16 Gedanken zu „Mathaba: was Christen wissen sollten&8220;

  1. Ohne viele Worte sehr anrührend versöhnlich, vielen Dank an Alle. Der Dogmatismus sollte, ja muss überwunden werden. Nicht indem man dogmatisch gegen ihn ankämpft, sondern indem man beginnt den verborgenen Reichtum zu entdecken. „Let noble ideas and thoughts come… to me, to us…from all over the world.“ Leicht lässt sich auf Einengendes verzichten, kein Gefängnis bietet Sicherheit.
    Die elementaren geistigen Strömungen schöpfen immerjederzeit aus demselben, dem einzigen Reservoir. Die Sprache unterliegt der Mode der Umstände, die Geradlinigkeit der Botschaft bleibt davon unberührt: „Der Kern aller Dinge ist Himmelblau.“

  2. Ein interessanter Film. Nicht zuletzt auch wegen der tollen Aufnahmen des Kameramannes.
    Dr. Beckford bekennt kurz, daß er Anhänger des Thomasevangeliums ist, bringt dann aber fast nichts dazu. Verständlich – er würde als Theologe vielleicht Schwierigkeiten bekommen.

    Hier eine Übersetzung des Thomasevangeliums: http://wrs.yahoo.com/_ylt=A7x9Qb0kkiBPRlgAfg8zCQx.;_ylu=X3oDMTBybWh0ZnN2BHNlYwNzcgRwb3MDNgRjb2xvA2lyZAR2dGlkAw–/SIG=1251s6qam/EXP=1327563428/**http%3a//www.meyerbuch.de/pdf/Thomas-Evangelium.pdf

    Vom Prinzip her ähnelt es sehr den Sprüchen des Meister Eckhardt ( http://www.zeno.org/Philosophie/M/Meister+Eckhart/Predigten,+Traktate,+Sprüche ) insofern, als man den Eindruck hat, daß sowohl der Jesus des Thomasevangeliums wie auch Meister Eckhardt die – aus buddhistischer Sicht – erste Erleuchtungsstufe erreicht gehabt haben könnten.

    Ein sehr interessanter Aspekt entgeht dem tüchtigen Dr. Beckford jedoch
    Es geht um die Mutter des jeweiligen „Erlösers“
    1.) Zunächst ist da diese Merkwürdigkeit, daß die zahlreiche Religionen (von Indien bis Rom) immer darauf bestanden, daß ihr jeweiliger „Erlöser“ unbedingt von einer jungfräulichen Mutter geboren sein mußte.
    Im Buddhismus macht das überhaupt keinen Sinn – zumal der Buddha auch kein „Erlöser“ ist, sondern nur den Weg zeigt. Diesen haarsträubenden Blödsinn, daß seine Mutter Maya angeblich von einem weißen Elefanten durch die Schenkelaußenseite(!) begattet worden sein soll (wie soll das bitte gehen? Oswald Kolle – wo bist Du?!) taucht auch in den alten Texten (Pali Kanon) nicht auf, sondern erst in den viel späteren Mahayanatexten (darauf komme ich noch zurück). Der Buddha erwähnt (im alten Pali Kanon) lediglich, daß seine Mutter nach dem Empfängnis jeden Geschlechtsverkehr gemieden habe. Und sogar daß könnte spätere Zutat zu den Texten sein. Zutaten – oft „Verschlimmbesserungen“, die an zahllosen Stellen des Pali Kanons ohne weiteres nachweisbar sind.

    Dasselbe gilt für die christliche Lehre. Wenn Maria mit Jesus schwanger war, weil sie sich mit ihrem Gemahl Joseph vereinigt hatte, würde sich an der christlichen Botschaft überhaupt nichts ändern. Auch würde dies nicht ausschließen, daß er „Gottes Sohn“ wäre. Warum soll der Sohn eines Gottes auf Erden nicht in einem ganz normalen gezeugten irdisch-vergänglichen Körper herumlaufen.

