vom Raubkrieg gegen die libysche Jamahirija und „Linken“ Jubelpersern

etnische Aufteilung Libyens

von Johannes Löw

Wenn wir von vielen Konglomeraten deutscher Linker in den letzten 20 Jahren Konzepte hören wollten, wie sie sich den Aufbau einer Gesellschaft und ihrer Ökonomie vorstellen, erhielten wir in der Regel nur unbestimmtes Gestammel. Hier möchte ich explizit die DKP ausnehmen, weil ich mich nie mit Konzepten der DKP beschäftigt habe und über diese Partei keine Aussage treffen kann. Von der Partei Die Linke vernehmen wir in erster Linie Vorschläge, wie der Kapitalismus zu retten sei.

Aus einer Menge linker Ecken (natürlich nicht aus allen) flattern Elaborate durch das Internet, die den Sieg der glorreichen Anti-Gaddafi-„Rebellen“ feiern, einige gehen sogar so weit, von einem „Sieg im Volkskrieg“ zu sprechen. (Ich habe festgestellt, dass aus DKP-Kreisen Solidarität mit dem wahren Libyen erkennbar ist.)

Ich möchte in diesem Zusammenhang kurz einige Errungenschaften des libyschen Staates aus den letzten 42 Jahren, seit Beginn der Fateh-Revolution durch einen unblutigen Putsch gegen König Idris 1. Sanussi skizzieren:

Unter diesem König förderten britische Firmen Öl in Libyen und bezahlten dafür etwas an das Königshaus.

Der König war ein Mann, der Sklavenhändler bezahlte, dass sie ihm von überall aus der Welt Knaben besorgten, die er in einem Harem sammelte, der den Zweck hatte, seine exzessiven päderastischen Neigungen zu befriedigen.

Frauen durften den König nur ansprechen, wenn ein Bediensteter ihnen die Erlaubnis dafür erteilt hatte, dafür mussten sie sich vor ihm hinknien und seine Füße küssen, ehe sie den Mund aufmachten.

Das Land galt nach allen UN-Statistiken 1951 als das ärmste der Erde, und 1969, als die Fateh-Revolution begann, als das 3.-ärmste, was eben daran lag, dass die Briten dem König Geld für Öl bezahlten. Die Hebung des statistischen Status hatte jedoch rein gar nichts mit den allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklungen im Land zu tun.

Eine weitere Einnahmequelle war der Unterhalt von britischen und amerikanischen Militärbasen.

Die libysche Bevölkerung war im Wesentlichen analphabetisch, es gab keine Schulen, keine Krankenhäuser, keine gepflasterten Straßen, kaum Elektrizität, kaum fließendes Wasser, die Bevölkerung lebte in Zelten.

Die durchschnittliche Lebenserwartung lag nicht über 40.

Behalten sie im Kopf, dass es die Fahne dieses Königs ist, unter der die „Rebellen“ „kämpfen“.

Und unter der bezahlte Funktionäre der Partei Die Linke wie Jelpke und Buchholz den Aufständischen im Namen der Partei ihre Solidarität ausdrücken.

Jetzt springen wir in den Januar 2011:

Libyen ist das Land mit dem höchsten allgemeinen Lebensstandard in Afrika. Der Lebensstandard ist höher als in der GUS und als in Teilen der EU. Die durchschnittliche Lebenserwartung übersteigt 70 Jahre.

Libyen hat eine kostenlose allgemeine Gesundheitsversorgung, die in den Ballungsgebieten weit über dem Niveau eines bundesdeutschen Kassenpatienten liegt und in der Peripherie stetig ausgebaut wird, und in dem zwischen Staatsbürgern und Gastarbeitern kein Unterschied gemacht wird.

Libyen hat ein kostenloses Bildungssystem für Alle, Staatsbürger und Gastarbeiter. Viele Gastarbeiter erleben in Libyen zum ersten Mal so etwas wie eine Schulbildung.

Talentierte Studenten erhalten großzügige Stipendien für das Studium im Ausland.

Der libysche Staat sichert den Frauen gesetzliche Gleichberechtigung mit den Männern zu, was dem Colonel Gaddafi eine Verurteilung (Fatwa) des Ayatollah Khomeini eingebracht hat.

Jede libysche Familie hat entweder ein Haus oder eine Wohnung, die de facto kostenlos ist.

Libyen ist weitgehend elektrifiziert und es gibt überall fließendes Wasser.

Libyen betreibt Projekte der Agrarisierung der Wüste.

Libyer, die sich für die Farmarbeit entscheiden erhalten ein kostenloses Stück Land zur Bebauung, eine Grundausstattung und jährlich ein Kontingent an kostenlosem Saatgut.

