Gedanken zu Libyen

Sabratha, Libyen

von John Schacher

Von einem kurzen Urlaub am Gardasee mitten aus der beginnenden Schlacht um Tripolis gerissen, trennte ich mich damit auch vom seit Monaten nervenzerreissenden Geschehen im einstmals so friedlichen Libyen. Es dauerte seine Zeit, bis die bewegende Schönheit der Alpen, die Reinheit der Bergluft, das Leben an sich wieder an meine Sinne dringen konnte. Zu stark waren die Bilder von Blut, Fleisch und Tränen, die sich beim täglichen Kontakt mit der Bestie Krieg in meiner Seele angesammelt hatten. Immer wieder blitzten die Eindrücke verstümmelter Leiber, gekehlter Männer mit gebundenen Händen, zerschmetterter Wohngebäude mit Menschen darin vor dem geistigen Auge auf. Dazu kam noch die Sorge, ob an der Meldung über die „gefangenen“ Gaddafi-Söhne, deren Fang so bedauernswert und schnell nur durch Verrat hätte geschehen können, doch etwas dran sein sollte…

Diese Lüge der NATO-Teufel hat sich gottlob nicht bewahrheitet, sondern die Wahrnehmbarkeit der staatlich getragenen DesInformation nur noch weiter gesteigert – die mit unserem Geld finanziert wird. Eine weitere peinliche Einlage war und ist die Bildübertragung(en) vom „Grünen Platz in Quatar“, einer Kulisse der Kriegsverbrecher von Al-Jazeera, wo man zum Kämpfen generell zu feige und zum Lügen meist zu blöd ist. Herzlichen Dank an die dortigen Kulissenbauer für die handwerklichen Fehler! Auch im Falle der „eroberten“ Residenz Bab-al-Asisiyah an die begabten Al-Jazeera-Bildhauer und das „stehende Al-Jazeera-TV-Heer“ in Form von 10 tapferen Kriegerlein erleichterte Komplimente – very funny! Dann kann es um die Freiheit der libyschen Nation als Ganzes so schlecht gar nicht stehen!

Waffenfund tut Wahrheit kund?

Die gemeldeten Unmengen an deutschen Waffen mit einem Fund aus Bab-al-Asisiyah zu erklären, mag eine der schlüssigeren Lügen der NATO sein. Oder wollten die freundlichen Menschen von Heckler&Koch aus Oberndorf einfach nur auch etwas vom Kriegskuchen? Statt lästiger Verkaufsgespräche die Ware einfach ohne Rechnung und Lieferschein an ein Fallschirmchen und fertig ist der Deal? Da diese eigentlich urdeutsche Firma (dank eines Angebotes in Dollar, dem man nicht widersprechen konnte) seit wenigen Jahren AMERIKANISCHE EIGENTÜMER hat, eigentlich nicht weiter verwunderlich, oder?

Kriegsverbrechen unter „falscher Flagge“:

Letzter Tage in Italien beim Lesen einer Ausgabe des „corriere della sera“ bekam ich auf Basis eines mehrseitiges Libyen-Berichtes in comic-haft durchsetztem Wochenschau-Charakter einen klaren Eindruck von der italienischen Kriegshetze gegen Libyen. Da das Staatsfernsehen natürlich ein Primärziel des Überfalls auf Tripolis war, fragte ich mich schon vor einer Woche, welche schauderhaften eigenen Verbrechen – gefilmt von eigenen Kameraleuten und mit willfährigen Zeugen in Szene gesetzt – die TNC-Rebellen (diesmal in Tripolis) als Gaddafis Untaten ausgeben würden, dem mangels offizieller Organe jede Möglichkeit eines Gegenparts fehlt. Die bisherigen Reaktionen des Oberst in diesem Krieg sprachen jedenfalls ihre eigene Sprache, schonten bereits viele Leben und lassen keinen Grund erkennen, sich über die Einhaltung eherner Gesetze der Menschlichkeit auf Seiten der libyschen Regierung Gedanken machen zu müssen. Dass man nun bei dieser Art Krieg, einem aufgezwungenen klassischen Häuserkampf, aufgrund der fehlenden Verbringungsmöglichkeit auch von Seiten der libyschen Armee keine Gefangenen machen kann und will, erschliesst sich von selbst. Wie auch durch die so rasche Einnahme großer Teile von Tripolis vielerorts Klarheit darüber herrscht: hier waren ausländische Spezialkräfte am Werk, nicht die Badelatschen-Rebellen vom TNC.

Genozid in Tripolis

Die Abschaltung der Wasserversorgung von Tripolis (oder anderswo) in einem Wüstenland ist schon an sich ein Kriegsverbrechen. Doch auch diese Barbarei, die das lebenswichtige Grün in Parks, Gärten und Feldern unwiderbringlich verdorren lässt, also keinerlei militärische Ziele, sondern die Nahrungsversorgung, allgemeiner die Lebensgrundlagen einfacher Bürger repräsentiert, wird von der NATO gesteuert begangen, um die Bewohner aus den Häusern in die Arme der bereitstehenden NTC-Killerkommandos zu zwingen. Die von der NATO hierzu gefertigten Pläne wurden geleakt und liegen uns vor. Welch eine Schande für die „zivilisierte“ Welt! Was für ein tapferes libysches Volk!

