Julius Hensel erklärt den Krebs

es gibt Bücher und es gibt Bücher...

Auf solche auflösende Wirkung des Natrons kommt es bei der nachfolgenden Darlegung sehr erheblich an.

Um das Ganze besser verständlich zu machen, will ich hier ein schon weitverbreitetes, aber in fast erschreckender Weise immer allgemeiner auftretendes Leiden in aller Kürze besprechen, den „Krebs“.

  • Woher kommen die so sehr geflüchteten Krebsleiden?
  • Warum treten Krebsleiden in neuerer Zeit immer häufiger auf?
  • Warum werden nicht alle Menschen von Krebs befallen?
  • Müssen Krebsgeschwülste durchaus chirurgisch operiert werden?

Ich wähle gerade dieses, scheinbar sehr schwierige Thema aus der besonderen Veranlassung, dass von dem praktischen Arzt Dr. Emil Schlegel in Tübingen ein Buch erschienen ist: „Innere Heilkunst bei sogenannten chirurgischen Krankheiten“.
Dies Buch ist vom genannten Herrn Verfasser für 2 Mark 20 Pfg. portofrei zu beziehen. Es werden darin aus seiner Praxis Personen namhaft gemacht, die trotz Krebs, ohne sich operieren zu lassen, unsere durchschnittliche Lebensdauer von 70 Jahren überschritten. Auch ich kenne solche Fälle, die den Beweis liefern, dass es auch ohne Operation geht.

Ich will nun hier kurz erläutern, welche Bewandtnis es mit dem Krebs hat. Es fällt damit zugleich Licht auf alle anderen Seuchen und ich bin der Meinung, sowohl meinen Mitbürgern durch diese Darlegung zu nützen, wie auch den Dank der berufsmäßigen Mediziner zu erwerben. Denn das Streben eines jeden gewissenhaften Arztes ist ja:

„darauf gerichtet, durch Erteilung von Rat und Hinweis auf Vorsichtsmaßregeln das persönliche Eingreifen möglichst zu vermeiden, durch Aufklärung über das Wesen und die Verhütung von Krankheiten sich selbst gewissermaßen entbehrlich zu machen. Insofern der selbstlos denkende Arzt in Allem, was er tut und lässt, einzig die Gesundheit der Mitmenschen im Auge hat, muss er es gerne sehen, wenn diese auch ohne ihn zu Stande kommt (Darin liegt der Begriff Hygiene).“

„Krebs“ bedeutet eine Entartung des leimgebenden Bindegewebes. Es handelt sich auch bei ihm um chemischen Zerfall von stickstoffhaltiger Leimsubstanz. Krebs befällt immer nur solche Regionen (Lippen, Brustdrüse, Uterus, Magen, Darm, Leber, Nieren), die besonders reich an Blutgefäßen sind, das will sagen: die durch reichliche Zuführung von leimhaltigem Blut „gespeist“ werden. Damit ist schon nahegelegt, dass, wenn man die Speise, von welcher sich der Krebs fortdauernd ernährt, nämlich den Blutleim, gegen den eigentümlichen krebsigen Zersetzungsprozess zu sichern vermöchte, der Krebs alsdann nicht „weiterfressen“ könnte. Und solches Mittel muss es doch geben, im Hinblick darauf, dass Krebs auf Menschen mit gesundem Blut nicht übertragbar, nicht ansteckungsfähig ist. Woran liegt nun die Sache?


Alle unsere Körperteile sind durch Leimsubstanz miteinander verbunden. Aus Sehnen und Knochen, aus Därmen und Bindegewebe kann Leim herausgekocht werden. Auf der elastisch federnden sehnigen Grundlage der Lungen beruht der Rhythmus unserer Atmung. Die sehnige Schicht der Blutröhrenwandung beruht auf kontraktiler Leimsubstanz. Und wie die Blutröhrenwandung selber aus Blutleim geschaffen wird, so geht überhaupt unsere gesamte Körpersubstanz aus dem Blutleim hervor. Wird nicht aus dem mütterlichen Bluteiweiß der ganze Kindeskörper aufgebaut?


Alles was Biegsamkeit verlangt und durch innere elastische, automatische Kraft wieder von selbst zur ursprünglichen Lage soll zurückkehren können (nach Analogie des zitternden, aus Kalbsfussknorpeln hergestellten leimhaltigen „Gelee“), z. B. der Nasenknorpel und der Knorpel der Ohrmuschel, die von selbst, wenn man sie seitswärts bog, die natürliche Lage wiederannehmen, auch die Giessbeckenknorpel des Kehlkopfes, die weit mehr als die Stimmbänder durch elastische Verkürzung und Verlängerung an der Hervorbringung einer misstönenden Stimme oder lieblichen Gesanges beteiligt sind, ferner die Knorpelringe unserer Bronchien, die gummiartigen Bänder, welche die einzelnen Wirbelknochen zusammenhalten. Alles, Alles geht aus dem Blutleim hervor.
Wie geht es nun zu, dass der Blutleim an ungehöriger Stelle zu Knorpel wird, indem er krebsig entartet, aber nur bei dem einen Menschen und nicht bei allen?


