Oberst Quadhafi gab Präsident Sarkozy 50 Millionen für seinen 2007er-Wahlkampf

von John Schacher

Nicolas Sarkozy erhielt bis zu 50 Millionen Euro von Oberst Quadhafi, um seinen Wahlkampf zum Präsidenten von Frankreich zu finanzieren, wurde heute sensationell behauptet.

Außergewöhnliche, in Paris veröffentlichte Beweise sollen belegen, dass die beiden ehemaligen engen Verbündeten eine illegale finanzielle Vereinbarung getroffen hatten, die Herrn Sarkozy im Jahr 2007 an die Macht katapultiert hatte.

Diese Offenbarung liefert tolle Munition für die politischen Gegner des französischen Premier, dessen Flugzeuge die ersten waren, die Quadhafis Hochburgen seit März letzten Jahres bombardierten – und lässt auch die Herzen seiner anderen „Freunde“ im Ausland einen Augenblick vor Angst schauern.

In der Nähe: außergewöhnliche Beweise veröffentlicht in Paris wird gesagt, um zu beweisen, dass die beiden ehemaligen engen Verbündeten eine illegale finanzielle Vereinbarung, die Herr Sarkozy an die Macht katapultiert hatte im Jahr 2007
Foto: Freimaurer-Erkennungszeichen: Händedruck mit Daumen auf Knöchel des Mittelfingers (lt. Ludendorff)

Sarkozy, zusammen mit britischen Premierminister David Cameron, war bereit, es militärisch auch alleine in Libyen zu versuchen – trotz der Nato-Vorbehalte – und schlug schliesslich enormes politisches Kapital aus einem Besuch in dem Land, als Quadhafi im September vertrieben worden war.

Nun wurden diese Regierungs-Briefing-Vermerke von Mediapart, einer enorm angesehenen investigativen Website veröffentlicht. Es stellen sich große Fragen um Sarkozys Motive – und seinen grundlegenden Anstand.

Es gibt Verweise auf zahlreiche Besuche von Sarkozy und seinen Kollegen in Libyen, welche auf die Sicherung ihrer Finanzierung ausgerichtet waren.

Ein Besuch, der in der Notiz als am 6. Oktober 2005 stattgefunden bezeichnet wird, führte zur Bemerkung: „Wahlkampffinanzierung von NS (Nicolas Sarkozy) vollständig gelöst“.

Zu dieser Zeit war Nicolas Sarkozy ein ehrgeiziger Innenminister, der Geld für seinen Präsidentschaftswahlkampf sammelte, doch Bargeld von einem berüchtigten Tyrannen zu nehmen, hätte die politischen Finanzierungs-Gesetze gebrochen.

Mediapart behauptet, dass der Notiz nach 50 Mio. € über Bankkonten in Panama und der Schweiz gewaschen wurden.

Das Schweizer Konto wurde im Namen der Schwester von Jean-Francois Cope, dem Führer von Sarkozys Regierungspartei UMP und des Präsidenten rechte Hand, eröffnet.

Das Geld wurde dann durch einen Waffenhändler namens Ziad Takieddine, der als Mittelsmann zwischen arabischen Despoten und französischen Politikern verwendet wurde, verteilt.

Diese Enthüllungen bestätigen die Vorwürfe von Quadhafis Sohn und ehemaligen Nachfolger, Saif Al-Islam Quadhafi, der im vergangenen Jahr eindeutig sagte, dass Libyen Sarkozys Wahl finanziert hatte.

Betrayal: Aber letztlich Nicolas Sarkozy (links) machte auf Oberst Gaddafi (rechts) als Französisch-Jets waren die ersten, Libyen angreifen

Saif-al Islam, der jetzt in Libyen nach dem Sturz des Regimes seines Vaters gefangengehalten wird, sagte damals:

„Sarkozy muss zuerst das Geld zurückgeben, das er aus Libyen bekam, um seinen Wahlkampf zu finanzieren. Wir finanzierten es. Wir haben alle Details und sind bereit, alles zu enthüllen. Das erste, was wir wollen dass diese Clowns tun ist, uns das Geld zurück zu geben – es ist das Eigentum des libyschen Volkes. Er erhielt die Unterstützung, damit er ihnen helfen konnte, aber er hat uns enttäuscht. Gebt uns unser Geld zurück. „

Viele Augenbrauen wurden zum ersten Mal hochgezogen, als Oberst Gaddafi Ende 2007 in Paris mit einem Staatsbesuch geehrt wurde. Er wurde als „Brother Leader“ vorgestellt und man ließ ihn sogar sein Markenzeichen – das Zelt – neben dem Elysee-Palast aufschlagen.

Die nun belastenden Beweise sind schliesslich durch eine gründliche Untersuchung der Aktivitäten von Ziad Takieddine zutage getreten. Es war Herr Takieddine´s Arzt, Didier Grosskopf, der dem Untersuchungsrichter in Paris gesagt hat, dass er auf vielen der Fahrten nach Libyen teilnahm und dabei Zeuge der Verhandlungen über die Parteienfinanzierung wurde.

