USA: Wasser vergiftet für mindestens 17 Millionen Menschen in 31 Städten

US-Umweltschützer haben Wasserproben in 35 amerikanischen Städten ausgewertet – das Ergebnis ist schockierend: In 31 Fällen wurde das krebserregende Metall Chrom VI nachgewiesen. Auch große Städte wie Chicago und Washington sind betroffen. Das erinnert an den Film „Erin Brockovich“.

Quelle: Klaus Kastan, BR-Hörfunkstudio Washington

Sechswertiges Chrom im Trinkwasser vieler amerikanischer Städte – wer in diesen Tagen eine solche Nachricht  hört, fühlt sich an den Film Erin Brockovich erinnert. Die Handlung: Mitte der 90er Jahre deckt die Rechtsanwaltsgehilfin mit gleichem Namen einen riesigen Umweltskandal auf.

Die Umweltschutzorganisation Environmental Working Group hat Wasserproben in 35 amerikanischen Städten ausgewertet – das Ergebnis ist schockierend: In 31 Fällen wurde das giftige und krebserregende Metall nachgewiesen.

Jane Houlihan hat die Testreihe betreut. Im Fernsehsender CNN meinte sie: „Wir gehen davon aus, dass mindestens 17 Millionen Amerikaner dieses verseuchte Wasser trinken“. So wird beispielsweise in Chicago und der Hauptstadt Washington der von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Grenzwert für sechswertiges Chrom um mehr als das Dreifache überschritten. Besonders schlimm ist die Situation in Norman, einer Stadt im Bundesstaat Oklahoma. Dort wurden fast 13 Milligramm Chrom VI in einem Kubikmeter Trinkwasser nachgewiesen, das ist über zweihundert Mal mehr, als der Grenzwert erlaubt.

„Bei einem so hohen Level sollten besonders gefährdete Menschen wie Schwangere und Kinder auf Flaschenwasser umsteigen“, sagt die Lebensmittelexpertin Houlihan. Ganz grundsätzlich gilt: Chrom kommt im Wasser oder in Lebensmitteln immer wieder vor, es ist sogar eine wichtige Substanz für den Körper. Gefährlich aber ist das Chrom VI, das zu Erblindungen, Lähmungen und Krebs führen kann. Dieses gefährliche Material wird vor allem bei der Herstellung von Kunststoffen und bei Färbemitteln benutzt.

Höchstgrenze soll eingeführt werden

Aufgeschreckt durch die Veröffentlichung der Testergebnisse hat jetzt auch die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA reagiert. Sie will schon demnächst eine Höchstgrenze für sechswertiges Chrom einführen. Für die hiervon in den USA betroffenen Wasserwerke könnte dies bedeuten, dass sie in ihre Anlagen bessere Filter einbauen müssen. Oder wie es die wirkliche Erin Brockovich, die Rechtsanwaltsgehilfin und heutige Umweltschützerin, neulich auf einer Veranstaltung sagte: „So ein mit Chrom VI vergiftetes Wasser sollte man auf keinen Fall trinken.“

Quelle: tagesschau.de

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