Archiv für den Monat: November 2011

Libyen: Lebenszeichen von Dr. Moussa Ibrahim

von John Schacher

Seven News Agency berichtete am 28. November, dass nach langer Funkstille erstmals wieder eine Verbindung mit Dr. Moussa Ibrahim zustande kam.

Dr. Moussa Ibrahim gratulierte und dankte der Agentur für ihren Beitrag zum Kampf gegen die Propaganda und Desinformation betreffs Libyen.

Im Gegenzug bat Seven News Dr. Moussa Ibrahim, seinen Kampf für Freiheit und all die Libyer fortzusetzen und dem Land Frieden und Ordnung zu bringen.

Dr. Moussa versicherte, dass er gesund und an einem sicheren Ort ist.

 

Libyen: keine Atempause

von John Schacher

Saif al-Islam Al-Quadhafi hat ein ernstes gesundheitliches Problem: fortschreitenden Wundbrand nach dem Verlust von drei Fingern. Wie schon von einem russischen Arzt festgestellt, wäre höchste Eile geboten, um eine Amputation des gesamten Armes zu vermeiden. Auch eine Blutvergiftung droht.

In ein Krankenhaus glaubt man Saif al-Islam wegen Sicherheitsbedenken unmöglich bringen zu können. LibyaSOS meldet die Ankunft einer 25-köpfigen Delegation aus Ärzten, Krankenschwester, Unterhändlern und neutralen Überwachern der Jamahirija mit einem Privatjet der Grünen Armee in Zintan, die Saif besuchen wollen. Franklin Lamb war die letzten Tage ebenfalls nach Zintan gereist und hatte erfolglos versucht, mit einer Vollmacht der Familie Al-Quadhafi Zutritt zu Saif al-Islam zu erhalten. Das Wachpersonal lehnte dies strikt ab und machte einen Besuch von der Zustimmung von Osama al-Jauli (auch Al Juwali) abhängig, der inzwischen vom Milizenführer (er ergriff Saif al-Islam) zum Verteidigungsminister avancierte. Franklins diesbezüglicher Artikel ist wie immer sehr lesenswert.

Bereits am Samstag wurde auf den NTC-Premierminister Abdel Rahim al-Kib und eine Gruppe seiner Parteileute in den Aussenbezirken von Tripolis ein Attentat verübt. Al-Kib selbst blieb unverletzt, zwei Männer seiner Begleitung starben, vier weitere wurden verwundet, als sie das Gebäude des staatlichen Rundfunks betreten wollten. Zu dem Anschlag hat sich noch keine Organisation bekannt. Zwei Männer wurden verhaftet.

Der von Katar gestützte Militärkommandeur Abdelhakim Belhadj (Kriegsname: Abu Abdullah Sadek) hat Libyen verlassen. Unter dem Namen Salem El Alwani soll er derzeit ein Kontingent von 700 Kämpfern an die türkisch-syrische Grenze bringen (AlgeriaISP). Belhadj´s Libyen-Projekt scheint jedenfalls verloren zu sein, nachdem er keinen hohen Posten in der Regierung erhalten konnte. Zu dem wurden seine Al-Quaeda-Brigaden vor wenigen Tagen in Bani Walid empfindlich geschlagen (93 Tote, 42 Gefangene) und haben in Sabha gerade erst eine komplette Einheit samt dem kommandierenden katarischen General verloren (235 Tote). Auch seinen eigenen Bruder hat Belhadj erst dieser Tage in Libyen eingebüsst. Leichen pflastern seinen Weg… In Sabha starben übrigens auch 13 französische Söldner. Als Reaktion bombt die NATO im Süden – nun ohne UN-Mandat eben illegal – weiter. Ebenfalls werden wie vor kurzem schon berichtet israelische Bombenflüge direkt von Tel Aviv aus durchgeführt.

Der Grüne Widerstand wird aktuell von Gamal Longuet geleitet. Die Grüne Armee bezeichnet sich selbst als gut versorgt und hat den Süden des Landes weitestgehend unter Kontrolle. Fast alle massgeblichen Organisationen in sämtlichen Regionen Libyens sind mittlerweile erfolgreich von grünen Kämpfern infiltriert.

