Libyen: Lagebericht aus dem Süden

von John Schacher

Am Donnerstag wurde in Sabha die Region El Mahdia von NTC-NATO-Kampfjets bombadiert. Es kam zu zahlreichen Toten und Hunderten von Verletzten unter der Zivilbevölkerung. Der Widerstand meldet den Abschuss von zwei NATO-NTC-Flugzeugen und hält weiterhin die Kontrolle über den Flughafen.


LIBYSCHE ZIVILISTEN: OPFER DES NTC-NATO-BOMBARDEMENTS IN SABHA
UNTER DEM KOMPLIZENHAFTEN SCHWEIGEN DER UN
In Sabha dauern die Kämpfe zwischen den Toubou und den NTC-Mafiosos in der Region Hajara weiter an. Die Krankenhäuser sind voll toter Ratten. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden mehr als 238 kriminelle “Rebellen” getötet, unter ihnen 11 Brigadekommandanten, noch weitaus mehr wurden verwundet. Einige gefangengenommene arabische Söldner aus dem Ausland gaben zu, dass ihr Ziel die Ausrottung der schwarzen Bevölkerung in Libyen sei, speziell die der Stämme Toubou und Tuareg. Ein Konvoi von Toubou-Kämpfern hat die Stadt Katroune verlassen und bewegt sich Richtung Sabha. In Murzuq haben Toubou-Soldaten die Kontrolle übernommen und das Waffendepot des NTC samt aller Waffen und bewaffneter Jeeps an sich gebracht.

Die ganze Region um Sabha ist unter der Kontrolle von Stämmen des Grünen Widerstandes und des libyschen Befreiungsheeres. Im Zusammenhang mit der Krise kündigte der Vizepräsident des nationalen Übergangsrates, Abdel-Majid Seif al-Nasr. Inoffizielle Mitteilungen melden auch den Rücktritt des Verteidigungsministers, Osama al-Dzhuvali.
Ein Konvoi von 150 schwerbewaffneten Geländewagen und Munition erreichte gestern die Toubou-Kämpfer zur Verstärkung. Der Grüne Widerstand bittet die Kämpfer der Toubou dringend, nicht in die angebotenen Verhandlungen mit dem NTC einzugehen, es handle sich um eine Falle. Die Rebellen haben unterdessen Verstärkung aus allen libyschen Städten angefordert, mit dem Ziel, alle Toubou zu töten. Die unmenschlichen “Rebellen” fahren mit der Bombardierung der Stadt Sabha fort und benutzen dazu Panzer und Flugzeuge, ohne zwischen Soldaten und Zivilisten zu unterscheiden. Besonders Kampfjets mähen beim Überfliegen von Sabha wahllos jedermann nieder.

Toubou-Kämpfer kontrollieren nun auch die Stadt Katroune und haben Kontrollposten an den Eingängen zur Stadt installiert.
Auch die Situation in der Stadt Hijara ist desaströs für die “Rebellen”. Die Zahl getöteter Rebellen schnellt immer weiter nach oben, das sie das permanente Ziel von Scharfschützen sind. Die Toubou-Kämpfer aus der antiken Stadt sind nun mit schweren Waffen ausgestattet.



Murzuq:Kampfjets bombardieren Wohngebiete und haben eine Vielzahl Toter verursacht, hauptsächlich Frauen und Kinder.

Benghazi: Massive Demonstrationen  wegen der immer noch fehlenden Soldzahlungen für den „Kampf für die Freiheit“.
ITALIEN: Raub von libyschen Volksvermögen mittels falscher Eigentümer-Deklaration als Quadhafi-Privatvermögen. Italien bemächtigt sich damit über etwa 1,5 Milliarden Dollar an libyschen Aktivas – pure Lüge, denn es gibt kein „Quadhafi-Privatvermögen“. (businessweek.com)

4 Gedanken zu „Libyen: Lagebericht aus dem Süden&8220;

  1. Wie zu erwarten war – dies wurde damals auch auf diesen Seiten diskutiert – führt die Destabilisierung Libyens auch zur Destabilisierung diverser Nachbarländer. Dankenswert war deshalb der hiesige Artikel „Mali: Staatsstreich hat alle Merkmale einer US-Intervention“ (weiter unten, vom 29.03.).

    Ergänzend zu dem Aspekt der Intervention der US-Diktatur in Libyen und Mali weist German-Foreign-Policy.Com darauf hin, daß auch Paris und Berlin ’schwer am Mitmischen‘ sind. Siehe: http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58301?PHPSESSID=bvr3lsq51aund4ppfvu5e4arv3
    (Siehe auch: http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58294?PHPSESSID=bvr3lsq51aund4ppfvu5e4arv3#top ).

    Letztlich richtet sich das Niederbomben der Libyer und der Staatsstreich in Mali nicht nur gegen Rußland (und ggf. China) – sondern gerade auch gegen die Interessen und politischen wie wirtschaftlichen Beziehungen der BRD zu diesen Ländern. Akteure dieser gewalttätigen Überfälle und Staatsstreiche sind die US-Diktatur und Frankreich. Letztere konkurrierten früher – gerade in Afrika! NUN HABEN SIE SICH ZUSAMMENGETAN!

