Wikileaks: Verräter,“es ist angerichtet!“

Assange – reuters

Rund um Wikileaks bildet sich kontinuierlich eine immer größere dunkle Wolke des Verrats. Und Verrat zeugt weiteren Verrat. Schon der Soldat Bradley Manning (aus ehrenwerten Motiven), der Journalist Adrian Lamo (Quellenschutzverrat – Motiv unbekannt), Julian Assange (unbeachtet der Motivlage dem Sex-Verrat anheimgefallen), der Spiegel-Online (Motiv klar): ein Verrat gibt dem anderen die Hand.

US-Politiker schreiben Wahrheiten, während sie den Geprächspartern ins jeweilige Gesicht lügen, dass es nur so kracht! Das ist die hohe US-Diplomatie: mit Janusgesicht der ganzen Welt entgegen! Wie soll so etwas, diese Art Ethik am Mitmenschen denn letztlich enden? Doch nur in Mord, Totschlag und Krieg! Aussaat und Ernte sind unbestechliche Partner.
Wie die ARD berichtet, ging das US-Außenministerium bereits in die Offensive. Diesmal geht es nicht um den Afghanistan-Einsatz, sondern um Mitteilungen von US-Diplomaten weltweit. Die Regierungen sind gespannt.
Ministerin Hillary Clinton informierte verbündete Staaten über die Inhalte potenziell heikler oder peinlicher Telegramme aus US-Botschaften an die Zentrale in Washington. Laut Clinton-Sprecher Philip Crowley wurden unter anderem Frankreich, Großbritannien, Israel, Saudi-Arabien, Afghanistan, die Vereinigten Arabischen Emirate und auch Deutschland auf die Veröffentlichung vorbereitet. Sein Land stelle sich auf den „schlimmsten Fall“ ein, sagte Crowley.
Veröffentlicht hatten der Spiegel„, die „New York Times“ und der „Guardian“ ihre Berichte auf Basis des Wikileaks-Materials wie die Berliner Morgenpost HIER berichtet. Die Original-Unterlagen können ab sofort HIER gesichtet werden.
Sperrfrist-Verrat bei „Spiegel online“ (ein Leck im Leck)
„Spiegel Online“ mochte sich offenbar nicht an die mit internationalen Medienpartnern vereinbarte Sperrfrist von 22.30 Uhr MEZ halten und soll bereits einige Dokumente für kurze Zeit online gestellt haben, berichtet Hasselmann weiter. Demnach sollen etwa 250.000 diplomatische Depeschen im Netz zugänglich gemacht werden, die US-Vertretungen in aller Welt an das Außenministerium in Washington geschickt haben. Dazu kämen rund 8000 Direktiven der Zentrale in der US-Hauptstadt an die Außenposten.
Quelle: ARD (Update: Link nicht mehr erreichbar)
Der Verrat von Adrian Lamo:
Der Informant Bradley Manning, 23 Jahre alt –  dem 52 Jahre Haft drohen – soll dem Journalisten (?) Adrian Lamo ein als geheim klassifiziertes Video zugespielt haben, auf dem mehrere Angriffe amerikanischer Militärhubschrauber vom 27. Juli 2007 in Bagdad zu sehen waren.
Bei den Angriffen mit Raketen wurden mehrere Kinder verletzt, außerdem zwei Männer getötet, die später als Angestellte der Nachrichtenagentur Reuters identifiziert wurden. Was die Besatzung des Hubschraubers offenbar als Waffen identifiziert hatte, waren Foto- und Filmkameras. Lamo informierte die Behörden über Manning, weil er den gesetzwidrigen Geheimnisverrat, der das Leben amerikanischen Soldaten gefährden könnte, nicht decken wollte.
Quelle:FAZ

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