    2.) Viel dramatischer wird es, wenn wir uns die generelle Rolle der Maria bei den Katholiken und bei den Orthodoxen ansehen. Die gewaltige Rolle, die Maria dort spielt, ist aus dem neuen Testament einfach nicht herleitbar! Von Maria wird nur berichtet, daß sie Jesus im Stall gebiert, sie taucht auch auf als er von Kreuz genommen wird. Und mittendrin schickt sie den jungen Mann oder Teenager Jesus los Wein zu holen – „weil gleich die Gäste kommen und wir nicht genug Wein im Haus haben“. Jesus meckert daraufhin rum, wie ein typischer Teenager. Und wenn ich das richtig erinnere macht er daraufhin sein Wasser-zu-Wein-Wunder. Aber das ist dann auch alles, was wir von Maria hören.
    Luther hatte nichts gegen Maria, aber die Rolle die ihr im römischen Christentum zugewiesen wurde, empfand er, ausweislich der vorliegenden Texte, völlig haltlos.

    Was Luther (und vielleicht auch Hus) nicht wußte, war, daß Maria – etwa 1.500 Jahre vor Luthers Zeit – eine Implantation aus der Religion Hesiods war.

    Denn als Paulus und sein Christentum nach Rom kamen, herrschte dort die griechische Religion (maßgeblich Hesiod).
    Hesiod hatte eine kosmische „Erklärungsmaschine“ gebaut, die wirklich beeindruckend ist. Während man den Kosmos auch nicht wirklich beschreiben/erfassen kann, kann man doch die Funktionsmechanismen darstellen. Also etwa so wie in meinem Chemieunterricht damals. Da gab es einen Kasten mit bunten Plastikkugeln die ein, zwei oder mehr Ärmchen hatten. Wenn der Physiklehrer einen Schüler aufforderte ein Wasser-Molekül zu bauen, nahm er eine Saustoff-Kugeln – mit zwei Ärmchen – und steckte zwei Wasser-Kugeln – mit jeweils nur einem Ärmchen – zusammen. H2O eben. Das war natürlich in Wirklichkeit kein echtes Wassermolekül. Denn das kann man nicht sehen. Auch sind Atomkerne und Elektronen nicht durch „Ärmchen“ verbunden. Aber es war eine „Erklärungsmaschine“.

    Hesiods „Erklärungsmaschine“ geht so: Am Anfang war das „Chaos“ – das „Ungeprägte“. Aus diesen „Chaos“ tritt als erste Gäa (auch „Gaja“ oder „Ge“ – siehe „Ge“-ologie, „Ge“-ometrie) hervor. Dann trat (glaube ich) „Eros“ hervor, der natürlich kein Erotik-Gott war – wie auch die bescheuerten Römer mit Ihrem „Cupido“ vermeinten, sondern der Gott des kraftvollen „Strebens“, also mehr oder weniger ein „Frühlingsgott“ („…Mai ist gekommen, die Baume schlagen aus“). Er paart sich auch nie mit jemanden. Dann tritt Tartaros, der Gott der Unterwelt hervor (in der neueren Göttergeneration bekommt er den Namen „Pluton“) und dann die Göttin der Nacht:: „Nix“ (griech.), „Nox“ (lat.), „Nac“ (skrt.), „Nacht“ (dt.) – zusammen mit einem Gemahl der übersetzt „Urfinsternis“ heißt (sie zeugen das Töchterchen „Mörgenröte/Aurora“) und einen Knaben (ich glaube „Morgenlicht“) .
    Gäa vermählt sich mit ihrem erstgeborenen Sohn „Uranos“. Gäa ist die „Erde“ und Uranos ist die Atmosphäre, die ja auf der Erde liegt wie ein Ehegatte auf seiner Gemahlin. Beide zeugen zahlreiche Kinder (z. B. die „Titanen“).. Dann erzürnt Gäa sich mit Uranos und sie stiftet ihren Sohn Kronos an, dem Vater das Schamglied abzuhacken. Uranos verfällt daraufhin fortan in eine völlige Bewegungslosigkeit.
    Nun verfiel ein Mann, der sein Schamglied z. b. durch einen Unfall verlor, ja auch damals durchaus nicht in Bewegungslosigkeit. Aber Griechen und Römer verstanden dies eben als nur sinnbildliche Darstellung des „männlichen“ Elements in jedem von uns als PASSIV und die Darstellung des „weiblichen“ Elements in jedem von uns als AKTIV. Die nordeuropäische Vorstellung des (aktiv-männlichen) Bauers, der die (passiv-weibliche) Erde pflügt und in die er den (Getreide)samen einsenkt, hätte bei den alten Griechen nur ein infernalisches Gelächter ausgelöst – und zwar solange bis man eine Runde Ouzo ausgegeben hätte. Denn die Griechen lebten in dem fortlaufend erdbebendurchschüttelten Griechenland und der Westtürkei. Und auch in Süditalien, wo die gruseligen Vulkane Ätna und Vesuv immer wieder mal tobten. Also: Von wegen passive Gäa/Terra Mater/ Erda!

