Nichtstun wird unterschätzt

von Bill Bonner
Die Zeitungen Amerikas und die Labertaschen im Fernsehen nehmen den Mund sehr voll, wenn es gegen die Inaktivität geht. In den entscheidenden Stunden haben die Verantwortlichen nichts getan, sagen sie. Auch die Bundesvertreter, darunter die höchsten Ämter, waren nicht aufzutreiben, taten nichts. Nothing, Nada, Zilch.
Der Kategorie Null wird kein Respekt gezollt. Die Hohlheit ist ekelerregend. Die Leere unerträglich. Selbst von der Natur sagt man, dass sie ein Vakuum verabscheute. Der arme Mensch, der nichts zu sagen hat, ist ein Geächteter. Er ist so etwas wie der Anlageberater, der keine Empfehlungen aussprechen kann, außer Bargeld. Er wird keine Stelle als Hedgefondsmanager finden, er wird kein schickes Auto fahren, und auch nicht in einem Haus am Strand in einer schicken Gegend wohnen.
Und die Null? Über Jahrhunderte hat es die Zahl nicht einmal gegeben. Die Mathematiker wussten einfach nicht, was sie mit einer Zahl anfangen sollten, die
eigentlich gar keine Zahl war, sondern das Fehlen einer Zahl grafisch darstellte … ein Kreis, ein leeres Loch.
Haben Sie Mitleid mit den armen Mietern. Während alle anderen immer reicher wurden, standen die Mieter zurück, sie waren gestrandet…wie die Leute, die zu spät am Flugschalter in Duluth angekommen, kurz vor einem Schneesturm und die danach dazu verdammt waren, das Wochenende dort zu verbringen. Stellen Sie sich die Unterhaltung vor, die zwischen Eheleuten stattgefunden haben wird:
Du hast nichts getan! Das war der größte Immobilienboom in der Geschichte der Vereinigten Staaten und wir haben ihn verpasst. Jetzt werden wir nie in der Lage sein, uns ein angemessenes Haus zu leisten.“
Nun, im Nachhinein hat sich gezeigt, dass es doch besser gewesen ist, nicht 2007 ein Haus in den USA zu kaufen. Nichtstun war besser als Aktivität. Und das ist oft so. Nichtstun wird eben unterschätzt.
Quelle:KapitalschutzAkte

2 Gedanken zu „Nichtstun wird unterschätzt

  1. Etwas vom Thema, aber überhaupt habe ich das Gefühl, dass Faullenzen das gesündeste sei. Ist mir wohl subjektiv so bei Bekannten, die es eher gemütlich im Leben angehen, aufgefallen.
    Scheint irgendwie mit Körperfunktion und Stoffwechelvorgängen zusammenzuhängen.

    Hat Hensel irgendetwas zum Thema „Ruhe“ in seinen Büchern erzählt?

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