Libyen: NTC-Regierungschef Jibril will nicht mehr – „ich habe fertig“

er kennt den Plan: Mamoud Jibril - Bild: LibyaS.O.S.

von John Schacher

Der Chef des Exekutivrates der neuen libyschen Machthaber, Mahmud Jibril, hat nun unerwartet abgelehnt, Ministerpräsident der ersten Übergangsregierung Libyens zu werden. Die vom Westen eingesetzte Polit-Marionette, deren Mission nun mit landesweitem Chaos und Strömen von unschuldigem Blut „accomplished“ scheint, war zuletzt vor allem aus dem islamistischen Lager angefeindet worden und zieht nun verdächtig unverzüglich den Schwanz ein. Der Judaslohn will ja nun auch genossen werden, wäre der erste Gedanke. Doch diese Leute ticken anders und müssen sich nach ihren Untaten mit immer mehr Macht selbst beruhigen.

Es ist immer mehr anzunehmen, dass im Invasions-Plan für Libyen nie eine funktionierende Übergangsregierung vorgesehen war, sondern dieses durch NCT-NATO-Rebellen unzulängliche Chaos-Konstrukt in nahezu allen Lebensbereichen wohlweislich entstanden ist, um schliesslich einen leicht erklärbaren und plausiblen Grund für eine „humanitäre Bodenoperation“ (so wird es genannt werde) durchzuführen. Um die Reste dessen „aufzuwischen“ (echter Söldnerjargon), was die Irren vor ihnen übriggelassen haben. Dementsprechend verlustarm hofft man die Operation Libyen damit zum selbstgewählten Wunschtermin abschliessen zu können und die nun aktivierten Truppen dann unmittelbar in weitere Nahost-Brennpunkte wie Syrien werfen zu können.

Spekulieren wir auch ruhig einmal, dass eine Boden-Invasion unter Einsatz von spöttisch lächelnden US-Truppen immer wahrscheinlicher unmittelbar bevorsteht, auch um die unmögliche Blamage eines NATO-Scheiterns zu verhindern. Das wochenlange Unvermögen, relativ kleine Städte Sirte und Bani Walid einzunehmen, hat bereits der ganzen Welt die Wörter Sirte und Bani Walid heldenhörig gemacht, den kriegerischen Ruhm der Libyer manifestiert und das Gewicht von Quadhafis Warnungen (nicht Drohungen) an den Westen drastisch definiert.

Internationale Organisationen wie das Rote Kreuz oder der Rote Halbmond haben – wie jedem Krieg – einmal mehr ihr wahres Gesicht gezeigt, wie sie in folgendem kurzen Filmchen sehen können und sollten. Ab Sekunde 3 können sie das Logo des Roten Halbmodes auf der abgeladenen Munitionskiste deutlich erkennen. Viel kränker geht´s nicht, aber so ist die Welt:


Vom Roten Kreuz geht auch die Rede, dass dort nur NTC-Kämpfer und NTC-Anhänger geholfen werden, Loyalisten hingegen unbehandelt bleiben, ausgesondert und an die Rebellen ausgeliefert werden, um nichts Schlimmeres zu nennen. Loyalisten werden Auskünfte zu vermissten Verwandten und jegliche sonstige Kooperation verweigert. Heute nun beklagt das Rote Kreuz sich, keine Möglichkeit zur Hilfe mit Medikamenten etc. an die in Sirte Eingeschlossen zu haben. Darauf wurde den Heuchlern treffend geantwortet: „Bomben könnt ihr also abwerfen, Medikamente jedoch nicht?…

Saadi Quadhafi auf die Interpol-Fahndungsliste des meistgesuchten Verbrecher zu setzen, war wohl ein Akt des vorauseilenden Gehorsams, mit der sich INTERPOL nun einen globalen Schuss ins eigene Knie gegeben hat. Denn ernst nehmen kann man eine internationale Instanz sicher nirgends mehr, wenn sie so offenkundig manipulierbar ist. Ebenso unrettbar verloren wie die „Weltmeinung“ zur UN. Im Falles des Saadi-Haftbefehles hat Niger die Verhaftung verweigert, da kein fairer Prozeß zu erwarten wäre. Kompliment dahin!

Kommen wir zu erfreulicheren Dingen: der Khamis-Brigade ist gestern ein Husarenstück besonderer Güte gelungen: das CIA-Hauptquartier-Tripolis wurde in einer Kommandoaktion eingenommen und die grüne Flagge der Jamahiriya auf dem Dach gehisst!! CIA-Agenten und Söldner-Wachpersonal flüchteten Hals über Kopf in den Bereich des Miteega-Militärflughafens in der schwer gesicherten grünen Zone. Bei der Aktion, die gerüchteweise sogar unter der Führung von Dr. Ibrahim Moussa gestanden haben soll, konnten umfangreiche Dokumente und Beweismittel gegen die Invasoren beschlagnahmt werden, die nach Auswertung durch die libysche Armee an die Öffentlichkeit gebracht werden sollen bzw. den zuständigen Gerichten beigebracht werden. Da darf man mehr als gespannt sein, weil keinerlei Zurückhaltung oder diplomatische Schonung zu erwarten ist. Vielleicht wird aber auch wieder so ein windiger Deal wie der SAS-Gefangenenaustausch gegen Abzug der britischen Apache-Hubschrauber daraus, von dem vorgestern die Rede war.

mit solchen facebook-Schlachtplänen unterstützt die NATO planlose Rebellen in Sirte

In den Reihen der Rebellen geht es wie schon seit Tagen mit blutigen Machtkämpfen untereinander zur Sache. Bravo, weitermachen! Es werden heftigste Zusammenstösse zwischen den „Misrata-Brigaden“ und den „Benghazi-Brigaden“ gemeldet, die sich in Misrata und Benghazi in großem Umfang gegenseitig dezimieren. Auslöser seien die großen Verluste an den Fronten in Bani Walid und Sirte, wo in den letzten Tagen acht (!) Kommandeure dem grünen Fortschritt zum Opfer fielen. Die Kämpfer haben große Angst und keine Motivation mehr, psychische Probleme treten immer gehäufter auf.

