CIA-Terror schon in Lockerbie: es ging um Akten, Geld & Drogen

Am 21. Dezember 1988 explodiert »PanAm«-Flug 103 über der schottischen Ortschaft Lockerbie. Angeblich ein Terroranschlag. Die Welt ist entsetzt: Eine als Kofferradio getarnte Bombe zerfetzt den Jumbo-Jet und reißt insgesamt 270 Menschen in den Tod. An Bord aber befand sich eine Gruppe von CIA-Operateuren, die hochbrisantes Material über die umfangreichen Verbindungen des US-Auslandsgeheimdienstes zum internationalen Drogen- und Waffenhandelskartell mit sich führten – und preisgeben wollten …

Sie hatten einige der dicksten »Kronjuwelen« im Gepäck, Material, das möglichst auf immer in den Panzerschränken der CIA verborgen bleiben sollte. Diese geheimen Akten befanden sich nunmehr in Händen einer kleinen Agentengruppe, die nicht mehr mitmachen und die brisanten Papiere vielmehr an die Öffentlichkeit bringen wollte. Doch eine solche Aktion hätte die gesamte CIA gesprengt. Schon John F. Kennedy war bekanntlich an seinem Vorhaben gescheitert, den Geheimdienst in tausend Stücke zu zerreißen. Auch diesmal wehrte sich die »Firma« wirksam. So sorgte sie dafür, dass schließlich etwas ganz anderes gesprengt wurde – jene Boeing, mit der die abtrünnigen Agenten unterwegs waren. Am vergangenen Sonntag gedachte die schottische Kleinstadt Lockerbie der gewaltigen Katastrophe, die sie vor 20 Jahren, am 21. Dezember 1988, wie ein Blitz aus heiterem Himmel heimgesucht hatte. Die Trümmer der Boeing rasten damals direkt in eine Häuserzeile und hinterließen eine riesige Schneise des Grauens.

An Bord des Superjets hatte sich damals mindestens vier US-Geheimdienstler befunden: Matthew Gannon, Major Chuck McKee, Daniel O’Connor und Ronald Lariviere. Dazu wohl noch ein fünfter, namentlich jedoch nicht bekannter CIA-Mann. Die übrigen 254 Passagiere an Bord ahnten nicht, in welch tödliches Spiel sie verwickelt waren. Die Agenten selbst schienen ebenfalls nicht zu ahnen, bereits längst im Fadenkreuz ihres Arbeitgebers zu stehen und sich mit ihrem wahrlich unkooperativen Verhalten das eigene Grab geschaufelt zu haben.

Die Hintergründe der Lockerbie-Katastrophe sind kompliziert. Sie münden in einen Dschungel aus verdeckten CIA-Operationen und Drogengeschäften, internationaler Geldwäsche und Waffenhandel. Verwickelt in den Anschlag auf Flug 103 war auch der syrische Drogenboss Monzar al-Kassar, der mit der US-amerikanischen Drogenbehörde DEA (Drug Enforcement Agency) bei der Durchführung einer verdeckten Rauschgift-Operation kooperierte. Eine Hand wäscht eben die andere. Al-Kassar zählte zum verdeckten Netzwerk des berüchtigten Colonel Oliver North und hatte anderthalb Millionen US-Dollar für Waffeneinkäufe erhalten. Nach Angaben des ehemaligen US-Sicherheitsberaters John Pointdexter hatte Kassar 1986 bei der Freilassung zweier französischer Geiseln aus dem Libanon vermittelt, wofür eine Waffenlieferung in den Iran organisiert wurde. Doch laut Aussage des Mossad-Agenten Juval Aviv wurde eine in Wiesbaden stationierte CIA-Spezialeinheit auf die Aktion aufmerksam. Die unter dem Codenamen COREA agierende Sondertruppe handelte selbst mit Waffen und Drogen; angeblich nur ein Deckmantel, um auf diese Weise terroristische Gruppen zu infiltrieren! COREA leitet sich von »kourah« ab – worunter man im Libanon nichts anderes versteht als Heroin. Die COREA-Agenten ließen al-Kassar weiterhin auf seinen Schmuggelrouten gewähren, um im Gegenzug seine Hilfe bei der Freilassung amerikanischer Geiseln im Libanon in Anspruch nehmen zu können. Der Kuhhandel flog allerdings auf und die Angelegenheit verkomplizierte sich. Schließlich sah sich der Drogenboss gezwungen, bei einem ganz besonderen Komplott zu assistieren.

Ab diesem Zeitpunkt gab es mehrere voneinander unabhängige geheimdienstliche »Baustellen«, wobei ein diabolisches Genie die unsichtbaren Fäden in der Hand hielt und eine kaum noch zu überbietende Synthese schuf, ohne sich dabei selbst die Hände schmutzig machen zu müssen. Al-Kassar sollte dabei behilflich sein, einen von den USA verursachten Abschuss einer iranischen Airbus-Maschine zu rächen. Der syrische Strippenzieher hatte gerade im Dezember 1988 davon erfahren, dass seine Schmuggelaktionen in ernster Gefahr waren. Dies gerade auch, weil Charles McKees Antiterror-Gruppe in Beirut den Wiesbadener CIA-al-Kassar-Kontext mitbekommen und die CIA-Zentrale in Langley darüber informiert hatte. Ein tödlicher Fehler. Als die Zentrale nicht reagierte, entschloss sich die McKee-Gruppe, unangekündigt nach Virgina zu fliegen und dort sämtliche heimlichen Machenschaften aufzudecken.