Geldschein der Jamahirija
FIAT-Geld des NTC

Währenddessen haben die Mafiosos von CNT/NATO im Zuge der psychologischen Kriegsführung libysche Banknoten mit dem Bild des Freiheitskämpfers Omar Muktar eingezogen und neue Scheine mit Motiven von Bauwerken ausgegeben.

Frohe Botschaft: Ali Awahl, der Stammesälteste des Warfalla-Stammes lebt noch. Die Meldung über seinen Tod in Bani Walid wurde bewusst vom grünen Widerstand in Umlauf gesetzt, damit sich Awahl vor dem Fall der Stadt noch zurückziehen konnte und nicht unmittelbar der Rache der Rebellen zum Opfer fiel. Auch wir haben die Kriegslist geglaubt und über seinen „Tod“ berichtet. Eine ausnahmsweise einmal sinnvolle Lüge.

 


Libyen: Treffen der Stämme in Zawia

von John Schacher

Seit dem gestrigen Samstag bis zum morgigen Montag sind alle libyschen Stammesführer unabhängig von ihren politischen Standpunkten in Zawia versammelt. Hier bleibt zu erinnern, dass Libyen ein Stammes-Land ist, ein Land, das durch die soziale Organisation seiner Großfamilien strukturiert ist. Dies ist keine „rückständige“ Gesellschaft, wie sie manche der afrikanischen Stämme in der Mitte der Savanne darstellen mögen.
Nein, Libyen ist ein Land mit Hochschulen in allen Städten und einem hohen kulturellen Niveau, mit einer sehr hohen Alphabetisationsrate. Wie wir heute wissen, gab es  bis zur Ankunft der NATO kostenlose Schulen in jedem Ort, egal wie klein er war sowie Universitäten in allen Städten GRATIS. Jetzt sind diese durch die „demokratischen“ Bomben der NATO zerstört worden. So kommt es, dass die Stämme (oder Großfamilien) Libyens sich nun in Zawia versammelt haben, um gerecht zu organisieren und zu entscheiden, was weiter zu tun ist. Sie sind die wahren Herrscher des Landes und repräsentieren damit wirkliche Demokratie, nicht die Vakuumbomben von NATO/NTC und die Einsetzung eines „NTC aus Ausländern“, die sich in ihrer jeweiligen Heimat zum Mittagessen treffen, während die libyschen Bürger weder wissen wer sie sind, noch sie gewählt haben.
Libyen und die Libyer sind es gewohnt, nur von Libyern regiert zu werden und nicht von seltsamen Ausländern, die nur den Reichtum des Landes ausnutzen wollen. Deshalb wurde auch zu diesem Stammestreffen kein einziger Vertreter des NTC eingeladen, sonder allein die Führer ALLER Stämme Libyens.
Die erste Botschaft der libyschen Stämmen lautet:
„Der NTC hat Libyen verraten und das Land durch die Anforderung der bewaffneten Organisation NATO zerstört.“
Bereits ergangene Beschlüsse des Stammes-Rates sind:
  1. Katar muss Libyen sofort verlassen und alle Kämpfer abziehen. Diese Menschen genießen das Töten und Rauben und haben dem Land großen Schaden zugefügt.
  2. Alles Raubgut, Gold, Autos, Waren müssen sofort zurückgegeben werden. Sonst drohen den Dieben harte Strafen.
  3. Saif darf nicht getötet oder bestraft werden. Über seine Zukunft wird später entschieden.
Die neue NTC-Regierung steht völlig isoliert da, da sie weder die Unterstützung der Stämmen noch die der Rebellenmilizen hat. Zudem hat der CNT stolze 4 Milliarden an Öleinnahmen „verloren“. Niemand weiß, wer das Geld gestohlen hat, oder wie es verschwand.
Bei der Gefangennahme von Saif al-Islam wurden übrigens 6 Fahrzeuge aufgebracht, die von sechs Personen gesteuert worden waren. Die Rede kam aber nur auf 4 Fahrzeuge, über den Rest wurde nichts gehört. Denn: eines der Fahrzeuge war randvoll mit Geld. Das ist der Grund, warum nichts über diese LKW geredet wurde (erklärt von Augenzeugen).