    Das hesiodsche System hat m. E. auch zum indischen Tantrismus geführt. Denn die durchaus zahlreichen Mazedonier und Griechen, die Alexander nicht bei seiner Todestour zurück durch die iranische Wüste folgen wollten und in Indien bleiben („Die Fragen des Milinda“) verbreiteten dort selbstverständlich ihr Weltbild. Und der indische „Leichenshiva“ oder „Shava“, der bleich (= in der Erscheinungswelt inaktiv) hingestreckt daliegt und auf dem die Shakti – kaum bemerkbar: in geschlechtlicher Vereinigung – im Lotussitz sitzt, sind doch wohl niemand anderes als Gäa und Uranos.
    Hesiods Genie war es, daß erkannte, daß jeder Mensch weibliches und männliches in sich hat. Männer würden sich nicht nach Frauen umdrehen, wenn sie keinen ‚weiblichen Klangkörper‘ in sich hätten – und umgekehrt. Da das Weibliche Element aber nun mal nicht passiv ist, würde es mit einem aktiven männlichen Element fortlaufend kollidieren. Wenn hingegen das „Handeln“ Sache des inneren Weiblichen war, konnte das nichthandelnde Männliche ‚der letzte Beobachter‘ oder der passive ‚letztlich alles Erlebende‘ sein. Bzw. der männliche Fuß war nun frei für den Schritt in das Transzendentale (heraus aus der Erscheinungswelt).
    Irgendwie scheint dieser Jesus des Thomasevangeliums (link oben) hinsichtlich dieses männlich-weiblich Problems so etwas ähnliches auch zu meinen (obwohl ich das nicht vollständig verstehe): „Jesus sprach zu ihnen: „Wenn ihr die zwei zu eins macht und wenn ihr das Innere wie das Äußere macht und das Äußere wie das Innere und das Obere wie das Untere und wenn ihr DAS MÄNNLICHE UND DAS WEIBLICHE ZU EINEM EINZIGEN macht, so daß das Männliche nicht männlich und das Weibliche nicht weiblich ist, und wenn ihr Augen macht anstelle eines Auges und eine Hand anstelle einer Hand und einen Fuß anstelle eines Fußes, ein Bild [ει̉κών] anstelle eines Bildes, dann werdet ihr in [das Königreich] eingehen.“ “ (Hervorh. von mir)

    Hinzukommt noch, daß die römischen Götter fast alles Landwirtschaftsgötter waren. Auch Saturn – der später mit dem griech. Kronos gleichgesetzt wird – hat seinen Namen vom indoeuropäischen Wurzelwort für „sähen/Saat“. Der römische Geschichtsschreiber Livius rühmt die griechische Religion deshalb auch gerade dafür, daß sie Gäa/ Terra Mater („Erda“) in den Mittelpunkt des Kosmos rückt.