Diese Maßnahmen wurden durch den Great Man Made River möglich, ein Wassersystem, das unter der Sahara Süßwasser fördert und zu den Ansiedlungen und Städten führt.

Libyen verfügt über eine Nationalbank, die es zu einem der 5 Staaten macht, die unabhängig von IWF und Weltbank sind. Der Libysche Dinar ist goldgedeckt durch 144 Tonnen Gold (zum Vergleich: Großbritannien verfügt über ca. 280 Tonnen Gold, um das Pfund zu decken.) Libyen hat nicht einen Cent Auslandsschulden oder Bankschulden.

JedEr LibyerIn erhält einen monatlichen Geldbetrag, um seinen Lebensunterhalt bezahlen und gestalten zu können.

Einkünfte aus Arbeit sind zusätzliche Einkünfte, so, dass Libyer sich entscheiden können, ob sie arbeiten wollen oder nicht.

Libyen trägt 80% der Kosten eines panafrikanischen Kommunikationssatelliten, der dem gesamten Afrika die Telekommunikation zu angemessenen Preisen ermöglicht.

Libyen hat einen African Monetary Fund eingerichtet und eine African Investment Bank, über welche Projekte in verschiedensten afrikanischen Staaten finanziert werden, die beitragen sollen, diese Länder aus der Zinsknechtschaft durch IWF und Weltbank herauszulösen und eine eigenständige Wirtschaft aufzubauen.

Das politische System Libyens ist für den westlichen Ausländer nur schwer zu durchschauen.

Einerseits gelten die traditionellen Regeln der mehr als 2000 Stämme, andererseits verfügt es über ein System der direkten Demokratie, wie sie von Colonel Gaddafi in der 3. Universaltheorie beschrieben wurde. Dass das in der Praxis einer ständigen Weiterentwicklung bedarf und auch Rückschläge erlebt, erschliesst sich glaube ich jedem Menschen, der schon einmal versucht hat, mit Anderen etwas aufzubauen.

Ich könnte diese Liste jetzt noch fortsetzen, aber das reicht erst mal.

Ich frage mich, was für Menschen sind das und was wollen sie, die den Organisator eines solchen Staates als einen gar schröcklichen Tyrannen, oder wie das Modewort ist: Diktator bezeichnen.

Es war ab und zu notwendig, den Staat gegen Angreifer zu verteidigen.

Ich frage mich, welche Zielsetzungen „Die Linken“ haben, welche die Zerschlagung eines solchen Staates unterstützen.

Denn außer Flugblättern, auf denen steht, sie seien antirassistisch, antiimperialistisch, antipatriarchal und gegen Antisemitismus, Infoläden mit wechselnder „Besatzung“ und ein paar Demos haben die noch nie etwas Greifbares oder Tragfähiges zu Stande gebracht! Konkret wissen wir von ihnen nur, dass alle außer ihnen blöd sind.

Sehen wir uns nun Libyen heute, am 11.09.11 an. Ich zähle jetzt nur ein paar Dinge auf, die eindeutig bewiesen sind.

Die Städte sind entweder menschenleere Geisterstädte oder Trümmerfelder.

Die Wasserversorgung ist zerbombt.

Die Elektrizitätswerke sind zerbombt.

Die Kornspeicher sind uranverseucht.

Es gibt kaum noch Telekommunikation.

Es gibt wenig Lebensmittel, wenig Wasser in Flaschen (in einem Wüstenland!) und kein Geld.

Im ganzen Land stehen irgendwo Ansammlungen von Typen, die blöd in der Luft rumschiessen und Allahuakbar schreien. Sie warten, bis die NATO einen Ort bombardiert hat, fallen danach ein und plündern alles, was nicht niet- und nagelfest ist.

Sie haben das archäologische Museum in Tripolis vollständig leer geräumt.

Sie überfallen Flüchtlingskonvois und Lager, entführen Frauen, vergewaltigen sie und schneiden ihnen hinterher die Brüste ab.

Sie machen Treibjagden auf schwarze Männer, die sie internieren, foltern und töten – auf afrikanischem Boden.

Kinder werden entführt und verschwinden, wie beispielsweise 105 aus einem Waisenhaus in Misurata, kurz nach dem die „Rebellen“ sich dort eingenistet haben.

Sie eilen davon, wenn libysche Soldaten auftauchen und keine NATO in der Nähe ist.

Der NTC hat bereits 29 Tonnen Gold der Nationalbank verscherbelt.

