Selbst von Amerikanern verursachte Verkehrsunfälle mit Todesopfern bleiben straffrei weil den Amerikanern vertraglich die Gerichtsbarkeit über ihre Staatsbürger übertragen wurde. Und diese beschränken sich meistens darauf, die Täter nach Hause zu schicken.
Wie Die Zeit in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, sollen von den 35.000 US-Soldaten demnächst 9.000 Marines auf andere US-Außenposten in der Region verlegt werden. Dafür verlangen die USA von Japan eine Kostenbeteiligung in Höhe von 3,1 Milliarden US-Dollar.
Außer den Militärs sind in Okinawa auch 5.500 Zivilisten mit ihren Angehörigen stationiert. Deren Unterhalt kostet den japanischen Steuerzahler jährlich 217 Milliarden Yen (ca. 20 Milliarden Euro).
Aus Sicht der USA handelt es sich bei ihrer Garnison in Okinawa um einen Vorposten der freien Welt, von dem aus Demokratie und Menschenrechte verteidigt werden. Die Bürger Okinawas sehen sich dagegen als Opfer einer quasi-kolonialen Besatzungspolitik, gegen die sie sich seit Jahrzehnten vergeblich zur Wehr setzen und dabei nicht einmal von ihrer eigenen Regierung mehr als halbherzig unterstützt werden. Die „freie Welt“, die sich in Sonntagsreden gern lautstark zu Freiheit und Menschenrechten bekennt, interessiert sich für ihre Rechte ebensowenig wie für die Frage nach der Rechtmäßigkeit von weltweit ca. 1.000 US-Militärstützpunkten auf fremden Territorien, von denen das Straflager auf Guantanamo zu weltweiter „Berühmtheit“ gelangt ist.
Quelle: german.irib

2 Gedanken zu „40 Jahre vergeblicher Protest gegen US-Stützpunkt auf Okinawa

  1. Ich kann den laufenden Fluglärm durch die Besatzungstruppen im Süden Okinawas nur bestätigen. Auch die nicht tolerierbare Straffreiheit der Besatzungstruppen war mir bekannt.
    Diese ganze Verseuchung sollte eigentlich jedem normal denkenden Menschen als mit dem US-Militär zwangsläufig verbunden erscheinen, wenn gleich ich das noch nicht gelesen hatte.

    Denken wir doch gleich einmal weiter: Wie ist das denn in Deutschland?!!
    Es steht betreffs Japan: „Außer den Militärs sind in Okinawa auch 5.500 Zivilisten mit ihren Angehörigen stationiert. Deren Unterhalt kostet den japanischen Steuerzahler jährlich 217 Milliarden Yen (ca. 20 Milliarden Euro).“
    -> Was kostet es denn uns insgesamt, diese unnötigen und gehassten Besatzungstruppen?! Was wurde und wird in Deutschland alles verseucht und von den Marionetten als Politiker plus anderen Organen ebenso vertuscht?!

    Hier noch Bilder zum Massenmord in Hiroshima und Nagasaki:
    “ Historische Fotos: Hiroshima und Nagasaki – nach den Atombomben“
    http://german.china.org.cn/culture/txt/2012-05/15/content_25386520.htm

    1. Lieber Steffen,
      ich denke, dass der 1000er-Preis der US-Soldaten bei uns ähnlich wie in Japan liegen dürfte… abgerechnet wird das wohl über den Verteidigungshaushalt zu Lasten der Bundeswehr?
      5500 US-Soldaten sind ja allein schon in Bayern stationiert… wer soll das bezahlen und wofür nützt´s ?(rhetorisch)
      herzlich
      jo

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