Ein Kommentar zu Ägypten, den die ARD nicht bekommt:

Leserbeitrag von H.-P. Schröder

Die ARD titelt am 10. Oktober 2011 zu diskreter Stunde  (4:24 Uhr) passend:

„24 Tote und 200 Verletzte bei Unruhen in Kairo“

Bei Ausschreitungen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo sind 24 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 200 weitere wurden bei den Kämpfen zwischen koptischen Christen, Muslimen und Sicherheitskräften verletzt. Derweil nahmen die Behörden Dutzende Personen fest.

Dazu hätte ich gerne einen Metatagesschau-Kommentar verfasst, aber zu lang, zu verschlüsselt ungeschickt und damit ganz klar ohne Chance auf Abdruck, also den bekommt ihr nicht. ARD du bringst dich um das Beste. Ab heute bist du zweite Wahl:

Am Dirigentenpult die Fratze. Ja worin steckt sie denn ? Und wem gehört sie ? Raten SIE !

Das als vorlaut zu bezeichnende Neujahrsbömbchen in der Kirche von Alexandria, das zählte noch nicht, aber immerhin, mittlerweile läuft das Ding länger unrund als in Libyen, allerdings ist das gedrehte Ding in Ägypten mit solideren Schalldämpfern versehen, schleicht meist hintenherum als Leisetreter, nicht wie in Libyen Krachmusik mit Himmelfahrt, Arme ab und Kindertod en masse. Das muss am libyschen Einfuhrverbot für Schalldämpfer und am libyschen Ausfuhrgebot für Schallgedämpftes liegen. Das kann sich noch ändern.

Doch jetzt “Der Hoffnungslose“ (Kommentar):

Bevor es dann richtig losging in Ägypten traf sich Militärdiktator Tantawis Generalstabschef Sami Hafis Enan noch schnell mit Gesellen aus dem US-Stabe in den Vereinigten Staaten zu Amerika. Im Januar 2011 war das. Kein Zusammenhang mit irgendetwas selbstveeeeeerstääääääääääändlich, denn im Lande des Großen Bruders, welcher genannt wird „Turbosauger an umgekehrtem Düsenantrieb“ , weilen ägyptische Generäle des öfteren, rein privatwirtschaftlichdienstlichgeheim und öffentlich versteht sich, in ihrer Eigenschaft als Befehlsausgaben- und Lohnempfänger.

Jahrzehntelanges Teilbekriegungsrecht will verdient sein, der Schwebezustand zwischen Demokratiegequake und Anarchiegeunke, der jeden Frosch seiner Stimme und jede Ballerina ihres Nervenkostüms berauben würde, lässt die Generäle kalt. Verständlich , denn erstens handeln sie mit einem Premium i. A. im gedeckten Rücken ,- bitte vorsichtig ab und zu umdrehen, denn wie Herr Mubarak lehrt, kein i.A. bleibt, was es niemals war – und…

..und zweitens haben sie das vom Großen Bruder, genannt „ Turbostaubsauger an umgekehrtem Düsenantrieb“, empfohlene Rezept mittlerweile verinnerlicht, in Form bescheidener Häuschen in Charme mit Sheik, standesgemäßen Domizilen in zwei großen Städten, Butterschiffchen auf Nil, Butler, Diener, Endlosdinner, Komplexen aus Hotels und Whiskyfass, sowie jedweder Menge Lustigkeitenspaß.

Nach dem Rezept „ Ruhe herrscht im Kochtopf erst sobald ich es befehle. Weiterrühren !“, hetzt die gegenwärtig schwarze Hand am langen Arm sich selbst Menschenkind gegen Menschenkind, während in Watschington und Tell Qui Vive andersartige Grüßausgußte und Ausgußtinnen aus Langeweile Kerben in Gewehrkolben schnitzen.

200 Verletzte, 24 Tote. Damit lässt sich kalkulieren. Leichen werden immer wieder gern gemacht, dadurch verwandeln sich ( tote ) Oppositionelle in die besten Geschäftspartner, zuverlässig, unbestechlich, nicht wankelmütig, anspruchslos.

200 Verletzte, 24 Tote, Hausmannskost im Auftrag ( i. A. ) à la Ägypten, belebt den Export mit weltweiten Steigerungsraten.

Welcome to Phantasia, Großer Bruder. Welcome.

Auf gut Deutsch: Der Text handelt von gewöhnlichstem Verrat. „Sie“ hetzen Minderheiten gegen Mehrheiten und umgekehrt, um die wahre Opposition auszuschalten. Das bewährte Rezept der uralten Fratze. Eine nie heilende Wunde schaffen, die jederzeit aktivierbar ist. Nichts ist gut in Ägypten.

Metaebene

Anmerkung der Red.: P.S.: hier noch ein Link zur Todesfahrt eines Schützenpanzers von heute.

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