Wie geht es zu, wenn eine knorplige Krebsverhärtung operiert wird, dass dann das Blut, solange die bis dahin gewohnte Lebens- und Ernährungsweise beibehalten wird, den Krebs immer wieder von Neuem zu Stande bringt, also dass offenbar die Disposition zur Entmischung schon im Blute selbst liegt?
Die Antwort lautet: Blut ist kein Wasser und auch kein bloßes Leimwasser. Das Glykocoll (Leimsüss oder Glycin) des Blutleims hat noch verschiedene mit ihm chemisch verbundene Substanzen bei sich, die, wenn sie in richtiger Art und Menge vorhanden sind, den Blutleim haltbar machen, ihn vor spontaner Zersetzung und Verwesung und auch vor abnormer Knorpelbildung schützen, welche letztere ja für „Krebs“ charakteristisch ist.


Ich will nun hier die Substanzen namhaft machen, die mit dem gesunden Blutleim chemisch verbunden sind; und zwar chemisch verbunden vermöge der Eigenschaft des Glykocolls (COO, CHH, NHHH), durch seinen Gehalt an Glykolsäure (COO, CHH) basische und durch seinen Gehalt an Ammoniak (NHHH) saure Bestandteile, folglich auch beides zusammen, nämlich Salze mit sich zu vereinigen.


Mit gesundem Blutleim sind organisch verbunden: Kaliumoxid, Natriumoxid, Calciumoxid, Magnesiumoxid, Eisenoxid und Manganoxid, außerdem Phosphorsäure, Schwefelsäure, Kohlensäure, Kieselsäure, Fluor und Chlor.

Jeder von diesen Stoffen hat seine besondere Bedeutung…

…In meinem Buch „Makrobiotik oder unsere Krankheiten und unsere Heilmittel“, 1892, habe ich S. 85 aus der Neuzeit einen Bericht über Langlebigkeit (103 Jahre) bei erdenreicher Nahrung abgedruckt.
Das Kapitel von der richtigen Ernährung ist eben ein zu wichtiges, als dass ich nicht gegen die herrschenden Irrlehren schonungslos zu Felde ziehen sollte. Ich erinnere daran, dass die französische Akademie viele Jahre lang die noch heute nicht beantwortete Preisfrage ausschrieb: Warum Leim (Gelatine), der doch vollständig den chemischen Eiweißcharakter besitze, für die Ernährung nicht ausreiche, sodass Hunde, die man damit ausschließlich zu füttern versuchte, hinfällig wurden und eingingen.


Meine Antwort lautet: Im Leim fehlen die Mineralstoffe, die im Stande wären, die veratmeten Körpergewebe wieder neu aufzubauen, worin eben das Wesen und der Zweck der Ernährung liegt. So oft daher auch noch die auf stickstoffhaltigem Leim basierenden sogenannten Bouillontafeln als Industrieartikel aufgetaucht sind, so oft verschwanden sie auch wieder vom Schauplatz, weil sie nicht erfüllen konnten, was man ihnen zuschrieb. Und dem gleichen Schicksal kann auch das stickstoffreiche Kleberbrot (Aleuronatbrot oder Conglutinbrot) nicht entgehen. Unsere Ernährungs-Theoretiker befinden sich eben mit ihrem Eiweiß-Steckenpferd im Banne einer kindlich-naiven Anschauung.


Wie es nun zweifellos ist, dass der feuchte Blutleim Mineralstoffe bedarf, um nicht chemisch zu zerfallen, d. h. zu verwesen, so bedarf er im Speziellen des Natrons als physiologisches Mittel, um den Leim flüssig zu erhalten und vor Verhärtung (Sklerose und Krebs) zu schützen. Unser Bluteiweiß ist ein Kalk-Natron-Albuminat.


Und wenn wir jetzt der Sache auf den Grund gehen, woher es wohl komme, dass einerseits immer zahlreicher bei unseren Haustieren Milzbrand, Rotlauf, Rotz, Maul- und Klauenseuche, Perlsucht und Tuberkulose und andere zum Teil auf Fäulnis, zum Teil auf Verhärtung des Leimstoffes hinauslaufende Seuchen auftreten und andererseits bei den Menschen die Krebsleiden immer häufiger werden, so lautet die Antwort:

Der Grund des Übels ist, dass im Blutserum die fäulniswidrig wirkenden Erden- und Salzteile nicht in genügender Menge und Art vorhanden sind. Und wie geht dieses zu? Ich ziehe die Schlussfolgerung: Wenn das menschliche Blut und auch das unserer Haustiere in unseren Tagen mehr als früher zur Entmischung disponiert, wenn die Diphtheritis immer allgemeiner und verheerender auftritt und so vieles verseuchte Tier getötet werden muss, so kann es nicht anders sein, als dass unsere Nährstoffe und Futtermittel nicht mehr die richtige Beschaffenheit haben.


Würden wir uns durchweg gesundheitsdienlicher Nahrungsmittel erfreuen, so würde daraus ganz von selbst gesundes Wachstum und gesunder Stoffwechsel folgen. Alsdann würde es weder Skrofeln noch Schwindsucht, weder Wassersucht, noch Fettsucht, weder Gicht noch Krebs geben.

 

Quelle: Julius Hensel, Rheumatismus & TBC, ab Seite 37

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