Kinotipp aus Paraguay: Gensaaten – der Widerstand wächst

gesehen bei Blickpunkt Lateinamerika

Der Dokumentarfilm RAISING RESISTANCE zeigt am Beispiel Paraguays wie großflächiger Sojaanbau zunehmend die Existenz einheimischer Landbewohner und Bauern bedroht. Der Film schildert den wachsenden Widerstand der Campesinos gegen die Dominanz landwirtschaftlicher Großkonzerne und den aggressiven Einsatz von Gentechnologie. Er porträtiert einige Kleinbauern vor Ort und beobachtet über Monate den sich langsam zuspitzenden sozialen und politischen Konflikt.

Agrarunternehmen setzen seit Jahren zunehmend auf Grüne Gentechnik, die Anwendung von Gentechnik in der Pflanzenzüchtung, unter anderem um den weltweit steigenden Bedarf an Futtermitteln in der Massentierhaltung zu decken. Die Auswirkungen für die Kleinbauern Paraguays sind dramatisch, ihnen fehlt fruchtbares Land um Grundnahrungsmittel anzubauen, auf die sie dringend zum Überleben angewiesen sind. Die genetisch veränderten Sojapflanzen und der massive Einsatz von Herbiziden stören empfindlich das ökologische Gleichgewicht, die Vielfalt von Pflanzen und Kulturen wird zerstört.

Der Film zeigt die verschiedenen Perspektiven des Soja-Konfliktes auf, lässt die Zuschauer die Auseinandersetzungen vor Ort und den Kampf der Kleinbauern um ihre Existenz hautnah miterleben. Neben den Campesinos kommen weitere Betroffene und Beteiligte zu Wort, darunter brasilianische Soja-Großbauern, die zum Teil schon seit Jahrzehnten in Paraguay leben, Gentechniker, Investoren/Spekulanten und der Präsident Paraguays, Fernando Lugo.

Das politische und wirtschaftliche Netz der Agrarwirtschaft mit seinen gegenseitigen Abhängigkeiten, dem Druck zu steigenden Ernteerträgen und höheren Gewinnen wird deutlich. Eine Wirtschaft, die auf Kosten der Campesinos geht und zunehmend deren Schicksal bestimmt.

Weitere Infos und Termine der Vorstellungen bis Ende April finden Sie auf der Seite des Films „Raising Resistance“.


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