Entwurf des Beginns der Weihnachtsansprache 2011,

, die unseren Bundespräsidenten unvergeßlich machen würde, wenn er den Mut gehabt  hätte, sie zu halten – vor seinem Rücktritt

von H.-P. Schröder

 

Liebe Mitmenschen,

die Stürme der letzten Wochen sind auch an mir nicht spurlos vorbei gezogen. In Anbetracht der Weltlage völlig nebensächliches schob sich in den Vordergrund und zog unverdient Aufmerksamkeit auf sich. Spekulationen über meine Person wurden öffentlich geäussert, die sich hochgeheizt im Land verbreiteten.

Was mit einem Gerücht begann, wuchs sich aus zu Verdacht und Verdacht wuch sich aus zu Beschuldigung. Das kann ihnen, meinen Zuhörern,  nicht verborgen geblieben sein.

( Pause )

Ich bedauere zutiefst, daß dadurch wichtigere Ereignisse, erschreckende Ereignisse, die unser aller Leben betreffen, die es bestimmen und in Zukunft gefährden können, aus dem Bewusstsein verdrängt worden sind.

Von Mitschuld daran darf ich mich nicht freisprechen. Ich hätte handeln müssen, sobald mir klar geworden ist, daß Geschütze in Stellung fuhren. Aber ich war verwirrt. Und unentschlossen. Man trägt Verantwortung, man hat manche Fehler im Laufe eines Lebens gemacht und ist vorsichtig geworden. Man möchte Entscheidungen nicht vorschnell treffen, denn geschehene Dinge kann man niemals mehr zurück nehmen.

Was habe ich mir persönlich vor zu werfen? Ich habe einen Kredit von einem Freund erhalten, aber ich habe nichts dafür getan, was nicht jeder von euch, meine Mitmenschen, für einen guten Freund tun würde. Ich habe die wichtige Grenze nie überschritten.

( Kurze Pause )

Daß es derart einfach ist, die Integrität eines Menschen zu gefährden, hätte ich mir nie träumen lassen, obwohl ich als Jurist mit den Fallstricken unseres Rechtswesens durchaus auf vertrautem Fuss stehe und mir in meiner privilegierten Stellung Mittel zur Verfügung stehen, die manches bewirken können, was für euch, die ihr die Gemeinschaft durch euere Schaffenskraft erhaltet, fast unmöglich scheint.

Trotzdem trifft man auf Mächte, gegen die selbst die Mittel eines Bundespräsidenten versagen, denen man sich aber trotzdem entgegenstellen muß.

( Kurze Pause )

Daß jetzt auch noch das Ansehen meiner Frau bedroht wird, nehme ich zum Anlass, Ihr und ihnen allen zu versichern, daß es keine Rolle spielt, wieviel Schmutz herangekarrt wird, um uns zu bewerfen, und mag kommen was will, für mich ist sie strahlend und schön und bezaubernd und ich liebe sie von ganzem Herzen ……….

( Lange Pause )


Nachwort des Schreibers in eigener Sache

Ich habe hier nicht aufgeschrieben, was Herr Wulff gerne gehört hätte und schon gar nicht etwas von dem Schaumwein, den ihm die Speichellecker und gewitzten Redenschreiber, diese gewieften Taktiker und geblähten Ego im-Kreise-Wackel-Geister seiner Umgebung täglich in das Ohr und in das Unterbewusstsein giessen, des schnöden Vorteils wegen, sondern ich habe meine einfache Vorstellung von dem geschrieben, was er aus seinem eigenen Munde hören sollte, damit es allen und allem ein wenig besser gehen kann. In diesen und in den kommenden Zeiten.

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