Libyen: in Bani Walid macht sich Empörung breit

erschienen bei Mathaba

Übersetzung John Schacher

Neben der Tatsache, dass die NATO und ihre Rebellen-Anhängsel den Sieg wieder und wieder deklariert haben, ist der Krieg in Libyen weit davon entfernt, vorbei zu sein. In Bani Walid erklärten Bürger ihren Ärger über Gewalttätigkeiten und Plünderungen der NATO-Rebellen und stimmten für eine Fortführung des Kampfes ihres historischen Führers Muammar Al-Quadhafi und der freien demokratischen Jamahiriya-Regierung.

Voller Zorn über die Racheakte seitens der NATO-Rebellen erzählen die Stammeskrieger, dass ihre Kameraden sich derzeit schon wieder zusammen gruppieren, um eine neue Aufstands-Bewegung in und um die strategisch wichtige Wüstenstadt im Süden der Hauptstadt Tripolis auf die Beine zu stellen.

„Der Warfalla-Stamm kocht innerlich. Sie können es nicht erwarten, etwas zu unternehmen,“ sagt Abu Abdurakhman, ein Anwohner, während einer Tour durch sein Haus, das von NATO-Rebellen-Truppen zerstört wurde.

„Die Warfalla-Leute aus Tripolis und anderswo schicken Textbotschaften herum, welche sagen:  ‚Wir müssen uns versammeln und etwas tun. Lasst uns versammeln! Lasst uns versammeln!'“

Bani Walid, die Heimatstadt von Libyens größtem Stamm, den mächtigen Warfalla, welche bis zu einer Million von Libyens sechs Millionen Gesamtbevölkerung zählen, mit Stammeskriegern überall im Land verstreut, ist voll mit Waffen, während die ganze Umgebung mit Grafittis übersät ist, die ausdrücken, dass man sich nicht von der NATO und ihren Rebellen versklaven lassen will.

Die in der Stadt stationierten Rebellen-Kräfte sagten, dass sie sich des Problems bewusst wären, doch einfachkeitshalber und falscherweise dachten sie, durch die Erklärung von Quadhafis „Tod“ „würden die Feindseligkeiten in Ermangelung eines klaren Zieles enden, noch bevor sie die Bewegung zu einer ernstzunehmenden Bedrohung entwickelt hätte.“

Die Stadt Bani Walid sieht ganz so aus wie eine Geisterstadt, nachdem Tausende infolge der wochenlangen heftigen Kämpfe und wahllosen Bombardierung und Beschießung durch die NATO geflohen sind. Langsam kehren nun einige Familien wieder, vielfach nur um zu entdecken, dass ihre Wohnungen oder Häuser zerstört sind. Es gibt immer noch kein Wasser und keinen Strom.

In einem Viertel, Tlumat, waren am Dienstag Schüsse zu hören, die Anwohner versammelten sich schnell, einige wirkten alarmiert und verhüllten ihre Gesichter mit schwarzen Schals.

In Tlumat sind die bröckenlnden Mauern übersät mit Slogans in der grünen Farbe der Al-Fatah-Revolution, die Libyen von den Fremdmächten befreite, die gerade wieder versuchen das Land neu zu besetzen. Einer davon, garniert mit Kugeleinschlägen, zeigt was die Libyer in Herz und Geist tragen: „Allah, Muammar, Libyen und sonst nichts!“

Anwohner sagten, Rebellen-Einheiten erschienen regelmäßig in ihrer Nachbarschaft – wahrgenommen als „pro-Gaddafi“-Gebiet – und schössen in der vergangenen Woche nachts nach dem Zufallsprinzip in die Luft, um die Menschen zu terrorisieren. Auch beschuldigten die Einheimischen Rebellen-Brigaden aus weit entfernten Orten wie Zawia und Garyan, ihre Häuser angegriffen zu haben.

„Das ist keine Revolution. Diese Rebellen stehlen alles, plündern Häuser, Autos, Privateigentum. Sie stürmen Wohnviertel, schiessen wild herum, um alle Leute einzuschüchtern,“ erzählt Abdulkhakim Maad, 30.

Ein anderer Mann, der Tabakwaren an einer von Schutt und Patronenhülsen übersäten Kreuzung verkauft meint: „Die Rebellen zerstören unsere Häuser. Es gibt auch eine Menge Plünderungen.“

Tabet Awena, 80, ein Stammesältester in Bani Walid, deutet auf ein kürzlich von einem Rebellen-Angriff zerstörtes Haus.

„Die Reaktion hierfür wird sehr stark sein“, sagt er. „Wir werden bis zum Tod kämpfen.“

Abu Abdurakhman, dessen Haus ebenfalls bei einem Rebellen-Angriff vor drei Tagen beschädigt wurde, sagt dass die Menschen so wütend seien, dass sogar die wenigen, die anfänglich für die Rebellen-Streitkräfte waren, sich jetzt gegen diese gewandt hätten.

„Die meisten Plünderunge geschahen in Abwesenheit der Leute. Diese Menschen haben nun gesehen, was die Rebellen machen und sind wütend“, berichtet er.

Der NATO-geführte NTC hat es sich zu seiner „obersten Priorität“ gesetzt, die Herzen und  Gemüter der Bewohner von Bani Walid zu gewinnen – und das schnell, bevor es „zu spät“ ist  – die Fall ist jedoch bereits eingetreten, weil das libysche Volk sonnenklar gemacht hat, dass es mit Herz und Seele dem demokratischen Jamahiriya-System und seinem symbolischen Führer Muammar Al-Quadhafi anhängt, der in den Herzen von Millionen Libyer(innen) und Menschen aus aller Welt lebt.

Mathaba-Bearbeitung eines Reuters-Artikels.

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