Teslas Todesstrahlen

Am 11. Juli 1934 veröffentlichte die New York Times eine Geschichte mit der Überschrift:
Tesla enthüllt mit 78 Jahren neuen Todesstrahl!
Erfindung leistungsstark genug, um 10 000 Flugzeuge in einer Entfernung von 400 km zu zerstören. NUR DEFENSIVWAFFE. Der Wissenschaftler berichtet in einem Interview von einem Gerät, daß töten kann, ohne Spuren zu hinterlassen.
Teslas Todesstrahlengerät war eine Art „Skalarwellenwaffe“ oder wie man es auch bezeichnen könnte, ein Ultraschallgewehr. Tesla und die Todesstrahlen erregten in den Medien zu dieser Zeit einiges Aufsehen. In den dreißiger Jahren kamen einige Filme über Todesstrahlen heraus, wie z.B. „Der Todesstrahl“ (1938) mit Boris Karloff und „Flash Gordon“ und „Der Radarmann vom Mond“.
In einem der ersten Cartoons von Max Fletchers Superman aus den vierziger Jahren, nämlich „Der verrückte Wissenschaftler“ (September 1941), kämpfte ein verrückter und exzentrischer Wissenschaftler, der offensichtlich Tesla verkörpern sollte, gegen Superman, während er mit seinem „elektrothenesischen Strahl“ New York terrorisierte. Im nächsten Cartoon „Das mechanische Monster“(Nov 41) kämpfte Superman gegen Tesla, den verrückten Wissenschaftler, der diesmal eine Armee von Robotern auf Manhattan loslässt. In „Ein magnetisches Teleskop“ (Nov. 42) kämpft  Superman letztmalig  gegen   Tesla   und seinen Todesstrahl. Hierbei verwendet Tesla einen ganz speziellen „magneto-graviatatorischen Strahl“, mit dem er Asteoriden aus ihrer Bahn lenkt und sie auf die Erde stürzen lassen kann. In Japanateurs vom Sept. 1942 befassen sich die Superman-Cartoons mit Kriegsthemen und es kommen japanische Spione und zum Teil auch Nazispione vor.
Es ist interessant, sich Tesla als Vorbild für all die „verrückten Wissenschaftler“ aus Comic Büchern und Science Fiction Filmen vorzustellen.
Im Frühjahr des Jahres 1942 waren „Todesstrahlen“ das Thema vieler Zeitschriften auf der ganzen Welt. Harry Grindell-Matthews aus London führte die Konkurrenz in diesem ersten Star Wars Rennen an. Am 21. Mai veröffentlichte die New York Times diesen Bericht: Paris, den 20. Mai – Falls die Zuversicht von Grindell-Matthews, Erfinder des sogenannten „diabolischen Strahls“ gerechtfertigt ist, dann wird es möglich werden, die ganze Armee eines Feindes durch unsichtbare Strahlen außer Gefecht zu setzen, jede Luftflotte, die eine Stadt angreift, zu  zerstören, jede Schiffsflotte zu lähmen, die sich der Küste auf eine bestimmte Distanz nähert.
Grindell-Matthews gab an, dass seine zerstörerischen Strahlen über eine Entfernung von 6,5 km wirken würden und daß die maximale Entfernung für eine Waffe dieser Art 11 oder 12 km wäre. „Es wurde von Versuchen berichtet, in denen die Strahlen dazu verwendet worden waren, durch Ausschaltung der Magnetzünder, Autos außer Betrieb zu setzen.
Weiter wurde behauptet, dass eine  bestimmte Menge Sprengstoff über eine Entfernung von 10 m zur Explosion gebracht wurden, nachdem die Strahlen auf diesen gerichtet worden war.“ Grindell-Matthews war auch in der Lage, Mäuse mit Elektroschocks zu töten, Pflanzen verdorren zu lassen und den Draht einer Öllampe ebenfalls aus einer Entfernung von 10 Metern anzuzünden.
Da die New York Times eine Sensation witterte, veröffentlichte sie am 28. Mai 1924 einen bericht über die Strahlenwaffen der Sowjets, der so begann: Aus kommunistischen Kreisen in Moskau ist durchgedrungen, dass sich hinter Trotzkis kürzlichen kriegerischen Äußerungen eine elektromagnetische Erfindung zur Zerstörung von Flugzeugen versteckt, die von einem  russischen Ingenieur namens Grammachikoff stammt. Versuche mit dem destruktiven Strahl sollen mit Hilfe von deutschen Experten letzten August begonnen haben. Eine große Demonstration am Podosinsky Aerodom in der Nähe von Moskau war so erfolgreich, dass der revolutionäre Militärrat und das Politbüro entschieden, genügend elektronische Flugabwehr zu finanzieren, um gefährdete Gebiete Russlands zu schützen. Ähnliche, aber leistungsstärkere Stationen sollten gebaut werden, um die elektrischen Mechanismen von Kriegsschiffen auszuschalten. Der Kommandeur der sowjetischen Luftstreitkräfte Rosenholz war von der Demonstration des Strahls so überwältigt, dass er vorschlug, die Ausgaben für die Luftwaffe zu kürzen, weil diese Erfindung eine große Luftflotte für Verteidigungszwecke überflüssig machen würde.
Tesla scheint eine  Art exzentrischer und  brillanter  Renegatwissenschaftler gewesen zu sein. Nachdem er von Morgan und indirekt auch von Westinghouse fallengelassen worden war, war er ständig bankrott. In den frühen dreißiger Jahren übergab Tesla der  Leitung des Governor Clinton Hotels anstatt der Miete eine angebliche Erfindung, die als zusätzliche Bürgschaft diente. Er sagte, dass das Gerät sehr gefährlich und 10 000 Dollar wert sei. 1943 ging ein Wissenschaftler der MIT (Massachusetts Institut of Technology), der für das „National Defense Research Comitee“ (NDRC) arbeitete und von einem Offizier der „Naval Intelligence“ namens  John O. Trump begleitet wurde, in das Hotel, um nach Teslas Tod das Gerät herauszuholen.
Man erzählte ihm, dass die Erfindung detonieren könnte, falls sie von einer unautorisierten Person geöffnet würde. Trump meinte, dass er sein ganzes Leben noch einmal an sich vorbeiziehen ließ, bevor er die Kiste öffnete. In seinem FBI-Bericht schrieb er folgendes: Im Innern befand sich eine hübsche hölzerne Truhe, die mit Bronze verkleidet war, und die einen  Widerstandsmesser einer Art enthielt, wie er für die Widermessung von Wheatstone-Brücken verwendet wurde – ein Standartgerät, das vor der Jahrhundertwende in jedem elektrischen Labor zu finden war!
Laut Dr. Marc Seifert, einem Teslaforscher, scheint Tesla sowohl seinem Taubenaufseher als auch einem Armeeingenieur namens Fitzgerald, einem Freund von Tesla, erzählt zu haben, dass er ein Versuchsmodell für seine Todesstrahlen gebaut habe. Dr. Seifert sagte, dass eine Anzahl von Leuten, die Tesla sehr nahe standen, erzählt hätten, dass Tesla ungefähr 1918 elektronische Strahlen an der Oberfläche des Mondes reflektieren ließ. Seifert sagt, dass dies keine Todesstrahlen waren, aber es unterstützt sicherlich die Hypothese, dass der Erfinder Versuchsmodelle in diesem Bereich herstellte.

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