    Als nun Paulus in Rom erschien und das Christentum verbreitete, wollten die Römer auch die Gäa wiedererkennen. Denn das war damals so üblich, daß man nämlich fremde Religionen nicht als feindlich oder ketzerisch empfand (wie Jahrhunderte später), sondern das man in der fremden Religion nur die eigenen Götter wiedertraf – auch wenn sie dort natürlich andere Namen hatten. Es gab regelrechte Übersetzungstabellen (Osiris war, glaube ich „Zeus/Jupiter“ und irgendein ägyptischer Gott/Halbgott wurde sogar als „Herkules“ verstanden). Als die Römer das Zweistromland (Irak) eroberten, waren die „Ischtar“-Tempel selbstverständlich die Tempel der „Venus“ (für die Griechen: „Aphrodite“). Jeder römische Feldherr hütete sich, diese Tempel zu beschädigen. Ärger mit seiner Venus wollte er nun wirklich nicht. Auch hätten sein Soldaten vermutlich den Befehl verweigert.

    Für die Römer war in der neuen christlichen Religion natürlich die Maria die Gäa. Und selbstverständlich mußte sie dann Jesus jungfräulich geboren haben. Denn Gäa hatte ja Uranos definitiv jungfräulich geboren! Ja, sie selbst war sogar jungfräulich (ohne Geschlechtsverkehr) entstanden.
    Und genauso selbstverständlich war Jesus mit dem Gott der Christen personenidentisch. Denn das Jesusbaby im Arm Marias war eben Uranos als Kleinkind und Gott war eben Uranos als Erwachsener. Die Arianer (Goten, Vandalen) verstanden gar nicht, warum ihnen, als ordentliche Christen, ein derartiger Haß aus Rom entgegenschlug – nur weil sie Jesus und Gott als nicht personenidentisch verstanden. Und natürlich war für die Römer und Griechen Maria die „Mutter Gottes“. Luther muß diese Bezeichnung Marias als „Mutter Gottes“, aus seiner – nicht-hesiodischen Sicht – verständlich, immer als gotteslästerlich empfunden haben.

    Und während im Pali Kanon nichts darüber steht, daß Maya ihren Sohn Gotama jungfräulich geboren hätte, waren es mit Sicherheit Alexanders in Indien zurückgebliebenen Mazedonier und Griechen (die dort sehr erfolgreich div. Königreiche errichteten), die darauf bestanden, daß Buddha ohne Geschlechtsverkehr seiner Mutter Maya entstanden war. So, wie es in den späteren Mahayanatexten dann auch behauptet wird.
    Ich würde sogar darauf wetten, daß der im Pali Kanon auftauchende Hinweis, daß der Buddha als er in Bodh Gaya/Uruvela seine volle Erleuchtung erlangt, im Lotussitz sitzend mit der rechten Hand die Erde (Gäa!) berührt, um sie als Zeugin für seine Erleuchtung anzusprechen (es gibt Statuen mit dieser Geste), spätere griechische Zutat ist.

  3. Eine befleckte Empfängnis würde bedeuten, dass Jesus einer von uns war. Und das sollen wir nicht denken, würde es uns doch die Möglichkeit bieten es ihm gleich zu tun.

  4. Noch zu Klarstellung:
    Für die „tantrische Auslegung“ der Mythologie Hesiods findet man bei ihm selbst keinen Hinweis. Meine Vermutung beruht also allein darauf, daß
    1) der indische Leichenshiva (skrt.: „Shava“) in seiner Bewegungslosigkeit allein dem griechischen Uranos gleicht (von anderen Göttern, die sich ein einem solchen Zustand befinden, habe ich nie gehört),
    2.) der Leichenshiva mit dem echten Shiva („Nataraj“, der tanzende Shiva, ‚der Zerstörer‘) außer dem Namen überhaupt nichts gemein hat und auch völlig mit diesem kollidiert. Wer an den einen glaubt, kann nicht an den andern glauben (auch wenn die Inder schwer am basteln sind, um das irgendwie hinzukriegen – jedoch völlig unüberzeugend: http://in.answers.yahoo.com/question/index?qid=20071221031403AA8Ugmj ). Und solche ‚Kollisionen‘ oder Widersprüche mythischer Systeme finden typischer Weise statt, wenn von AUSSEN(!)ein ganz anderes System eingeschleppt wird*.
    3) der „Leichenshiva“/“Shava“ erst auftaucht, nachdem die Mazedonier und Griechen in Indien (aber auch Afghanistan/“Baktrien“) siedeln. Dem Buddha und seinen zeitgenössischen Jainas war der Shava und die Shakti und auch der Tantrismus generell vollkommen unbekannt. Diese treten erst nach Eindringen der Griechen auf.

