Wie prognostiziert – Schäuble will 1.5 Billionen Euro für “Riesen-Rettungsschirm”

von Daniel Neun bei RADIO-UTOPIE

Wie von mir am 12. August 2011 beschrieben, fordert Finanzminister Wolfgang Schäuble von Deutschland, seinem Parlament und seinem Verfassungsgericht die Zustimmung zu einem 1.5 Billionen Euro Steuergelder bzw Steuergeld-Garantien umfassenden “Riesen-Rettungsschirm”. (Szenario: Karlsruhe nickt EFSF ab, Bundestag nickt EFSF ab, Schäuble verlangt Erhöhung auf 1.5 Billionen Euro)

Dieser “Riesen-Rettungsschirm” soll aus der luxemburgischen Aktiengesellschaft EFSF (“Euro-Rettungsschirm”) und der noch nicht geschaffenen völkerrechtlichen Finanzinstitution ESM (“Europäischer Stabilitätsmechanismus”) geschaffen werden.

Wer jetzt einwendet, daß in meinem Szenario vom August die Verschmelzung von EFSF und ESM auf die entsprechende Summe nicht umschrieben war: in diesem Artikel vom 23. Juni 2011 wies ich daraufhin, daß die vermeintliche Überführung des EFSF in den ESM auf einer “derzeitigen, unverbindlichen Aussage der beteiligten Akteure” beruhte. Auch berichtete ich, wer die Forderung nach 1.5 Billionen Euro Steuergeldern ursprünglich öffentlich gemacht hatte: der Notenbank-Präsident der Niederlande, Nout Wellink, im niederländischen “Het Financieele Dagblad” am 16. Juni 2011. (17 Finanzminister, die von uns 300 Milliarden Euro wollen)

Für diesen weiteren geplanten Raubzug wurde der Begriff “Rettungsschirm” inzwischen durch den Begriff “Brandmauer” / “Firewall” ersetzt.

Wie wirr das ist, für die “Rettung” einer Währung die Staatsbürger in dieser Währung immer mehr Tribute an Banken und Kapitalgesellschaften zahlen zu lassen – denn das ist der einzige Zweck dieser Fonds, Zinsen und Zinsforderungen für die Banken und Kapitalgesellschaften zu zahlen – haben bisher die wenigsten begriffen. Ob es nun “Rettungsfonds”, “Rettungsschirm”, “Stabilitätsfonds” oder “Euro-Rettung” oder was auch immer genannt wird, an dieser einzigen objektiven Funktion der Steuergeld-Fonds ändert sich nichts. Alles folgt Punkt für Punkt dem Plan, den der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank und Vorsitzende des weltweiten Finanzkartells “Institute of International Finance” IIF, Josef Ackermann, am 16.November 2009 auf der Euro Finance Week im Frankfurter Bankenviertel selbst formuliert hat. (9. Mai 2010, DIE GRIECHENLAND-KRISE (VI): Der Plan der Banken von einer europäischen Soffin)

Die Forderung nach 1.5 Billionen Euro Steuergelder aufgestellt hat Schäuble zusammen mit dem Finanzminister der Vereinigen Staaten von Europa…dem Finanzminister der Vereinigten Staaten von Amerika, Timothy Geithner, dem Finanzminister von Frankreich, Francois Baroin, dessen Vorgängerin Christine Lagarde (irgendwie plötzlich theoretisch-praktisch leitende Direktorin des Washingtoner “Internationalen Währungsfonds” IWF geworden) und dem Direktor des Frankfurter Währungsdiktators EZB, Mario Draghi. Bekannt gemacht wurde die Forderung gestern passenderweise über das entsprechende Organ in der Informationsindustrie, die “Financial Times Deutschland”.

Wer es immer noch nicht verstanden hat: auch der IWF ernährt sich von Steuergeldern. Und Steuergelder selbst sind bereits eine Umdeutung, eine unter vielen stillschweigenden Abflüssen vollzogene Umrechnung der seit Menschengedenken einzigen Ressource: der Arbeit des Menschen.

Ebenfalls gestern verkündeten nun u.a. Goldman Sachs und die Citigroup über das “Handelsblatt” und ähnliche “Zeitungen”, daß ihnen die EZB (nach einer halben Billion im Dezember) Ende Februar eine weitere Billion Euro drucken lassen werde, zu praktisch Null Zinsen, also als Geschenke. Diese können die Banken verwenden wie sie wollen. Die ebenfalls völlig wirre Behauptung, die Banken könnten dies zum Ankauf von Staatsanleihen verwenden (in der Tat wäre dies eine komfortable Geldvermehrung, aber die brauchen die Banken gar nicht), wird selbst in der Finanzpresse nicht mehr geglaubt: stattdessen wird davon ausgegangen, daß die “Angstkasse” der EZB auf eine Billion anschwillt, in der die Banken das von der EZB für die Banken gedruckte Geld einfach wieder anlegen.