    Aus Sicht der US-Diktatur war ein Zusammengehen mit Frankreich logisch, weil man in Washington die BRD stetes in Verdacht hat, bei erster Gelegenheit mit Rußland kooperieren zu wollen. Washington ist aber von der Idee besessen, auf eine Rußland-feindlichen Politik nicht verzichten zu können. Denn HAUPTZIEL der US-Politik ist es, ein wirklich VEREINIGTES EUROPA – dessen Territorium von Wladiwostok (Pazifik) bis Thule (Grönland) reichen würde – zu verhindern. Und da die BRD in der rußlandfeindlichen Politik Washingtons als ‚Wackelkandidat‘ gilt, setzt die US-Diktatur auf Frankreich nicht auf Deutschland – bzw. gegen Deutschland. „Spaltung“ ist ja immer die einzige „Strategie“ auf die sich die US-Diktatur versteht.

    Zu Recht weist German-Foreign-Policy.Com auf die Bedeutung Algeriens hin.
    Hier wäre es aber an der Zeit endlich die deutsche Außenpolitik einmal auf richtige Füße zu stellen: Erstens müssen solche Typen wie dieser Schäuble – mit ihrem klein-schwäbischen Stammtisch-Horizont – rausgekartet werden. Zweitens muß dieser geschichtslose Nazi-Furz (mit reichlich ‚Schwemmland‘) sowohl aus dem Außenamt, wie auch aus dem Verteidigungsministerium entfernt werden. Da Deutschland sonst nichts zu bieten hat, ist an die preußische Tradition sowohl des Außenamtes wie auch der Verteidigung anzuschließen.

    Hier nur zum Außenamt: Bismarck war ein widerlicher Militarist (Friedrich war dies nie – trotz aller Verleumdungen). Bismarck hatte aber Großes hinsichtlich der Diplomatie geleistet.
    Erst brachte er die provinzielle Diplomatie des preußischen Reiches auf internationales Niveau. Und dann – nach 1870/71 – brachte der die Diplomatie des brandneuen deutschen Reiches auf Niveau. Bismarck hätte nie Kanzler (weder Preußens noch Deutschlands) werden dürfen – aber als Leiter des AUSSENAMTES wäre er Spitze gewesen.
    (Wenn man heutzutage Georg Schramm – http://www.fluegel.tv/beitrag/4052 – zum Bundespräsidenten vorschlagen darf, dann hätte ich 1870/71 Wilhelm Busch zum Reichskanzler ausgerufen!)

    Die zukünftige deutsche Politik hat nicht ihre Afrika-Politik kleinschwäbisch deutsch-großmannssüchtig auszurichten. Vielmehr hat sie zunächst die Polen und Tschechoslowaken (daß diese Idioten ihr Land geteilt haben, werde ich nie akzeptieren!) und dann die Niederländer und die Skandinavier ZU BETEILIGEN – und den Schulterschluß mit ihnen unbedingt(!) zu versuchen. Italien wäre auch noch mein Traumkandidat, – aber leider ist Italien völlig gelähmt – und wird dies wohl noch über Jahre bleiben.

  2. @Vishnu

    Im neuen DR,welches wir anstreben,wird es keine Kooperation mit den Völkermördern USrael,England & Frankreich mehr geben,die glauben,die Welt,und insbesondere Afrika nach ihrem Gusto neokolonial aufteilen
    zu können.

    Im Gegenteil: die neue Achse Berlin-Moskau-Peking,sowie die alte Achse Rom-Berlin unter Einbeziehung der skandinavischen Länder kann und wird diesem Streben Einhalt gebieten!

    Zum Thema:
    Die Stämme des Südens,die weit über die lybischen Landesgrenzen hinaus ihren Einfluß- und Lebensbereich haben,werden hoffentlich ihren Widerstand gegen den NTC und die verbliebenen Rebellen-Gruppen verstärken und ausbauen können.

    Wichtig bleibt die Position der Warfalla und auch der Zintan-Brigaden,die ein Unsicherheitsfaktor sowohl für die bestehende Übergangsregierung als auch den grünen Widerstand bleiben.

    Die Frage bleibt ja: WO ist Saif? Oder habe ich da etwas verpaßt? Kürzlich hieß es hier,daß er vielleicht doch bereits ermordet wurde?

    Der fehlende Integrationsfaktor für alle Stämme Libyens nach der Ermordung Gaddafis wird auch weiterhin die gewollte Ursache für die Spaltung Libyens sein,damit die neokolonialen Truppen nach Belieben eingreifen können!

    Wer in Libyen hat jetzt nach all dem Chaos noch die Kraft und den Mut,die Stämme wieder zu versöhnen und endlich gegen die Invasoren und derern Hilfstruppen vorzugehen?

    Aus Liebe zu Deutschland

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