Nigeria: weiterer Bürgerkrieg zwischen Christen und Moslems

von John Schacher

Der afrikanische Kontinent wird in diesen Tagen planmässig von allen Seiten angezündet. Die USA versuchen mit begeisterter Hilfe der ehemaligen Kolonialmächte England und Frankreich alles, China jeden fetten Happen von der Gabel zu schnappen und die langjährigen chinesischen Investitionen im Chaos zerrinnen zu sehen. Dabei schrecken die UN vor keiner Teufelei zurück und billigen die massenhafte Ermordung christlicher Glaubensgenossen durch eben diesselben Kräfte, die sie in anderen Ländern bekämpft.

Von einem Hilfseinsatz wird dort auch genau so lange nicht die Rede sein, wie Shell und Konsorten bequem weiter an das dortige Öl gelangen, unter dessen Fluch die nigerianische Bevölkerung seit Jahrzehnten leidet. Dieser Krug geht hoffentlich nicht mehr oft zum Brunnen, bis er bricht:

„Bei Ausschreitungen nach der Präsidentschaftswahl in Nigeria sind mehr Menschen getötet worden als offiziell bekannt gegeben. Anhänger Buharis und Jonathans griffen sich gegenseitig an.

Nach Angaben von Militärangehörigen und eines muslimischen Geistlichen fielen allein in der Stadt Zonkwa seit Montag mehrere Hundert Menschen den gewaltsamen Unruhen zum Opfer.

Wie Reporter der Nachrichtenagentur AP berichteten, wurden im Bundesstaat Kaduna am Donnerstag Dutzende Leichen, die zum Teil seit mehreren Tagen in der Hitze gelegen hatten, von den Streitkräften des Landes auf Lastwagen verladen und abtransportiert.

Die Unruhen waren am vergangenen Wochenende ausgebrochen, als sich bei der Präsidentschaftswahl ein Sieg von Amtsinhaber Goodluck Jonathan über den früheren Militärmachthaber Muhammadu Buhari abzeichnete.

65 000 Vertriebene

Wütende Anhänger des Muslims Buhari zündeten Häuser, Kirchen und Polizeiwachen an. Anhänger des Christen Jonathan beantworteten die Gewalt mit Vergeltungsangriffen. Nach Angaben der Behörden wurden landesweit rund 65.000 Menschen aus ihren Heimatorten vertrieben.

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) kündigte unterdessen eine vorläufige Untersuchung der Vorfälle an. «Wer Gewalttaten verübt, um an die Macht zu kommen, wird zur Verantwortung gezogen», sagte Chefankläger Luis Moreno-Ocampo am Donnerstag. Die vorläufige Untersuchung des IStGH ist der erste Schritt vor einer formellen Ermittlung.

Gouverneurswahlen verschoben

Wegen der Gewalt wurden die für kommende Woche geplanten Gouverneurswahlen in zwei Bundesstaaten im Norden des Landes verschoben. Die ursprünglich für Dienstag anberaumten Abstimmungen in den Staaten Kaduna und Bauchi sollen nun erst am Donnerstag stattfinden, wie der Chef der nigerianischen Wahlkommission mitteilte.

Internationale Beobachter bescheinigten der Wahl am vergangenen Samstag einen weitgehend korrekten Ablauf. Das US-Aussenministerium erklärte in einer Stellungnahme, es habe gegenüber der letzten Abstimmung im Jahr 2007 deutliche Verbesserungen gegeben.“

Quelle: 20min.ch

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