    Wenn ich mit meiner These richtig liege – was ich nicht beweisen kann – dann könnte man auch mehr über die „griechischen Mysterien“ vermuten, die auf den zahllosen griechischen Inseln stattfanden (von den Städten Athen, Sparta, Theben, Korinth hört man praktisch gar nichts dazu). Die Riten – auch Initiationsriten für Heranreifende/Jugendliche – waren derart geheim, daß wir heute überhaupt nicht über sie wissen. Ich vermute, daß es sich um frühe „tantrische“ Riten gehandelt hat, die dann auch nach Indien gelangten.

    Ich persönlich halte den Tantrismus für einen IRRWEG (auch den buddhistischen Tantrismus „Vajrayana“). Hesiod hat ja nur den Welt-MECHANISMUS des männlich-weiblichen beschrieben. Er hat nie dazu aufgefordert, damit zu spielen oder irgendwelche Riten abzuhalten – in der Hoffnung, man würde dadurch einen geistigen Fortschritt erzielen.

    Auch erscheint mit das Bild von „Maria“ mit dem Kinde“ allein perfekt im hesiodschen Sinne.
    Dort ist das Jesuskind völlig handlungsunfähig: Denn was kann ein Baby schon tun – außer in die Windeln zu machen? Und allein Maria ist handlungsfähig.
    Hingegen erscheint mir das in Indien verbreitet Bild der im Lotussitz auf ihrem Leichenshiva sitzenden Shakti als instabil und muß – systemisch unausweichlich – in der „schwarzen Kali“ enden, die – stehend – auf ihrem Leichenshiva herumtrampelt ( http://en.wikipedia.org/wiki/File:Kali_lithograph.jpg ).

    *Beispiel: Preußens Wappenspruch „nec soli cedit“ (“ und er weicht nicht von der Sonne“) oder oft auch „non soli cedit („er weicht nicht von der Sonne“) kam von dem prassenden preußischen König Friedrich I., der – wie viele Fürsten in Deutschland – Ludwig XIV. nachäffte. Letzterer nannte sich ja „Sonnenkönig“. Also mußte auch für Friedrich I. die Sonne unbedingt her. Aber Französischsprechenden mußte dieses Bild des schwarzen Adlers, der ’nicht von seiner Sonne weicht‘, völlig absurd erschienen sein. Denn das Wappenbild Adler ist (systemisch) männlich und im Französischen – wie im Romanischen generell – ist auch „die“ Sonne (systemisch) männlich. Also zwei Männer – das ist instabil und kann doch gar nicht gutgehen! Nur mit deutschsprachigem Verständnis ist „die“ Sonne weiblich – und dann geht das auch mit dem (männlichen) Adler wieder.

    1. im Spanischen ist die Sonne sächlich: „el sol“ – (systemisch verstehe ich begriffsmässig nicht)
      Italienisch sole (männlich) – scheint auch romanisch zu differieren…

  5. @jo
    Auch im Englischen ist die Sonne – bisweilen – sachlich, oft aber weiblich. Im polnischen und im russischen ist die Sonne immer sachlich. Aber DER Mond (im Romanischen stets(!) weiblich – „la lune – „la luna“) ist auch im Polnischen und Russischen stets männlich. Am besten kann man es also über den Mond festmachen (eine weibliche Sonne wurde möglicherweise als Konkurrenz zur – ebenfalls – weiblichen Erde angesehen).