Die 120 Milliarden € Auslandsguthaben des Libyschen Staates wurden von den Banken, in denen sie angelegt sind gestohlen mit dem Spruch: ist Gaddafis Geld. Sie werden scheibchenweise eingesetzt um den militärischen Überfall zu finanzieren. Alleine durch das „Einfrieren“ sind alle Projekte zerschlagen, die von diesem Geld finanziert wurden oder von ihm abhängig sind.

Dschihadisten versuchen die Scharia als Gesetz einzuführen. Sie haben beispielsweise in Bengazi vor 4 Monaten 16 Frauen öffentlich geköpft, weil sie in Parfümerieläden arbeiten, um die neue Ordnung klar zu machen.

Ganze Familien wurden in Bengazi lebendig eingemauert.

In einem als besonders friedlich bekanntem Land mit einer der niedrigsten Kriminalitätsraten der Welt wurden seit Februar 2011 weit über 50 000 Menschen getötet, unzählige verwundet, die medizinische Versorgung ist zusammengebrochen.

Ein interessantes Demokratieverhältnis offenbart sich: von etwa 6,5 Millionen Menschen sind 5 Mio. für ihren Staat, 100.000 dagegen. Die NATO schlachtet, nun teilweise unter Einsatz chemischer Waffen, diese 5 Mio ab oder treibt sie in die Flucht, um ein Terrorregime der 100.000 durchzusetzen. Man könnte sagen, dass selbst wenn man auf diese blödsinnige Phrase vom bösen Diktator und liebem Parlament reinfällt, das demokratische Votum deutlich den Diktator bevorzugt. Aber freilich ist es Lüge, weil die Basisvolkskongresse die übergeordneten Volkskongresse wählen usw. Es existiert eben kein Parteienparlament, das alle 4 Jahre mit einem Kreuzchen auf einem Stück Klopapier zusammen gewürfelt wird. (Polt kommt einem in den Sinn: „Ich brauch keine eigene Meinung, ich leb schon in einer Demokratie.“)

Mehr will ich jetzt gar nicht aufzählen. Wer mehr wissen will und wenigstens eine Fremdsprache lesen kann, kann das relativ einfach im Internet recherchieren.

Den linken Cheerleadern der „Rebellen“ sei eines ganz deutlich gesagt: da ihr notorisch inhaltlich nur diffus und unwesentlich in Erscheinung tretet, werdet ihr an dem gemessen, womit ihr solidarisch seid. Kenner der Fakten interessieren sich nicht für blumige Theorien. Sie überprüfen die Theorie an der Realität.

Der Libyenkrieg hat diese Welt für immer verändert. Die Karten sind neu gemischt. Hier haben alle ihr wahres Gesicht gezeigt.

Nun, das Wort Volkskrieg hat auch einen neuen Inhalt bekommen: Krieg gegen das Volk.

Johannes Löw, 11.09.11

8 Gedanken zu „vom Raubkrieg gegen die libysche Jamahirija und „Linken“ Jubelpersern

    1. Hallo Hansl,
      dann wäre ich mal gespannt, was Sie GEGEN Gaddafi vorbringen oder welche unserer Meldungen sie als unwahr belegen können…
      Genau da fängst es nämlich an. Der Mann wird doch seit Jahrzehnten nur deshalb verteufelt, weil er zu seinen Leuten viel zu gut ist – im Vergleich mit dem, was unsere Staatsführungen in Europa mit den Bürgern machen. Gaddafi liegt die Gesundheit und auch das seelische Wohlergehen seiner Libyer am Herzen, während unsere Führer nur Befriedigung durch Geld suchen.

  1. Danke für diesen Beitrag. Tatsächlich ist man einfach baff und überrumpelt, wie Leute, welche jahrelang etwas von Menschrechten erzählt haben – von ARD und ZDF mal ganz zu schweigen – diese offensichtliche Schweinerei ganz selbstverständlich mittragen.

    Man muß nüchtern konstatieren, dass diese Gesellschaft am Ende ist – politisch, moralisch, finanziell – und das dieser Krieg unweigerlich auf uns selbst zurückfallen wird.

  2. @hansl – Vielleicht nehmen Sie die großartigen Entwicklungen in Libyen seit 1969 zur Kenntnis und sprechen mit Menschen, die in Libyen leben und arbeiten.

    Wo gab es Hunger, Durst und Elend in Libyen vor dem Krieg?

    Warum wurde Libyen als die „Schweiz Afrikas“ bezeichnet?

    Warum haben zig Millionen Ausländer gern in Libyen gearbeitet und gelebt?

    Haben Sie sich mal mit der weltweit größten Trinkwasseranlage beschäftigt?

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