Nun waren lediglich noch einige wenige, wenn auch sehr gezielte Schachzüge nötig und alle Probleme wären beinahe wie von selbst bereinigt. Einem Bericht der arabischen Zeitung Al-Dustur zufolge plante eine Gruppe von Terroristen die Ermordung der fünf CIA-Männer, da diese eine Befreiung amerikanischer Geiseln vorbereiteten. Also verfolgten die Iraner jede noch so kleine Bewegung der heimlichen US-Operateure. Nicht zu vergessen aber auch die fällige Rache am Airbus-Abschuss und: al-Kassar! Der sah seine gewaltigen Schmuggelaktionen akut gefährdet. Bestimmender Faktor aber war bei allem die CIA selbst – Langley hatte nicht geantwortet! Niemand besaß dort das geringste Interesse, die geheimen Verbindungen auffliegen zu lassen. Und jetzt waren sämtliche Voraussetzungen gegeben, um das Problem »elegant« aus der Welt zu schaffen. Dass dafür fast 300 unschuldige Menschen ihr Leben lassen mussten, blieb absolut unbedeutend. Nun benötigten die Planer lediglich noch einen Katalysator, eine geeignete Person, die vor Ort genügend Informationen sammelt und dann alles in Gang setzen konnte. Diese Person war ein amerikanischer Agent, der sich genauestens über die aktuellen Reisepläne des McKee-Teams informierte und sie dann an die richtigen Leute weiterleitete. Der Autor des arabischen Zeitungsberichtes, Ali Nuri Zadeh, erwähnte einen US-Agenten namens »David Love-Boy«, in Wirklichkeit ein gewisser David Lovejoy, der für das US-Außenministerium tätig war. Dieser Mann also fungierte demnach als letztes Bindeglied, als Schlüssel zur Katastrophe von Lockerbie, die voll und ganz als gezielter Anschlag auf die fünf CIA-Agenten zu werten ist – mit Wissen und Segen des US-Auslandsgeheimdienstes. Dies bestätigten viel später auch Agenten wie der legendäre Victor Marchetti oder auch der BND-Mann Wilhelm Dietl. Fünf Passagiere mit geheimen Informationen über die CIA-Drogen-Kollaboration bildeten im Endergebnis das Ziel einer durch genügend Vorauswissen vermeidbaren »Terror-Attacke«, die aber nicht vermieden werden sollte, sondern eben durch genügend Vorauswissen und perfekte Organisation überhaupt erst möglich wurde. Mit dem heimlichen Segen offizieller Stellen! Seltsam, aber dieses Szenario kommt einem doch irgendwoher bekannt vor! Und was ist mit Abdelbaset Ali Mohmed Al Megrahi, dem angeblichen Attentäter? Er verbüßt eine lebenslange Haftstrafe im Greenock-Gefängnis bei Glasgow. Doch ist er wirklich der Schuldige? Hier tut sich jedoch eine weitere nebulöse Geschichte auf. Vor zwei Jahren legte ein ehemaliger schottischer Polizeichef eine schriftliche Aussage vor, in der er behauptet, die CIA habe Megrahi das Bruchstück eines Schaltkreises für die PanAm-Bombe untergeschoben und damit seine vermeintliche Überführung generiert. Megrahi war Geheimdienst-Offizier und Leiter des Zentrums für strategische Studien in Tripolis. Er selbst beteuert bis heute seine Unschuld. Eine Petition vom 19. Dezember fordert nun seine Freilassung, nicht zuletzt aufgrund seiner fortgeschrittenen Krebserkrankung. Im Fall Megrahi werden laut Aussagen seiner Anwälte entscheidende CIA-Dokumente zurückgehalten, außerdem wurden Zeugen mit Millionensummen bestochen, unter anderem von Seiten des FBI!

Und noch etwas: Zwischen Pan Am 103 und 9/11 besteht ein bemerkenswerter Zusammenhang. Die US-Lockerbie-Ermittlungen führte damals ein gewisser Robert Swan Mueller III. durch. Dieser Robert S. Mueller war niemand anderer als der spätere Chef des Federal Bureau of Investigation, FBI. George W. Bush hatte ihn genau eine Woche vor den großen Terror-Attacken von 2001 zum sechsten Direktor des FBI ernannt! Robert Mueller übernahm also auch die FBI-Ermittlungen zu 9/11! Die Bundespolizei spielte von da an zunehmend die Rolle eines Geheimdienstes. Während die Ermittlungen sonst verblüffend träge verliefen, grub die Behörde andererseits erstaunlich schnell jegliche Information ab und stellte echtes Beweismaterial unter Verschluss. Nationale Sicherheit! Vertuschung heute wie damals, und im Hintergrund: der gleiche Chef-Ermittler! Und wieder eine vermeintliche Terror-Katastrophe, die jedoch überhaupt nicht vermieden werden sollte, sondern mit tatkräftiger Unterstützung aus den eigenen Reihen überhaupt erst möglich wurde!

Quelle: zeitgeschichte

…In den Trümmern des Pan-Am-Jets fand man große Mengen von Drogen und Geld. Niemand weiß, was in den Papieren stand, nach denen CIA- und FBI-Agenten in Lockerbie fieberhaft suchten und sie schließlich vom Tatort… wegbrachten.

Quelle: zeit-online

Einen sehr aufschlussreichen Artikel zum selben Thema findet man auch bei propagandafront.

 

 

 

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