Libyen: Ein Volk holt tief Luft

von John Schacher

Mit der Kontrolle von drei Viertel seiner Landesfläche, einer funktionierenden Armee und der breiten Unterstützung der libyschen Stämme sieht Muammar al Gaddafi den kommenden Konfrontationen mit dem NTC und NATO-Spezialkräften (Sirte) gut aufgestellt entgegen. Und mit jedem Tag sehnen mehr Libyer die friedlichen Tagen seiner Regierung zurück. Auch wenn die NATO den Medien-Krieg gewonnen hat, die Wahrheit auf dem Boden sieht ganz anders aus. Schon bald werden die NATO-Lügen wieder an den Tag gespült und damit der krasse Glaubwürdigkeitsschwund der staatlichen Medien beflügelt.

Was wurde heute im Zusammenhang mit der über Niger absetzenden Kolonne von 200 Fahrzeugen nicht alle gemutmasst: der innerste Kreis um Gaddafi soll fliehen, der Goldschatz soll dabei sein, Familienangehörige, ja Gaddafi und Saif-al-Islam selbst.  Was weiss man wirklich: Nichts! Vermutlich geht´s weiter nach Burkina Faso, wo politsches Asyl für die libysche Führung angeboten wurde. Hoffentlich findet Aisha Gaddafi ein wenig Zeit und Ruhe für ihren Säugling.

Was man aber weiss ist: die NATO-Presse lügt heute Nacht in Bezug auf Bani Walid wie gedruckt: während im TV Bildaufnahmen der friedlichen Übergabe laufen, erklärt der Chef des Warfalla-Stammes, der Oberherr der Region genau das Gegenteil: keine Übergabe der Stadt, nichts dergleichen. Währenddessen geht das NATO-Bombardement, wie im Fall von Sirte, unvermindert weiter. Sonst kommen sich die Zivilisten noch ungeschützt vor. Neuerdings wird immer häufiger die Verwendung von „Sound-Bomben“, deren Lärm psychisch zerrütten soll, gemeldet. Schwere Gefechte sollen weiterhin in den westlichen Bergen längs der algerischen Grenze statffinden, näheres ist nicht bekannt.

Tripolis, 1. Juli 2011

Gute Nachrichten: Khamis Gaddafi ist auf Basis seiner hervorragenden Leistungen (Brega…) zum General befördert worden. Er leitet die Kämpfe in Tripolis, von wo auch heute wieder eine konstante Kette von Erfolgsmeldungen kommt, welche die unablässige Ausschaltung von Rebellen-Ratten und ihrer Fahrzeuge aus dem Stadtgebiet betrifft. Vor wenigen Tagen erst griff die Khamis-Brigade ein SAS-Camp an und tötete einige der britischen „Elitesoldaten“. Eine weitere Gruppe SAS-Männer soll im abgeschossenen Chinook-Hubschrauber an der algerischen Grenze und natürlich während des Sturms auf Tripolis umgekommen sein.

Großbritannien zieht deshalb seine restlichen 173 SAS-Mörder wegen „unzumutbarer Verluste“ aus Libyen ab. Genaue Zahlen hält man geheim, Insider sprechen von 21 bis 35 Gefallenen. Jeder dieser Kerle soll laut einem Experten einen Wert von 1 Mio. Pfund im Jahr dargestellt haben. Mehr als makaber! Doch einem Stadt-Guerilla-Kampf haben auch die britischen oder französischen Elite-Killer nicht viel entgegenzusetzen – ist ja ihre eigene Medizin, die sie da zu Fressen bekommen… Jetzt nach dem großen Abschlachten von tapferen Jungen und Mädchen, dem Wegmetzeln von Vätern, Müttern, Alten und Kranken in Tripolis gegen richtige Männer im Häuserkampf auf Augenhöhe anzutreten, haben die Killer nicht im Repertoire.

Regierungssprecher Dr. Moussa Ibrahim hat auch heute nacht wieder den Fluchtgerüchten um Gaddafi widersprochen und die Gegenwart des „Brother Leader“ in Libyen bekräftigt. Sein Wort hat Gewicht, bisher wurde jedenfalls keine Falschmeldung bekannt.

Die fortgesetzten Massaker der islamistischen TNC-Rebellen an der schwarzen Bevölkerung, sowohl der libyschen als auch an schwarzen Gastarbeitern und ihren Familien, haben scharfe Proteste des Vorsitzenden der Afrikanischen Union (AU) in Addis Abbeba ausgelöst und begründen die bislang nicht erfolgte Anerkennung des NTC. Die afrikanische Situation finden Sie bei „Hinter der Fichte“ prima ausgeführt.

Nachdem die „Freunde Libyens“ mit dem NTC in Paris das Fell des libyschen Löwen so vorschnell verteilt haben, werden sie wohl bald erkennen müssen, daß ihr wirklicher Krieg eben erst begonnen hat. Und wem in dieser Sache die Sympathien der Nachbarländer und weiter Teile der Welt gelten dürften, ist klar abzusehen: Brother Leader Muammar al Gaddafi, einem Wohltäter seines Volkes seit mehr als 40 Jahren. Tiene cojones!

 

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