Libyen: droht Bani Walid ein Exempel?

von John Schacher

Vor Bani Walid verstärkt sich die Scharen der NTC-Rebellen von bislang 300 auf nun gemeldete 800 Rebellen-Kämpfer. Hubschrauber fliegen über der Stadt, es heisst sie seien dazu bestimmt, den besten Weg zum Eindringen auszukundschaften.

Währenddessen haben die Stammesältesten einer Einsetzung von Ordnungspolizei durch die NTC-Regierung freien Raum gegeben, sie lehnen nur grundsätzlich jeden Eintritt von Rebellen-Kämpfern in die geschundene Stadt ab. Die „Mai28-Brigade“ möchte natürlich ihre Verluste rächen, er wird gemeldet, dass der Anführer Imbarak al-Futmani überlebt hat und rastlos auf eine Tilgung seiner Schmach besteht. Er und seine Mannschaft waren überfallen worden und in die Wüste geflohen, nachdem die Einwohner in der Nacht das Tor der Garnision erbrochen und alle Panzer erbeutet hatte.

Freiwillige Hilfsmannschaften für Bani Walid werden gebeten, in ihren eigenen Städten für eine Nachahmung der Taktik von Bani Walid zu kämpfen – damit wäre mehr geholfen, heisst es klar. Die Warfallas sollen eine Menge von 100.000 Kalashnikovs samt ausreichend Munition und rechlich andere Waffengattungen gebunkert haben. Wenn es diesmal zu einer Schlacht ohne NATO-Luftunterstützung kommen sollte (wovon nicht auszugehen ist), wären die Rebellen wahrscheinlich schon hier auf verlorenem Posten. Doch so retten sich die Hunde des Krieges – die nicht in ein ziviles Leben zurückwollen oder können – von Tag zu Tag, Monat zu Monat…

Im Film sagt einer der Libyer aus Bani Walid: „Wenn die Polizei in Bani Walid vom Innenministerium gelenkt wird, lassen wir sie hier arbeiten. Falls sie aber Rebellen sind, werden sie nie in Bani Walid bleiben können.“


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