Libyen: Verteilung der „Landgewinne“ steht bevor

von John Schacher

Im derzeit vom NTC regierten Libyen arbeiten die verschiedenen Rebellengruppen nun auf eine libysche Föderation mit augenblicklich 6 unterschiedlichen politischen Regionen hin, berichtet Algeria ISP. Wir haben über diese Entwicklung bereits am 17. November berichtet. Die Zahl der Regionen wird sich durch eine weitere Spaltung der östlichen Gebiete (hier rot) eher noch erhöhen. Tobruk, Dherna, Benghazi, Ajdabiya, Brega, Ras Lanuf in einem „homogenen“ Gebiet, das wird nach den bisherigen Zerwürfnissen wohl kaum realisierbar sein… Stand der Dinge ist:

1. Die Hauptstadt Tripolis selbst

2. Die Hauptstadtregion um Tripolis

3. Das Land des Jebel Nafousa

4. Die Misrata-Länder. Fezzan

5. Die Touareg-Gebiete

6. Benghazi-Tobruk…

Divide et impera – Teile und herrsche!


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3 Gedanken zu „Libyen: Verteilung der „Landgewinne“ steht bevor

  1. Vielen Dank. Sicherlich passt dazu auch der Artikel „Geopolitisches Schachbrett: Teile, erobere und beherrsche den »neuen Nahen und Mittleren Osten«“ von Mahdi Darius Nazemroaya erschienen bei info.kopp-verlag – …. Der Yinon-Plan: Ordnung aus dem Chaos… ..
    Dort war bereits für die „Sicherung des »Reichs«: die arabische Welt auf eine neue Grundlage stellen…“ genau dass auf der anderen Seite Israels mit dem Irak geschehen und ist eben des weiteren mit Syrien geplant zur Zeit.
    Und ich würde mich folgendem durchaus anschließen können, dass dieses teile und herrsche sich nicht nur im Interesse Israels abspielt:
    „In vieler Hinsicht sind die USA derzeit dabei, die Zielvorgaben umzusetzen, die in dem Strategiepapier von 1996 zur Sicherung des »Reichs« ausgeführt worden waren. Darüber hinaus wirft der Begriff »realm« (»Reich, Herrschaftsgebiet«) im Titel ein bezeichnendes Licht auf den Geisteszustand der Verfasser. »Realm« bezieht sich entweder auf das Territorium, das von einem König beherrscht wird, oder auf die Gebiete, die zwar unter der Herrschaft eines Monarchen stehen, aber nicht von ihm selbst, sondern von Vasallen kontrolliert werden. In diesem Zusammenhang wird der Begriff so benutzt, als wären der Nahe und Mittlere Osten das Herrschaftsgebiet Tel Avivs. Dass Perle als jemand, der seine Karriere im Dunstkreis des Pentagon gemacht hat, als Mitverfasser an dem Strategiepapier beteiligt war, wirft die Frage auf, ob es sich beim Souverän dieses Reichs nun um Israel, die USA oder sogar beide handelt?“

    Da eben Libyen sicherlich nicht an erster Stelle der Kriege im Interesse Israels war, geht schon daraus hervor, dass beidem Rechnung getragen wird und es war ja schon oft von alten Strategiepapieren des Pentagon zu lesen, in welchen der Krieg gegen Libyen schon seit langem geplant war, zuzüglich der Interessen der anderen Siegermächte und alten Kolonialmächten.
    Aber dennoch bietet der Artikel auch gerade betreffs dessen weitere Informationen, wie Spannungen auch zwischen Religionsgemeinschaften geschürt und künstlich geschaffen werden, welche seit Jahrtausenden friedlich zusammen gelebt hatten.
    „Die Auslöschung der christlichen Gemeinden des Nahen und Mittleren Ostens

    Es ist keineswegs ein Zufall, dass die ägyptischen koptischen Christen vor den Unruhen in Libyen und gleichzeitig mit dem Referendum im Sudan und vor der Krise in Libyen Ziel von Angriffen wurden. Und ebenso wenig ist es Zufall, dass die irakischen Christen, die zu den ältesten Gemeinden der Welt gehören, ins Exil gezwungen wurden und ihre angestammte Heimat im Irak verlassen mussten. Zeitgleich zum Exodus der irakischen Christen, der sich unter den wachsamen Augen der amerikanischen und britischen Soldaten vollzog, wurden diese Viertel in Bagdad streng nach konfessionellen Kriterien von Muslimen übernommen, wobei man die schiitischen und sunnitischen Gruppen mit Gewalt und unter Einsatz von Todeskommandos zwang, sich nicht zu mischen, sondern jeweils nach Zugehörigkeit getrennte Enklaven zu bilden. Auch diese Vorgehensweise steht mit dem Yinon-Plan und der Umgestaltung der Region als Teil einer umfassenden Strategie im Zusammenhang.

    Im Iran versuchten die Israelis vergeblich, die iranische jüdische Gemeinschaft zum Verlassen des Landes zu bewegen. Die jüdische Bevölkerung des Iran ist die zweitgrößte im Mittleren Osten und ist wohl die älteste jüdische Gemeinschaft der Welt mit ungebrochener jüdischer Tradition.
    … Im Libanon versuchte Israel, konfessionelle Spannungen zwischen den verschiedenen christlichen und muslimischen Gruppen sowie den Drusen zu schüren. Der Libanon ist das Sprungbrett nach Syrien, und seine Aufteilung in verschiedene Staaten wird als Mittel gesehen, auch in Syrien eine Aufsplitterung in kleinere konfessionell organisierte arabische Staaten herbeizuführen. Hinter dem Yinon-Plan steht die Absicht, den Libanon und Syrien entlang religiöser und konfessioneller Identitäten von sunnitischen und schiitischen Muslimen, Christen und Drusen in verschiedene Staaten aufzuteilen. … “

    Also das finde ich doch sehr wesentlich, da des öfteren auch davon gesprochen wird, dass Kriege zwischen den Religionen wieder aufflammen würden. Hier sehen wir warum das so ist!! Und es wird wohl kein Ende haben, ehe das Imperium mitsamt dem so am Leben erhaltenen und eben auch erst dafür geschaffenen Zionisten-Staat existiert.
    Entsprechend einer Aussage zu Beginn des Libyen-Krieges „wenn China fällt, ist die Welt wieder in Ordnung“ (getroffen von einer etwas höher angebundenen Mitarbeiterin einer US non-profit Gesellschaft im Libyen-Blog von Al Jazeera zu Beginn des Krieges) sage ich, wenn das Imperium fällt, können wir wieder in Frieden und Wohlstand leben.
    [Bitte wegen des Artikel bei info.kopp-verlag selbst nachsehen, denn wenn ich hier den Link mit poste, dauert es mitunter Stunden zur Freischaltung, da diese dann nicht automatisch erfolgt. Das liegt nicht an der Länge des Kommentars, oder ob dieser bereits einem eigenen Artikel nahe kommt, sondern an Links innerhalb dieser.]

  2. Äthiopien/Eritrea, Irak, Libanon – alles multiethnische Regionen. So, wie der Rhein sich immer wieder sein altes Bett gesucht hat entgegen aller Begradigungen, so wird am Ende des Prozesses eine Welt stehen, die wieder den kleinräumigen Gesellschaften vor der Kolonialisierung entspricht – siehe auch Jugoslawien. Mal sehen, wann Russland, China und die USA dran sind.

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