Libyen: Tag 1 ohne UN-Resolution 1973

von John Schacher

Heute ist für Libyen ein denkwürdiger Termin: der erste Tag nach der UN-Resolution 1973, die im Namen der Humanität das ganze Land nachhaltig verwüstet hat. Nach mehr als 20.000 Luftangriffen und über 100.000 toten Libyern liegt die Verantwortung für Bürger und Land nun in den räuberischen Händen des NATO-gestützten Übergangsrates NTC.  

Dieser in sich instabile Apparat hat dieser Tage mit blutigen Separationskämpfen zu tun, in die schwerpunktmässig die Parteien aus Misrata, Benghazi und Tripolis verwickelt sind, die für einen jeweils eigenen Staat eintreten. Die in Tripolis tonangebenden Belhadj-Brigaden (Al-Quaeda) sowie die Kämpfer aus Misrata verweigern sich der Aufforderung der NTC-Führung, ihre Waffen abzugeben. Mit dem Erreichen ihres gemeinsamen Zieles (der Beseitigung der Quadhafi-Herrschaft) haben sich nun tiefe Gräben aufgetan, die einen Frieden in naher Zukunft nicht erwarten lassen. Eine Gemeinsamkeit haben die drei größten libyschen Rebellen-Brigaden jedenfalls: sie sind strikt gegen baldige Wahlen, da sie in der Disziplin „Demokratie“ mit Pauken und Trompeten scheitern würden. Saif al-Islam als neuem Vertreter der Jamhirija hingegen würden aktuell wohl rund 70% der Libyer wählen. Daher möchten die neuen Despoten die „Segnungen der Demokratie“ unbedingt zurückgestellt wissen, bis sie ihre Macht etwas mehr gefestigt haben. Armes Volk!

Widerstandskämpfer haben zusammen mit Zellen der Khamis-Mujahidin den Flughafen von Tripolis angegriffen. Aus der Hauptstadt wird eine konstant ansteigende Anzahl ausländischer Kämpfer gemeldet, besonders von Amerikanern (Blackwater) soll es geradezu wimmeln. Blackwater-Einheiten wurden auch aktiv bei Kampfeinsätzen gegen den Widerstand gemeldet. Sie werden hierbei von Rebellen-Kämpfern logistisch und personell unterstützt. Soviel zur Ablehnung ausländischer Bodentruppen seitens des NTC, dem Russia Today derzeit auch konkrete Bemühungen für die Einrichtung eines 12.000 Mann-NATO-Stützpunktes in Libyen unternimmt.

Aus Bani Walid wird gemeldet, dass man die dortige Rebellen-Beatzung aus der Stadt gejagt, die grüne Flagge gehisst und die Stadttore verschlossen habe.

NATO-Rebellen schändeten die Gräber von Quadhafis Mutter und weiteren Familienmitgliedern im Wadi Jaref (nahe Sirte)

Die Rebellen aus Misrata haben versucht, aus dem Krankenhaus Ibn Sina im zerstörten Sirte medizinische Geräte zu rauben. Sie begannen die Apparate für MRI (Magnetresonanz), Tomografie, Ultraschall und andere Gerätschaften des Krankenhauses abzubauen. Die Ärzte und das Personal der Klinik stellten sich dem zusammen mit jungen Libyern entgegen und konnten erreichen, dass die räuberischen Rebellen von ihrem Plan abliessen.

Der libysche Widerstand hat am gestrigen Montag eine Operation im Ölhafen von Sabra durchgeführt. Hier kam es zu einem Großbrand, der einer mächtigen Explosion folgte.

Heftige Kämpfe werden aus der Stadt Surman gemeldet, es waren laute Explosionen hörbar. Währenddessen wurden von den „bewaffneten Rebellen“  weitere Zugangskontrollen für die Stadt angelegt.
Aus Benghazi wurde ein riesiger Kunstraub bekannt, der schon im Frühjahr zur Zeit der Quadhafi-Gegenoffensive stattgefunden hat und seither geheim gehalten wurde. Eine Münz-und Antikensammlung mit 7700 tücken, teilweise von unschätzbarem Wert – darunter viele Stücke aus der Zeit Alexander des Großen in ausgezeichnetem Zustand – wurde mittels einer Tunnelgrabung aus einer Bank geraubt, die die Schätze ausstellte. Alles Zeichen sprechen dafür, dass hier Insider am Werk waren.
Auch Sabha ist im Meldungsreigen vertreten: hier wurden bei einem Gefecht in einem Chemiewaffen-Lager bei der Farm Abdul Wahid 15 Kämpfer und 7 NATO-Agenten getötet getötet. Auch drei Widerstandskämpfer mussten dabei ihr Leben lassen: Salem Al-Megrahi, Ahmed Ali Ali und Nur al-Din Hamad; mögen die Märtyrer in Frieden ruhen.
Quellen: leonorenlibya, LibyaSOS

 