Vernommen wurde auch Brice Hortefeux, einer der engsten von Sarkozys Regierungs-Verbündeten, welcher gegenüber Medipart zwar bestätigte, dass die Treffen stattgefunden haben, aber nicht weiter kommentierte, jedoch jegliches eigene Fehlverhalten ausschliesst.

Die angeblich belastenden Schriftstücke, die jetzt  in den Händen der französischen Polizei sowie Untersuchungsrichter Renaud Van Ruymbeke sind, waren Mediapart zusammen mit anderen Dokumenten zugespielt worden. Sie umfassen mindestens drei Briefe von Herrn Sarkozy und seinen Kollegen an den libyschen Staatschef alleine aus dem Jahr 2005, sowie Details der „one-on-one Verhandlungen“ zwischen Sarkozy und Quadhafi.

Ein weitere Zeugin, die Hinweise in dem wachsenden Skandal gegeben hat, ist die Britin Nicola Johnson, die in eine erbitterte Scheidung von Herrn Takieddine, ihren Mann über 30 Jahre, verwickelt war. Sie behauptet, dass Herr Horfefeux sie in ihrer luxuriösen Pariser Wohnung im Jahr 2005 besuchte, um einen großen Barbetrag von Herrn Takieddine abzuholen. Als Frankreichs Staatschef kann Nicolas Sarkozy strafrechtlich während seiner Amtszeit nicht verfolgt werden. Er wird jedoch wahrscheinlich die Präsidentenwahlen im Mai gegen seine sozialistische Konkurrentin, Francois Hollande, verlieren. Dies würde den Weg ebnen für eine umfassende Untersuchung der Partei-Förderaktivitäten von Sarkozy.

Herr Sarkozy wandte sich bekanntermaßen sofort zu Beginn des arabischen Frühlings gegen seinen „Freund“, Oberst Quadhafi.  Französische Jets waren die ersten, die Quadhafis Panzer in einem brutalen Feldzug angriffen, der mit der brutalen Ermordung des libyschen Revolutionsführers endete. Der Elysee-Palast wollte die heutigen Enthüllungen bisher nicht kommentieren.

Quelle: dailymail

 

3 Gedanken zu „Oberst Quadhafi gab Präsident Sarkozy 50 Millionen für seinen 2007er-Wahlkampf

  1. Leider hatte Gaddafi keine gute Hand bei der Wahl seiner Verbündeten. Diese Wahlkampffinanzierung war eine extrem schlechte Investition. Es ist nur zu hoffen, dass diese Enthüllungen Sarko in seinem jetzigen Wahlkampf (und danach) mit aller Wucht auf die Füße fallen.

    Warum nur glaube ich, dass es diese Infos nicht in die Presse schaffen?

    Sarko ist ein tiefer Abgrund an mörderischer Charakterlosigkeit, Illoyalität und Falschheit. Als unser Verbündeter ist er mit großer Sicherheit nur hinter unserem Geld her, und würde uns jederzeit genauso verraten wie Libyen, wenn es ihm in den Kram passt.

    1. @ Wolke
      Pflichte Dir bei! Die Meldung hat es jedoch schon in die Presse geschafft – wenn auch die englische (dailymail)…
      Mich würde es nicht wundern, wenn er trotzdem nochmals „gewählt“ würde – er weiss zu viel!
      Neben dem Wahlkampf-Betrug (nichts anderes ist es) hat Sarkozy vor allem als frühe Amtshandlung die militärische Eigenständigkeit Frankreichs an die USA verhurt – das sollten unsere westlichen Nachbarn erst mal kapieren…

  2. ja, es stimmt wahrscheinlich, dass sich Sarkozy als derart williger Knecht der Eliten-Interessen bewährt hat, dass er sich um seine jetzige Wahlkampf-Finanzierung wirklich keine Sorgen mehr machen muss, und die Finanzierung scheint gerade auch in F eine Menge auszumachen.

    Hoffentlich kommt ihm Le Pen in die Quere und gräbt ihm die rechten Wähler ab. Rechts/links ist zwar egal, und es macht sowieso keinen Unterschied wer gewinnt, aber ihm persönlich wünsche ich eine gesalzene Niederlage, gerade, weil sein Ego so an der Wiederwahl zu hängen scheint.

    Sarkozy, der pathetische Freund unzufriedener arabischer junger Leute – nur aus seinen eigenen Vorstädten wollte er sie mit dem Kärcher vertreiben. Schon diese Diskrepanz hätte denen die Augen öffnen können, die seine Unterstützung des arabischen Frühlings anfangs naiverweise begrüßt haben.

    Die Medienabdeckung ist zumindest schonmal ganz ordentlich (wenn man mit Google die Stichworte sucht), vielleicht will ja jemand Sarkozy absägen, wer weiß.

    Danke für diese Seite, für die Libyen-Infos und den Rest. Bald ist Jahrestag der schändlichen Resolution.

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