Mali: Staatsstreich hat alle Merkmale einer US-Intervention

erschienen bei einartysken

Die Folgen des libyschen Krieges und das extensive Training für den Coup-Chef trugen zum Sturz der gewählten Regierung Malis bei.

Glaser

26. März 2012

Der Militär-Coup der vergangenen Woche in Mali ist ein Monument für den Interventionismus der USA, und die Militärjunta, die jetzt um die Kontrolle des westafrikanischen Landes ringt, droht die Demokratie und Menschenrechte für die 15 Millionen Einwohner zu beseitigen.

Rebellentruppen ergriffen die Macht und stürzten die Regierung von Präsident Amadou Toumani Touré, von dem sie behaupteten, dass er die Armee ungenügend im Kampf gegen die Touaregs unterstützt habe, die im Norden einen Aufstand begannen. Touré kam selbst 1991 durch einen Coup an die Macht, aber er überraschte viele, als er die Macht an eine zivile Regierung übergab. Er wurde 2002 zum Präsidenten gewählt.

Die meuternden Truppen haben eine nationale Ausgangssperre verhängt und verkündeten die zeitweilige Aufhebung der Verfassung, verhafteten ihre politischen Gegner und besetzten das staatliche Fernsehen. Dies allein steht schon in starkem Widerspruch zu dem weithin anerkannten demokratischen Verhalten der gestürzten Regierung.

Zwar scheint Mali geopolitisch uninteressant im Vergleich zu vielen Ländern in Washingtons Geltungsbereich, doch hat die US-Außenpolitik die Vorarbeit für diesen Staatscoup geleistet. Die Nachwirkungen des US-geführten NATO- Krieges in Libyen, der Muammar Gaddafi stürzte, haben stark zur Entstehung des Coups beigetragen, und der Coup-Anführer, Hauptmann Amadou Sanogo, erhielt eine umfassende Ausbildung 2004-2010 in den USA.

Gaddafi hatte viele Touareg-Kämpfer angeheuert und bewaffnet [das ist nachweislich falsch. Die Touaregchefs vom Atlantik bis Libyen haben auf einem großen Treffen Gaddafi ihre Treue gelobt: siehe hier und auf YouTube hier. D. Ü.], um ihn gegen die NATO-gestützte Rebellion in Libyen zu verteidigen, und sie kehrten nach Ende des Krieges nach Mali stärker und entschlossener zurück. Der Ärger der malischen Armee, dass der Präsident Touré sie nicht gegen die Touareg ausreichend bewaffnete , erreichte einen Siedepunkt.

„Die libysche Krise hat diesen Coup nicht verursacht aber sicherlich die Malaise in der Armee aufgedeckt“ sagte der malische Kolumnist Adam Thiam zur BBC.

Ein im Februar veröffentlichter UN-Report beurteilte „die libysche Krise“ und behauptete, dass die Auswirkung des Rebellensieges mit Hilfe der NATO über Gaddafi „in der ganzen Welt widerhallte wobei die Nachbarländer wie Mali die volle Wucht der Herausforderungen zu spüren bekamen, die als Ergebnis der Krise auftauchten“.

„Die Regierungen dieser Länder, besonders jene der Sahelzone, mussten mit einem Strom von hunderttausenden traumatisierten und verarmten Heimkehrern fertig werden und dem Hereinströmen von verschiedensten Waffen und Munition unbestimmter Menge aus den libyschen Arsenalen“, sagte der Report.

Die malische Regierung unter Präsident Touré hat Millionen Dollar ökonomischer und militärischer Hilfe aus Washington erhalten, besonders nachdem er behauptete, dass die Touaregs mit al Qaida im Bunde stünden. Die US-Regierung „lieferte fast 138 Mill. $ Hilfe für Mali“, sagte der Sprecher für afrikanische Angelegenheiten des US-Außenministeriums Hilary Renner zu den McClatchy News. Die Hilfe sollte 2012 auf 170 $ steigen.

Sanogo, der Coupführer „hat an mehreren Förderprogrammen für militärische Erziehung und Training (IMET) in den USA teilgenommen sowie einer Basis-Offiziersausbildung“, sagte Renner. Solche Leute werden von den USA-Botschaften handverlesen.

Außer an diesen Programmen nahm Mali auch an der Trans Sahara Konterterrorismus Partnerschaft teil, durch die die US-militärische Vorherrschaft in der Region unter der Rubrik Konter-Terrorismus gestärkt wird.

Mali war kürzlich auch Gastland von US-Truppen zu Militärübungen namens Atlas Accord 12. „Wir haben regelmäßig kleine Teams gehabt, die in Mali ein- und ausreisten, um spezielle Übungen durchzuführen, die von der malischen Regierung und dem Militär verlangt wurden“, sagte Nicole Dalrymple, Sprecherin von Africa Command, zu McClatchy.

Washington hat versucht, den Coup in Mali als unerwünscht zu bezeichnen, und hat die Rückkehr zur zivilen Herrschaft gefordert und mit Streichung der Hilfe gedroht. Aber die angebliche Motivation der Rebellentruppen nach stärkeren Konterterrorismus-Maßnahmen zum Kampf gegen die Touareg-Aufständischen scheint gut zu Washingtons „nationalen Sicherheits“-Anforderungen für die Sahelregion zu passen.

Ob der Coup ein beabsichtigter US-Plan war, steht bis jetzt nicht sicher fest (auch wenn geheime Coups ein bewährtes Mittel in der Geschichte der US-Außenpolitik sind). Wie auch immer, Washingtons interventionistische Außenpolitik hatte zweifellos ihre Hand im Spiele bei den Ereignissen in Mali, und wie es scheint zum Schaden des malischen Volkes.

Quelle: einartysken, uruknet

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