Libyen: Jahrestag von Not und Elend

von John Schacher

Laut Elmokawama Libya war eine Explosion in der Pipieline des GMMR in der Region “Khour Oukida” für eine Unterbrechung der Wasserversorgung über vier Tage verantwortlich. Dies betraf die Regionen Brega und Sirte bis 340km Umkreis, darunter die Städte: Brega Jadida, El Marsa Brega, Khour Oukida, El Arkoub, Bashar El Ekila, Raes Lanouf, Ben Jouad, El Noufila, Oum Kendil, Bou Saeda, Ouedi el Ahmar, Hrawa.

Zu bemerken bleibt hier, dass die NATO-Rebellen alle Ausstattungen und Werkzeuge des GMMR, Fahrzeuge, Lastwagen und Ausrüstung gestohlen haben. Sie haben das Werk buchstäblich geleert.

In der Stadt Kufra gehen die Kämpfe den dritten Tag in Folge weiter. Es handelt sich um Zusammenstösse der Stämme Zwai und den loyalen Toubu, in denen während der ersten beiden Tage bereits 18 Menschen gestorben sind. Eine Toubu-Quelle bestätigt die totale Einschliessung der Stadt. Der NTC unterstützt mit Waffen und Personal die Zwai-Partei, die derzeit mit Granaten in Wohngebiete hinein schiesst. Die Anzahl der zivilen Opfer steigt ständig. Eine Quelle der Zwai-Partei meldet, dass der NTC in der Nacht Waffen und Kämpfer im Flughafen angelandet habe. Verstärkung für die Grünen Toubu durch die Stämme Barka, Redkou und aus den Regionen Oum El Marzak Araneb und Katroune war seit heute morgen unterwegs (etwa 250 Pick-up´s). Sie wollten sich in der Stadt Rabiyana zumKampf gegen den NTC treffen.


Auf Saadi al-Quadhafi ist ein Mordanschlag geplant. Laut AlgeriaISP berichtet ein Spion in den Reihen der NTC-Rebellen von der Bildung eines bewaffneten Mord-Kommandos, dass in Nigers Hauptstadt Niamey entsendet worden sei, um Saadi in seinem dortigen Wohnsitz zu töten.

Dr. Abuzaid Dorda wurde aus dem Rebellen-Gefängnis im Mitiga-Militärflughafen in ein NTC-Gefängnis überstellt. Er lebt gottlob noch, benötigt aber nach wie vor dringend medizinische Spezialbehandlung und einen Anwalt, der ihm seit 11. September 2011 bis heute noch nicht gestellt wurde. Seine Angehörigen durften ihn kürzlich zum zweiten Mal besuchen. Einen längeren Bericht darüber findet man auf Lizzie Phelans-Blog. Dort gibt er auch über die Hintergründe seines Sprunges aus dem zweiten Stock Auskunft, bei dem er sich die Hüfte brach.

Ebenfalls bei Lizzie Phelan erschienen ist heute der Entwurf einer Gründungserklärung des “Libyan Popular National Movement”, die von den meisten politischen/sozialen/militärischen Führungspersönlichkeiten des Grünen Libyen geschrieben und mit deren Zustimmung versehen sei. Leider liegt bisher nur eine arabische Version vor, der genaue Inhalt folgt baldmöglichst.

Quellen: LibyaSOS, libyanfreepress,



Morris-Interview aus dem letzten Jahr:


3 Gedanken zu „Libyen: Jahrestag von Not und Elend

  1. „Libyen: Jahrestag von Not und Elend“

    So lautet die treffende Überschrift zur aktuellen Lage in Libyen. Ein Land und dessen Bevölkerung nun einen einjährigen Krieg gegen seine Kultur und ihre Freiheit hinter sich haben. Seit beginn des „Aufstandes“ habe ich die Geschehnisse, soweit es mir aus der Ferne möglich war, verfolgt. Trauer und Wut waren ständige Begleiter und gerade die Verfälschung von Ereignissen bis zur kompletten Falschdarstellung waren oft der Grund der Wut.
    Diese Wut ergriff mich heute abermals, als ich die aktuelle Tagespresse durchblätterte. Unter der Rubrik „Politik – In Kürze“ aus der Regionalzeitung „Ostsee-Zeitung“ erschien folgende Randnotiz:

    „Libyer sind zufrieden und optimistisch

    Istanbul – Ein Jahr nach Beginn ihres Aufstandes gegen Muammar al-Gaddafi sind die Libyer mit ihrem Schicksal hochzufrieden. Bei einer Umfrage bezeichneten sich 40 Prozent der Befragten als „sehr zufrieden“. 46 Prozent der Libyer erklärten, sie seien ziemlich zufrieden. Fast jeder zweite Libyer erklärte den Angaben zufolge, der Islam solle eine wichtige Rolle im Staat spielen“
    (Ostsee-Zeitung vom 16.Februar 2012)

    Natürlich steht diese Nachricht im krassen Widerspruch zu aktuellen Berichten von AI (wie sich der Wind doch drehen kann) über Folteropfer, aber so funktioniert Propaganda/ Volksverdummung. Die zentrale Vorgabe des Artikels ist sehr wahrscheinlich, da der Tagesanzeiger (Schweiz), zwar ausführlicher berichtet, den gleichen Wortlaut druckt.
    Mein Vorschlag wäre es die verantwortlichen Redakteure und Urheber mit Schildern vor der Brust, welche den oben zitierten Text in arabischer Schrift, die Libyer sollen es ja lesen können, nach Libyen zu schicken und sie dort unter die Menschen zu lassen. Laut eigener Darstellung sollten sie jubelnd empfangen werden…

    Quellen:
    http://www.ostsee-zeitung.de/ozdigital/archiv.phtml?q=news&ids=3369124,3369125,3369126,3369127,3369128,3369129,3369130,3369131,3369132,3369133,3369134,3369135
    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/Die-Libyer-sind-mit-ihrem-Schicksal-zufrieden/story/13800180

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