jedes Unglück enthält auch etwas Positives

Die verräterischen und bisher verdeckt agierenden Rebellen-Elemente haben sich nun auch in Tripolis offenbart und können wohl weitgehend ausgesondert werden. Der stattfindende Holocaust an den Schwarzen legt eine Zündschnur weit nach Afrika hinein und hinüber in die USA. Das Tolerieren dieser Massenschlachtung seitens der NATO, begangen an muslimischen Glaubensgenossen einer ganzen Bevölkerungsgruppe im heiligen Monat, der fehlende Aufschrei in den MSM, deren „Übergehen“ dieses Themas legen ein beredtes Zeugnis über die Zustände ab. Die Verteidiger andererseits haben nun wenigstens eine klarere Front. Sie wissen jetzt auch mit relativer Bestimmtheit um ihr Schicksal bei Gefangennahme und verkaufen ihre Haut so teuer wie möglich. Diese Kompromisslosigkeit und Tapferkeit könnte der einzige Ausweg aus diesem Kampf von Goliath gegen den libyschen David werden.

das antike Karthago - der Hafen ein Weltwunder

ein Ausblick in die Vergangenheit:

Es mag auf den ersten Blick menschenverachtend und zynisch klingen, birgt jedoch eine große Hoffnung in sich: Tripolis versinkt nun im selben Schmutz wie fast alle libyschen Städte vorher, um sich daraus gereinigt wie Phönix aus der Asche wieder zu erheben. Parallelen zum 3. punischen Krieg lassen sich personell durchaus erkennen. Damals war es der Clan der Barkiden, dessen Genialität für Rom zu strahlend wurde, um ihn tolerieren zu können. Wie heute ging es auch damals um gewaltige Beute, wurde die Wahrheit mit Füssen getreten und Kriegsgründe (Saguntum) von Rom manipuliert. Doch auch damals hatte der Hauptakteur Hamilkar Barkas genannt „der Blitz“ drei tüchtige Söhne und Nachfolger, Hasdrubal, Mago und Hannibal, deren Namen bis heute Legende sind und bleiben werden. Und diese Geschichte wiederholt sich! Auch dieser Krieg findet – mit Ausnahme der kleinen Syrte in Tunesien, wo das Gebiet von Karthago-Stadt lag, wieder im selben „Städtebund“ der Großen Syrte und Kyrenaika ab. Damals war es der fehlende Zusammenhalt der einzelnen Städte (Ityke), gepaart mit dem Verrat einiger Stämme (Massinissa), der den römischen Sieg auf afrikanischem Boden erst möglich machte. Welche Ähnlichkeit zur Situation in Benghazi! Auch damals wurde ein Kopfgeld auf Hannibal ausgesetzt, der jahrelang entkam, bis ihn das Schicksal in Form eines römischen Killerkommandos schliesslich doch noch ereilte. Während Hamilkar bei der Überquerung des Ebro heldenhaft im Kampfe fiel wie später auch seine Söhne Hasdrubal und Mago, wählte Hannibal in seiner letzten, völlig ausweglosen Situation den Gifttod, um der Folter zu entgehen.

Welchen Ausgang dieser Krieg nahm, welch furchtbare Rache Rom für die blosse Verteidigung der punischen Heimat nahm, ist bekannt. Der römische „Philosoph“ oder besser gesagt Kriegstreiber Cato (heute Sarkozy) beendete seinerzeit jede seiner Reden mit dem Schlußsatz:

„cartago delendum esse“ – „desweiteren bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss…“

Kein Stein Karthagos blieb auf dem anderen. Alle Brunnen wurden zugeschüttet, alle Gebäude der Weltmetropole ebenerdig geschleift und anschliessend Unmengen von Salz über die Erde gestreut, den ehemals reichen Platz für viele Jahrhunderte in eine Ödnis verwandelnd. Neben den punischen Reichtümern fiel den Römern damals auch das uralte Geheimwissen der Punier in Form des „Buch des Ackerbaus“ in die Hände, in dem die kunstvolle Bewirtschaftung der Wüste mittels Dünge- und Bewässererungsgeheimnissen der Punier verzeichnet war. Obwohl das uralte Wissen der einstigen Seevölker damit in Rom ankam, wird es vor der Öffentlichkeit in großen Teilen (besonders Düngung) bis auf den heutigen Tag verborgen. Inhalte aus dem „Buch des Ackerbaus“ wurden später als römische Errungenschaften ausgegeben (Aquaedukte), die punische Kultur zwar vollständig zerstört, deren Wissenschaft jedoch von der römischen unter Vorspiegelung einer Eigenleistung assimiliert.

Heute kämpfen nun die bereits dezimierten Reste eines tapferen Volkes von ehemals 6-Millionen gegen eine militärische Übermacht, um diesem vorgezeichneten Schicksal zu entgehen. Mögen Libyen in diesen Tagen viele Kämpfer vom Schlage eines Hannibal erwachsen. Möge der Sieg dem libyschen Volk und seinen gerechten Führern zufallen! Mögen die libysche Jamahiria und das Grüne Buch des Ausnahmemenschen Muammar al-Gaddafi dadurch weltbekannt werden! An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen!

Ob das Ende nun als Tragödie oder Heldenepos einherkommt: die Legende lebt schon heute. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

 

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