Goldman Sachs und Citigroup gehören zu den 29 internationalen Kapitalgesellschaften, die am 4. November 2011 vom Regierungsbund G-20 als “systemrelevant” für das durch die Banken selbst geschaffene weltweite Interbankensystem ernannt wurden. Die G-20-Regierungen, selbstverständlich auch die von Kanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Schäuble, begrüßten in ihrer Abschlusserklärung “die Entschlossenheit des Euro-Gebietes, seine vollen Ressourcen und gesamte institutionelle Kapazität” für “die Wiederherstellung von Vertrauen und finanzieller Stabilität” einzubringen, um so “das angemessene Funktionieren von Geld- und Finanzmärkten sicherzustellen.” (4. November 2011, “Volle Resourcen” des Euro-Gebietes: G20 ernennen 29 Systembanken des Weltkapitalismus)

All das wird nur möglich, weil in Deutschland die wenigsten lesen können, weil es die wenigsten wollen. Und wenn sie es tun, verstehen sie es nicht, was sie lesen. Wenn sie es verstehen würden, würden sie auf der Stelle aufhören für dieses System ihre Arbeit herzugeben. Wahrscheinlich gebe es den zweiten Generalstreik in der deutschen Geschichte. Der erste und bisher einzige schlug 1920 übrigens den Kapp-Putsch zurück. Danach fand der “Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund” ADGB irgendwie keinen weiteren Anlass mehr für einen Generalstreik. Stattdessen feierte dessen Vorsitzender am 1. Mai 1933 mit den neuen Machthabern. Nachfolger des ADGB wurde im Westdeutschland nach 1945 der DGB und hielt sich an dessen Tradition. Vorsitzender des DGB ist Michael Sommer, ebenfalls Vorsitzender vom “Internationalen Gewerkschaftsbund” IGB. Neben dem Vorsitzenden des Finanzkartells IIF, Josef Ackermann, ist IGB-Vorsitzender Sommer Teil einer vermeintlich “pro-europäischen” Querfront und entscheidender Akteur im europaweit und international in Zeitlupe ablaufenden Putsch der Antidemokraten und Kapitalisten.

Nur zum Verständnis: in den etablierten Parteien, wie z.B. der in Windeseile assimilierten “Piratenpartei”, oder “Die Linke”, “Christlich-Demokratischer Union Deutschlands”, SPD, usw, sitzen keine “Politiker”. Politiker, das sind Leute wie ich.

In den Regierungen, “Parteien”, Parlamenten von Berlin, Washington, Paris, oder wo auch immer, sitzen Angehörige des ältesten Gewerbes der Welt, deren Filiale immer noch mit “Politik” verwechselt wird.

Quelle: RADIO-UTOPIE

2 Gedanken zu „Wie prognostiziert – Schäuble will 1.5 Billionen Euro für “Riesen-Rettungsschirm”

  1. Das ist doch noch ein besserer Artikel betreffs der Probleme insgesamt, egal ob der Daniel Neun als einer von vielen diese Probleme jetzt seit geraumer Zeit predigt, die „blöde Masse“ aber zu faul oder unfähig ist was zu verstehen, ähnlich einer Herde, die zur Schlachtbank geführt wird, aber erst unruhig wird, wenn man sich bereits auf dem Hof des Schlachthofes befindet. Ja Zimbabwe ist sicherlich ebenfalls etwas provokativ gewählt. Aber Iran geht ja wohl schlecht, wenn man nicht weiß, wann die Kriegsverbrecher das als nächstes nach Syrien in die Steinzeit zurück bomben wollen und atomar verseuchen da dazu bisher kaum einer von der Herde aufwacht bevor es zu spät ist, bisher, aber nicht mehr lange, die Massendemonstrationen werden zunehmen.:

    „EUSA vs Zimbabwe, Bailout vs But Out,and Other Fun Economy.“

    Schluss des Artikels:
    „… Comparing Zimbabwe´s sound BUT OUT MODEL, I would suggest that investing in Zimbabwe is a far more sound idea than investing at a drug and drug money dependent Wall Street, where the gamble is about whether one is lucky to invest in one of the crime cartels that are too big to fail – and even if one is lucky enough to win that gamble, one is assured that ones stock will be loosing 85 % of it´s real value during 2012 ?

    Bailout ? Or But OUT !!! It´s Your Funeral so You decide for Yourselves. I know where I would be investing my money. Considering the Dow/Gold Ratio and the fact that we can expect the real value of EUSA´s stocks to loose 85 % in 2012, I´d invest in Gold, and keep a good part of it, safely at a Bank in Zimbabwe.“

    Übersetzt:
    „Vergleicht man Simbabwe’s solides out-Modell, würde ich Investitionen in Zimbabwe vorschlagen, ist eine viel solidere Idee als die Investition an einer Drogen-und Drogen-Geld angewiesenen Wall Street, wo das ein Glücksspiel ist, ob man das Glück hat, in einem der Verbrechen zu investieren, Kartelle, die too big to fail sind – und selbst wenn man das Glück hat zu gewinnen, dass Glücksspiel, einem sichergestellt ist, dass diejenigen Aktien werden verlieren 85% ihres realen Werts im Jahr 2012?

    Bailout? Oder aber aus! Es ist Euer Begräbnis, was Ihr für euch selbst zu entscheiden habt. Ich weiß, wo ich mein Geld investieren werde. In Anbetracht der Dow / Gold Ratio und die Tatsache, dass wir für den realen Wert der EUSA Bestände erwarten, dass diese 85% in 2012 verlieren, würde ich in Gold investieren, und halten Sie einen guten Teil davon, sicher bei einer Bank in Zimbabwe.“

    Link: http://nsnbc.wordpress.com/2012/02/01/eusa-vs-zimbabwe-bailout-vs-but-outand-other-fun-economy/

  2. Hier mal noch was zum Lachen, was wohl in einigen Blogs nicht gleich alle als Satire erkannt hatten und einige deshalb sogar richtig wütend wurden.
    Ich würde mich mal vielleicht diesem Kommentar anschließen:

    „Wenn man den Zustand unseres Volkes betrachtet ist wohl besser sich umzubringen.
    Die Welt lacht über uns. Spastirepublik mit Spastivolk, Spastipolizei und Spastibundestag.

    Unsere Generation geht als einer der grössten Lachnummer in die Geschichte ein.“

    Und hier der Link zum Video:
    „Manische Culpathie“

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