    Für die Griechen und Hesiod war die Sonne männlich. Auch in den indischen Sprachen (Pali, Sanskrit, ist die Sonne männlich). Ganz offensichtlich wurde in den „heißen“ Ländern – dazu zählen für uns Griechenland und Italien, erst recht aber Indien, die sengende Sonne instinktiv eher als sengender ‚harter Vater‘ empfunden, der ‚milde Mond‘ eher als Mutter.
    Bei Bewohnern des Nordens ist die Wärme der Sonne hingegen eher willkommen – wie eine milde Mutter. Der kühle Mond wurde offenbar als eher väterlich empfunden.

    Auch war ich einmal erstaunt als ich auf Ceylon den Vollmond sah – jämmerlich winzig, gerade mal ein etwas größerer Stern. Bei uns im Norden hingegen wirkt offenbar ein Lupeneffekt der zum Einstrahlungswinkel schräg befindlichen Atmosphäre. Der Vollmond kann bei uns fast schon so groß sein wie die Sonne. Aus irgendeinem bebilderten Märchenbuch erinnere ich noch an dieses Bild der sich zum Horizont hin verjüngenden Landstraße über der am Ende der zur Hälfte aufgegangene Vollmond seinen riesigen Halbkreis spannt. Ich fand das ganz normal – in Indien hätte man ein solches Bild womöglich für absurd gehalten.

    Keines dieser mythologischen System hat natürlich „Recht“. Vielmehr empfanden es die Leute damals so – jeweils ihrer Gegend entsprechend.
    Der alleinige Vorteil ist: Wenn man so was weiß, kann man Religionen oder Äußerungen aus der Vergangenheit, die rätselhaft erscheinen oftmals besser deuten.

  6. Das ist Quatsch, „el sol“ ist männlich, das Spanische kennt kein Neutrum. Außerdem: Wird im Englischen die Sonne „personifiziert“, ist sie männlich – „The Sun has his cap on“ – niemals weiblich. „It“ ist die Sonne im Alltagsgebrauch.

  7. @jo und @Serkozny
    Also: Im Englischen ist es komplizierter als ich dachte. Ich beharre allerdings darauf, daß ich „sun“ in feminin und als neutrum gelesen oder gehört (pop – allerdings nicht „here comes the Sun“-Beatles, mit dem Sun-KING und nicht-QUEEN).

    Interessant für unsere Diskussion ist insbesondere: http://en.wikipedia.org/wiki/Grammatical_gender
    Dort findet man auch eine Tebelle zu „Mond“ und dem Geschlecht in etlichen Sprachen.

    Auch interessant: http://en.wikipedia.org/wiki/Gender_in_English .

    … ich grübele jetzt erst mal.

  8. Also gestern hatte ich das Geschlecht von russisch „Mond“ nachgesehen (ich kann kein Russisch) und fand masukulin angegeben. Irgendwas muß schiefgelaufen sein, denn das stimmt ganz offenbar nicht. Denn heute höre ich auf http://de.pons.eu/dict/search/results/?q=Mond&l=deru&in=&lf=de&kbd=ruu – dort auf das Lautsdprechersymbol drücken -, daß sich „луна“ als „Luna“ ausspricht. „Luna“ ist aber auch Italienisch – und da natürlich femininum. Ist „Luna“ im Russischen ein Lehnwort aus dem Latein?

  9. @jo
    “ Man sagt, dass russisch viel mit Italienisch gemein habe…“
    Ich kann das leider überhaupt nicht beurteilen.

    @all
    Wer hier noch nachließt – in einem englischsprachigen blog wurde die Frage gestellt: „WHAT’S THE GRAMMATICAL GENDER OF SUN AND MOON?“ – http://answers.yahoo.com/question/index?qid=20080401204106AAu2Vut .

    Am kundigsten erscheint mir dort die Antwort der „Sofie B“ (ganz am Ende):
    „In English Literature, when they are referred to ,as such, Sun is Male, Moon is female.
    With the exception of JRR Tolkiens “ Lord of the Rings“ where the Moon was male, and the Sun female.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.