6 Gedanken zu „Libyen: Tag 1 ohne UN-Resolution 1973

  1. Wie gnadenlos gehetzt wird, kann man auf http://www.golem.de/1110/87410.html lesen.

    Bei Golem wird das Model Vanessa Hessler mit drei Aussagen zitiert:
    1.) „Seine Familie, seine Brüder sind nicht so, wie sie immer dargestellt werden. Das sind ganz normale Menschen“.
    2.) „Man muss nicht alles glauben, was so gesagt wird“.
    3.) „Die Leute wissen nicht, was sie tun.“

    Harmloser geht’s nun wirklich nicht! Und diejenigen, die immer die BRD als „demokratischen Rechtsstaat“ loben und immer behaupten, es gebe hier in der BRD/Westeuropa das „Recht der freien Meinungsäußerung“ sollte man meiner Meinung nach unverzüglich á la DDR a u s b ü r g e r n. „Geht doch nach drüben (F, GB, USA, Israel)!!“ sollte man ihnen zurufen!

    Wenn Vanessa Hessler zu Gaddafis Zeiten einen Werbevertrag mit einer libyschen Telecom gehabt hätte und dort – spiegelverkehrt – die Aussage oben „1“ bis „3“ zugunsten der Familien der massenfolternden und massenmordenden Sarkozy, Cameron und Bush-Obama geäußert hätte, wäre ihr mit Sicherheit n i c h t gekündigt worden. Und weder die libysche Regierung noch Gaddafi hätten Druck auf die libysche Telecom ausgeübt. Soviel zum Klischee „Diktatur“ dort und „Demokratie“ hier!

    Telefónica Germany gehört zu „O2“ oder „Alice“ bzw. „British Telecom“.
    Ich hoffe, daß nun die demokratisch denkenden deutschen Kunden, ihre „Zusammenarbeit“ mit O2/Alice/Brit. Telecom frühestmöglich „beenden“ werden!

    Siehe auch: http://www.sueddeutsche.de/leben/vanessa-hessler-telefnica-trennt-sich-von-alice-1.1177526

    Wenn ich eine Telefonica besäße, würde ich mit diesem Werbeträger – http://polpix.sueddeutsche.com/polopoly_fs/1.1177563.1320068787!/image/image.jpg_gen/derivatives/860×860/image.jpg – u n b e d i n g t (!) einen Vertrag schließen.
    Auf das persönliche Vorstellungsgespräch zuvor würde ich allerdings nicht verzichten!

    Wir halten also fest: DEMOKRATEN SCHLIESSEN KEINE GESCHÄFTE MEHR MIT „O2“ ODER „ALICE“ ODER „BRITISH TELECOM“ !!!

  2. Wer ein Grab schändet, zeigt wessen Geistes Kind er ist.
    So eine Tat gilt in jedem Land, das noch über einen Hauch von Kultur, Anstand und Ehre verfügt, als absolut untragbar.
    Wie mutig, sich bei Nacht auf einen Friedhof zu schleichen und Gräber/Tote zu schänden: pfui, da spuckt man nur noch aus und wendet sich verachtend ab!!

    Warum bringen die diversen Blätter und Zeitungen n i c h t s darüber??

  3. Weil die besagten Blätter allesamt Zentralorgane der NATO sind. Man würde ja das liebevoll aufgebaute Bild des tapferen, heldenhaften, durch und durch guten und freiheitsliebenden Robin Hood der Wüste zerstören. Ja die Medien entblöden sich nach wie vor, die ekelhaften Lynchmorde am Oberst und seinem Sohn als „Folgen der Kriegswirren“ zu bezeichnen. So steht im *hust*, offiziellen Obduktionsbericht, dass der Herr Oberst in einem hervorragenden Zustand war. Kein Kratzer, nichts. Außer ein kleiner, verirrter Splitter, der sich dummerweise in den Kopf gebohrt hat. Jedoch sieht man selbst als Laie, dass der Körper Gaddafis von Schuss- und Schnittwunden übersäht war. Das er vorher sexuell missbraucht wurde, darüber berichtet die Systempresse auch nicht. Von Mutassim ganz zu schweigen. Der, weitestgehend unverletzt, eine Zigarette raucht und Minuten später durch Genickschuss ermordet wird. Die offizielle NATO Diktion erklärte, Mutassim Gaddafi sei bei einem Gefecht getötet worden. Und so weiter und so fort. Und das in Zeiten von Youtube & Co…

  4. Tja Klaus, dann mal her mit den den Beweisen!

    Der sexuelle Mißbrauch, welcher dem Oberst zugefügt wurde, gilt im arabischen Raum als schwerste Demütigung!
    Da ist dann auch mit Sühnegeld nichts mehr zu regeln, da gilt nur noch eines: Rache, genauer Blutrache.

    Die Hetze gegen Vanessa Hessler ist wieder mal typisch.
    Mir ist die Frau von Ibrahim Moussa noch gut im Gedächtnis. Sie reiste mit ihrem Kind nach Deutschland zurück, aber dann ging hier was los, als die Presse davon Wind bekam! Ich dachte schon, so etwas gibt es nicht….Irrtum!

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