Lybien: bigger than Jesus? – Khamis Al-Quadhafi zum 11ten-mal tot erklärt

von John Schacher

Der kürzlich abgeschaltene Sender Al-Rai-TV ging heute nacht wieder auf Sendung. Die erste Meldung war eine Nachricht über den Tod von General Khamis Al-Quadhafi, der in Tripolis als Frontkämpfer durch einen NATO-Luftangriff sein Leben habe lassen müssen. Der scharfe Geruch dieser Nachricht – besonders im Zusammenhang mit der zeitgleich stattfindenden Großoffensive der libyschen Seite – trieben Morris Herman sofort ans Telefon. Er fragte schon 10 Minuten, nachdem Al-Rai-TV wieder „on air“ gegangen war, in der dortigen Redaktion nach, was es mit der Meldung auf sich habe.

Beachten Sie im folgenden Mitschnitt die Stimme der Antworterin, die im entscheidenden Moment zögert und so gar nicht traurig und mitfühlend klingt… viel zu kurze Antwort ohne das Wort „confirmed“… auch der Ausdruck „he is a martyr“ oder „he has martyred“ kommt nicht korrekt und ist verdächtig.


Wichtige Hintergrund-Information: der im Irak angesiedelte TV-Sender Al-Rai wird betrieben von einem Exil-Iraker, der jahrelang von Muammar Al-Quadhafi besponsort wurde und sich als Freund in der Not zur Verfügung stellte, nachdem die NATO alle Medien erobert hatte. Die kürzliche Irak-Reise von Abdel Jalil (NTC), bei der er sich mit seinem Marionetten-Kollegen Maliki getroffen hat, diente unter anderem dem Betreiben, gegen den irakischen Gründer von Al-Rai-TV einen Haftbefehl zu erlassen. Dass dann nach der Sender-Abschaltung die erste Meldung den Tod eines Quadhafi meldet, ist mehr als verdächtig.



 

6 Gedanken zu „Lybien: bigger than Jesus? – Khamis Al-Quadhafi zum 11ten-mal tot erklärt&8220;

  1. Guten Tag, werte Lesergemeinde,

    also zum wiederholten Male: General Khamis Gaddafi ist tot!

    Dazu gibt es folgendes zu sagen: wenn man behauptet, ein Mensch sei tot oder gefangen und kann nichts dazu liefern als billiges Gerede, dann ist der Mensch verschollen.
    Ist das jetzt ein für allemal klar? Oder muß auch das x-mal wiederholt werden?
    Mit allem anderen macht man sich unglaubwürdig und lächerlich: aber jeder wie er kann.

    Wenn man schon Propaganda der Spitzenklasse machen will, dann sollte man den Menschen/Leiche live zeigen oder wenigstens eine welche dem Menschen wenigstens etwas ähnlich sieht. Immer wieder wird in den Medien schier endlos über die Zeit des Nationalsozialismus palavert, oft soviel, dass man k….könnte, aber von einem gewissen Propagandaminister hat man offensichtlich nichts gelernt.

    Die Berichterstatter über Tote, Mann in Frauenkleidern, gefangengenommene Söhne kommen mir vor wie ungezogene Kinder, die ins Gespräch hineinplärren, wenn Erwachsene reden. Vorlaut, aber man nimmt sie nicht ernst!

  2. Der Hintergrund dieser ständigen Todesmeldungen ist folgender:

    Die NATO/NTC wollen die Gaddafis (bzw. einmal auch schon Dr. Ibrahim) provozieren und sie dazu bringen telefonischen Kontakt zu TV-Sendern aufzunehmen, um die Meldungen zu dementieren. Dann könnten sie mit ihrem Überwachungs- und Spionagenetzwerk den Aufenthaltsort herausfinden und diese Position sofort mit Bomben zuschütten. Aber die Libysche Führung ist nicht so blöd, auf solche Kinderspielchen hereinzufallen, deshalb dauert es oft 1-2 Tage, bis Sprachnachrichten der Totgeglaubten oder glaubhafte Dementis erscheinen.

    Siehe:

    http://libyasos.blogspot.com/2011/10/khamis-gaddafi-not-dead-he-is-opening.html

    https://nsnbc.wordpress.com/2011/10/16/libya-and-nato%c2%b4s-killer-narratives/

  3. Hallo Fx,

    weißt Du, mich amüsiert es im Grunde, wenn wieder mal so eine Meldung eingeht und wenn die Lage in Libyen nicht so schrecklich wäre, könnte ich sogar darüber lachen.

    Worüber ich aber bestimmt lachen kann, ist die Art und Weise, wie sich die Berichterstattung selbst in Mißkredit bringt – das kommt noch soweit, dass man selbst dem einfachen Lokalberichterstatter nicht mehr glaubt. Der kann sich dann herzlich bei seinen „großen Kollegen“ bedanken….

    Kinderspielchen….gut ausgedrückt! Gaddafi ist ein vorzüglicher Schachspieler….Schach ein strategisches Spiel….wie im Kleinen, so im Großen.

  4. Jedem sollte klar sein, das der Mann mit großer Wahrscheinlichkeit im Kampf sterben wird – genauso wie Sirte mit großer Wahrscheinlichkeit fällt. Ich meine, das der libysche Widerstand auf diese Fakten besser vorbereitet ist, als seine „Fangemeinde“.

  5. Hallo NAA,

    eine Fangemeinde kann ich hier nicht entdecken.
    Warum sollte Oberst Gaddafi im Kampf sterben? Er ist mit Sicherheit mit seinem Offizierschor unterwegs, nur keiner weiß, wo. Und wie heißt es so schön: Totgesagte leben länger….

    Wenn er im Kampf fallen sollte, dann hat er seine Pflichten erfüllt, siehe „Märtyrer im Islam“, im Archiv zu finden.
    Was dann aber noch gefährlicher wird: der Mensch Gaddafi wird zur Legende…

    Ein Tip: Ratten über Bord schmeißen….

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