Libyen: Rebellen-Debakel vor Sirte, Erfolge im Süden

von John Schacher

Quadhafis Leute kämpfen wie die Löwen. Die lybische Regierungsarmee ist in der Rolle ihre Lebens: man ist in einer Unzahl von Orten mit Kommandoeinsätzen erfolgreich – auch in Tripolis. Die Stammeskrieger der Freiwilligenarmee(n) schlagen sich hervorragend gegen die fortgesetzten Angriffswellen der NATO-Rebellen vor Sirte. Alles trotz permanenter Luftunterstützung und Massen an schweren Waffen auf Seiten der Angreifer.

Schlacht um Sirte

Während Bani Walid eine kleine „Verschnaufpause“ vergönnt zu sein scheint, zogen die NATO-Rebellen heute vor Sirte ihre Kräfte zusammen (geschrieben wird von 6000 Mann, 100 Panzern und 900 Fahrzeugen) und blies zum Großangriff. Doch die tapferen Verteidiger konnten sie zurückwerfen und zerstörten nach ersten Berichten 4 Panzer und 22 andere Kampfwagen. Daraufhin mussten sich die Rebellen an der westlichen Front  mit 50 Panzern und 120 Jeeps zurückziehen. Die libysche Armee soll auch ein NATO-Kriegsschiff nahe des Strandes von Sirte zerstört haben.

NATO Special-Forces innerhalb Sirte abgesetzt

Berichten zufolge sind NATO-Spezialeinheiten innerhalb Sirte abgesetzt worden. Diese haben Zivilisten als Schutzschilde genommen und operieren aus deren Häusern heraus. Während an der Front die Kämpfe toben, arbeitet die libysche Jamahariya daran, diese Kommandokräfte aus dem Stadtzentrum zu neutralisieren.
Die NATO-Milizen behaupten, den Eingang der Stadt besetzt zu haben, doch ist davon nichts zu sehen. Die Spezialeinheiten sind umzingelt und haben keinen Ausweg mehr.
Ein ähnlicher Versuch fand in Bani Walid statt, worauf den NATO-Milizen der Angriff befohlen wurde, welcher aber fehlschlug. Die Spezialeinheiten mussten als „gestrandet“ zurückgelassen werden.
Berichte sprechen von Hunderten getöteter NATO-Milizen beim Sturmversuch von Sirte, ähnlich den Geschehnisssen in Bani Walid.

Mitgliederliste des NTC

Eine Auflistung von 40 NTC-Mitgliedern findet man bei „Hinter der Fichte„. Schön, dass diese Namen festgehalten sind. Wie wenig faule Früchte doch genügen, um die ganze Ernte zu verderben.

Younes-Clan bleibt bestechlich

Bezugnehmend auf italienische und spanische diplomatische Quellen sind Mitglieder der Familie des ermordeten Verräters Gen. Younis Abdel Fatah direkt „zur Kasse gegangen“. Younis hatte vorher monatelang damit gedroht, die Autorität des Benghazi-Rates (NTC) nicht anzuerkennen. Um das Problem zu lösen und die wahren Mörder nicht ausliefern zu müssen, haben Quatar und die Saudis diese Clan-Mitglieder mit einem Scheck gekauft.
50 Millionen soll hier Schweigen und Unterwerfung gekostet haben.
Im derzeitigen, von Verrätern und Kollaborateuren regierten Lybien können offenbar alle Dinge gekauft und verkauft werden. Auch Prinzipien und religiöse oder humanitäre Werte. Dies ist das „neue Libyen“, das böse Menschen versuchen zu errichten.
weisser Phosphor, Senfgas
Die schier unglaubliche Verwendung von Senfgas in Bani Walid ist nun vielmals bestätigt. Auch wurde die Dingfestmachung eines NATO-Trucks mit zur Verwendung bestimmter Senfgas-Munition bei Bani Walid bekanntgegeben. Zum auf Kapitulations-Flugblättern angedrohten Einsatz von weissem Phosphor gibt es noch keine schlimmeren Nachrichten.
Nicht vergessen sollte man hier auch den möglicherweise seitens der NATO-Rebellen geplanten „false-flag Angriff“, nämlich ein Massker an Zivilisten mit in Moldavien bezogenem russischen Militärgerät. Hierdurch soll verkleidet in den Farben und Uniformen der Regierungsarmee ein medienwirksamer „Beweis“ für Quadhafis Greueltaten und heillose Verwirrung bei der Bevölkerung zu erzeugt werden.
Verstärkung und Erfolge im Süden
Der ebenfalls bedrängte Süden Libyens wird weiter möglichst „rattenfrei“ gehalten. Sabha steht weiter unter dem Druck von Terror-Bombenangriffen sowie Lebensmittel- und Wasserknappheit. Besonders die vielen Flüchtlinge machen die Situation schwierig. Gadhames wird gemeldet als vollständig befreit, alle Strassen von Algerien nach Tripolis seien gesäubert. Eine große Armee von Freiwilligen aus dem Niger soll sich gebildet haben, die ihren vom Genozid bedrohten schwarzen Brüdern und Schwestern zur Seite stehen wollen.
Das Kriegsglück liegt derzeit offenbar auf Seiten der Gerechten, helfe Gott, dass es so bleibt!

3 Gedanken zu „Libyen: Rebellen-Debakel vor Sirte, Erfolge im Süden

  1. 1.) Der fast vollstandige Nachrichtenausfall zu Libyen im – zumindest: deutschen – mainstream, ist in der Tat eine Bestätigung der Ausführungen des Artikels. Und ein gutes Zeichen.

    Sogar die online-BBC, die man natürlich nur mit Vorsicht (und ein bißchen angewidert) lesen muß, gibt die Entwicklung wider, die von Sarkotzy und Cameron so nicht geplant war:
    http://www.bbc.co.uk/news/world-africa-14941326
    oder auf Maschinendeutsch: http://translate.google.com/translate?hl=de&ie=UTF8&prev=_t&sl=en&tl=de&u=http://www.bbc.co.uk/news/world-africa-14941326 .

    2.) Lohnendes findet sich – zumindest derzeit – auf http://info.kopp-verlag.de/index.html (auch wenn da immer dieser entsetzliche Rassist „Ulfkotte“ ist) .
    a) Die Nachrichten dort ersetzt mir jedenfalls, die von mir schon seit Jahren nicht mehr angesehene „tagesschau“ (nur die Wetterkarte dort ist gut).
    b) Derzeit finden wir dort auch ein Video mit Webster Tarpley. Interessant Tarpleys Aussage, daß 911 mit dem Trick von unglaublich vielen Übungen (Militär, Sicherheitskräfte) sowohl vor dem 11.Sept. 01 als auch an genau diesem Tag installiert worden sei. Auch die Breivik- Morde und die Bomben in Oslo gingen fast schon ‚Hand in Hand‘ mit Übungen der Sicherheitskräfte. Und eben auch der Überfall auf Libyen sei im Schutze der von den beiden hauptbeteiligten Staaten Großbritannien und Frankreich bereits im November 2010 vereinbarten Übung „South Mistral“ durchgeführt worden. Übungsthema von „South Mistral“ war eben genau dies: die Eroberung eines nordafrikanischen Landes aus dem Mittelmeer heraus.

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