Ja, und da war noch die Hotel-Geschichte, die my-metropolis in deutsche Worte gefasst hat:

Die NATO ist im Osten von Sirte anscheinend wieder in eine gut vorbereitete Falle gerannt. Nach der relativ problemlosen Einnahme eines Hotels hat man im Anschluß an die „Eroberung“ ein Meeting anberaumt, bei dem das weitere Vorgehen besprochen werden sollte. Dabei ist das Hotel, das von der libyschen Resistance mit Sprengsätzen präpariert worden war, in die Luft geflogen. Resultat: 90 Todesopfer und ein Hals- über Kopf-Rückzug der NATO-Banden.

Daraufhin haben die libyschen Verteidiger auch noch die NATO-Söldnertruppen kontaktiert, damit diese ihre Toten und Schwerstverletzten abholen da das Krankenhaus von Sirte aufgrund der NATO-Terrorangriffe ohnehin ausgelastet sei.

Auch der satirische Artikel Gaddafi tot, Sirte, Sabha, Bani Walid gefallen … SO WHAT? > dort ist sehr kurzweilig und lohnt die Zeit.

Die Situation in Sabha soll sich allmählich wieder auf Basis der Jamahirija stabilisieren. Wir wünschen den tapferen Libyern ein gesegnetes Wochenende. Mögen ihre Schutzengel besser fliegen als die NATO-Piloten, von denen übrigens aktuell auch einige die mörderischen Bombardements von Zivilisten verweigern und samt ihren Bomben wieder zurückgekommen sein sollen.

 

 

7 Gedanken zu „Libyen: NTC-Regierungschef Jibril will nicht mehr – „ich habe fertig“

  1. Der Grund für diesen Rüchtritt dürfte sehr trivial sein. Der Posten ist ein Himmelfahrtskommando und diese ganze sogenannte Übergangsregierung wird am Galgen enden.

    Im Irak hatte Saddam tatsächlich mehrere Teile der Bevölkerung brutal unterdrückt – z.B. Kurden und Schiiten. Das spielte den Besatzern in die Hände, da die heutige Regierung dort deswegen einigen Rückhalt in der Bevölkerung genießt.

    Natürlich hatte Gaddafi auch Feinde im Volk – wer hätte denn keine? Aber zwischenzeitlich, werden sogar die Feinde Gaddafis zu großen Teilen realisiert haben, was dieser „Diktator“ für sein Volk geschaffen hatte.

    Worauf wollte also diese neue Regierung ihre Grundlage bauen? Nehmen wir nur das ganz einfache aber wichtige Beispiel einer Polizei und Armee. Wer soll da für wen dienen? Die NATO-Rebellen etwa? Natürlich nicht, denn die sind vollkommen unfähig. Wer aber dann? Sicher haben die allermeisten Libyer mittlerweile Opfer in der eigenen Familie. Die vergessen sowas nicht. Die werden denen die Kehlen durchschneiden und das weiß die Ratte Jibril. Es gibt schlichtweg keine Basis für eine neue Regierung und wenn man das gesamte Libysche Volk tötet, gibt es immer noch keine Basis.

    Das ist das Problem, vor welchem die Herrschaften der NATO und ihre Verbrecherfreunde in den Regierungen der Welt stehen.

    Sicher werden Sirte und die anderen Städte fallen – das ist abzusehen. Allerdings wird es der NATO aus den oben genannten Gründen niemals gelingen „die Reste aufzuwischen“. Die Sitation ist eben anders als im Irak. Das libysche Volk hat gute Chancen, dieses Pack auf Dauer dahin zu befördern wo es hingehört – ins Jenseits.

    Die NATO ist gezwungen weiterzumachen, um ihr „Gesicht“ nicht zu verlieren. Die „Weltgemeinschaft“ hat ja Fakten geschaffen – Anerkennung der NATO-Ratten, Diebstahl des libyschen Vermögens etc. – und deswegen ist eine Umkehr momentan unmöglich.

    Meiner Meinung nach, sollte man mit gefangenen Ratten – vor allem mit gefangenen NATO-Spezialkräften – so verfahren, wie es die Somalis damals gemacht haben und diese Bilder sollten dann ins Netz. Ich glaube, dann wäre am ehesten Ruhe.

    1. Sehe ich ähnlich bzw. befürchte Ähnliches. Doch auch das Licht der Hoffnung brennt noch für die belagerten Städte, das darf man nie vergessen.

      Der Kommentar war übrigens leider im Spam-Ordner gelandet, deswegen die Verzögerung…

  2. Zitat: Mahmud Jibril, hat nun unerwartet abgelehnt, Ministerpräsident der ersten Übergangsregierung Libyens zu werden.

    Das überrascht mich nicht. Den wollte wirlich niemand haben, nicht mal die NATO. Einen fetten Judaslohn hat er sicher dennoch bekommen. Ob er den aber sehr lang genießen wird können ist zweifelhaft.

    Liebe Grüße

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