geheime Bunkeranlage mit Villa, Pool und Brunnen für Euro 750.000,-

Atombomben löschen Städte aus, das Wirtschaftssystem bricht zusammen, Chaos auf den Straßen. Für Katastrophenszenarien hielt die Bundesbank eine geheime Ersatzwährung für die D-Mark bereit, die 25 Jahre in einem Bunker lagerte.

Nur wenige Menschen in der Frankfurter Zentrale der Bundesbank wussten, was wirklich in den betonverkleideten Gängen lagert, 30 Meter unter der Erde, hinter versteckten Stahltüren: 15 Milliarden Mark in kleinen Scheinen. Ein Vermögen – allerdings vollkommen wertlos, zumindest in Friedenszeiten. Die Zwanziger, Fünfziger und Hunderter, die sich säckeweise im gewaltigen Tresorraum stapeln, sehen nur auf der Vorderseite vertraut aus: Elsbeth Tucher und Sebastian Münster im Halbprofil.

Doch Rückseite und Farbe sind anders: Der grüne Fünf-Mark-Schein etwa ist braun und statt Eichenlaub zieren ihn geometrische Figuren. Die Notenbündel der Serie „BBk II“ sind eine Ersatzwährung. Selbst im atomaren Krieg sollte die Bundesregierung weiter zahlungsfähig bleiben, auch im Falle einer Hyperinflation. Und so verstecken die obersten Banker im Cochemer Milliardenbunker den Geheimschatz der alten Bundesrepublik: Geld, das keiner kennt und keiner fälschen kann.

einfach ein schönes Foto, oder?

Der Cochemer Bunker steht nun zum Verkauf

Im Krisenfall hätten hier bis zu 175 Menschen zwei Wochen lang überleben können. Sie hätten Wasser aus dem Tiefbrunnen trinken können. Strom erzeugten eigene Dieselmotoren, 75.000 Liter Treibstoff in Reserve. In der Küche, die nie benutzt wurde, stehen zwei große Öfen, alle Möbel haben Gummifüße, damit die Vibrationen einer Atombombendruckwelle keinen Schaden im Bunker anrichten. Auch einen Totenraum gibt es, eine Dekontaminierungszelle, Leichensäcke. Doch der atomare Erstschlag blieb aus.

25 Jahre nachdem sich die tonnenschwere Tresortür hinter den Ersatzmilliarden zum ersten Mal schloss, rückt schließlich das Vernichtungsteam an. Warum genau die Bundesbank die „BBk II“-Serie im Jahr 1988 durch den Reißwolf jagte, ist unklar. Vertrauten die Banker nun auch im Kriegsfall eher dem elektronischen Zahlungsverkehr? Auf Anfrage heißt es, die Geheimakten könnten erst nach Ablauf von 30 Jahren freigegeben werden.

Die Ersatzwährung aus Papier zumindest war überflüssig geworden. Und damit auch der Cochemer Bunker. Die örtliche Volksbank nutzte einen Teil der Räume noch für Kundenschließfächer, dann verließen auch sie das Gelände. Das Relikt des Kalten Krieges steht nun zum Verkauf. Der Preis: etwa 750.000 Euro. Samt Swimmingpool.

Quelle: spiegel.de (Bilderstrecke unbedingt anschauen – da kriegt man ausnahmsweise was fürs Geld… – ein Traumanwesen für eine Serverfarm o.ä.)

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