Libyen: Legenden und Realität

von John Schacher

Die letzten Tage habe ich in Sachen Libyen nur noch meine Augen reiben können. Die massive Einflussnahme mit der Lancierung von Lügen in Richtung der Jamahiriya-Supporter spricht allerdings deutlich für das massive Akzeptanz-Problem, dass NATO / NTC haben und damit überspielen wollen. Die geschmückte Legende vom einbeinigen Khamis al-Quadhafi wird heute nun von der wahrscheinlich nächsten abgelöst: Belhadj soll überraschend in Edlib, Syrien festgenommen worden sein… sehr unwahrscheinlich, leider.

Dessen ungeachtet finden natürlich im Süden bei Al Kufra nach wie vor Kampfhandlungen statt. Verlässliche Neuigkeiten liegen derzeit leider nicht vor.


Aus Sabha kam es zum Ausbruch von Kämpfen zwischen den Stämmen Warfalla und Suleiman. NATO/NTC hat bereits Verstärkungen mit schweren Waffen, Panzern und Krankenwägen in den Nasiriyah-Distrikt bei Sabha gesandt. Panzer und schwere Waffen sollen in Sabha schon auf den Strassen zu sehen sein (LibyaSOS).

Wie Ozyism berichtet, hat Jalil im Rahmen einer Pressekonferenz geäussert:

„Wir stehen gerade in Verhandlungen mit den Ältesten von Bani Walid, damit sie uns die Pro-Quadhafi-Elemente ausliefern. Sollte das scheitern, werden wir diese in der nahen Zukunft unter Gewaltanwendung arrestieren, …“

Dies bedeutet, dass Bani Walid derzeit zwar frei von den NATO-Söldnern ist, doch bald mit einem neuerlichen NTC-Angriff zu rechnen hat.

Wenig überraschend auch, dass die USA das „eingefrorene“ libysche Volksvermögen nicht wieder herausgeben wollen, obwohl dies eigentlich schon für den Machtwechsel zugesagt worden war. Wegen einer „außerordentlichen Bedrohung“ (wahrscheinlich der leerer US-Kassen) bleiben die Sanktionen ein weiteres Jahr in Kraft. Nachzulesen hier und hier. Das liebe Geld bleibt also genauso gekidnappt wie das gesamte libysche Öl, welches Tag für Tag in Strömen unkontrolliert aus dem Land fliesst, folglich weiteres essentielles libysches Volksvermögen unwiderruflich zer- und verrinnt. Zum Thema US-Verträge sei noch an jene mit den Indianern erinnert.


In Benghazi wird kriegsverwundeten Kindern aus Sirte die Behandlung verweigert:


 

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