Die Wahrheit zum Correa – Putsch in Quito, Ecuador

Putschversuch wie aus dem Bilderbuch, perfide durchgeplant, wie aus dem Taktik-Lehrbuch:
Zuerst wurde der Präsident durch Unruhen auf den Vorplatz des Polizeikrankenhauses gelockt, wo Correa auf Krücken frisch operiert vertrauensvoll und mutig persönlich erscheint, um mit den Demonstranten (also der eigenen Polizei!!!) zu sprechenund zu schlichten. Diese Gelegenheit benutzten Attentäter, eine Tränengasgranate direkt vor dem Gesicht Correas explodieren zu lassen. Dann schlug man den Präsidenten, unter anderem auf sein (im Polizeikrankenhaus) frisch operiertes Knie, wollte ihn zu Boden bringen. Anschliessend schleppte man Correa zurück ins Krankenhaus, wo man ihn fast 11 Stunden als Geisel behandelte. Während dieser Zeit wurde Correa erfolglos unter Dohungen genötigt, bereits vorgefertigte Verträge zu unterzeichnen. Er weigerte sich unter Einsatz seines Lebens. Ein tapferer Mann!
Nachdem sich die Militärführung überraschend sehr zeitnah zu Correa bekannt hatte, wurde er von 550 Mann Spezialeinheiten aus Militärs und Polizei befreit. Die rund 30-minütige Schießerei kostete mindestens vier Menschenleben. Erfolgreicher Leiter der Rettungsaktion war Colonel Luis Castro.
Der ecuatorianische Polizeichef Freddy Martínez ist inzwischen zurückgetreten.
Ein grandioses Ablenkungsmanöver: der Zusatznutzen
Der jüngste Zwist zwischen Argentinien und Chile dreht sich um die Auslieferung des früheren chilenischen Guerrilleros Sergio Apablaza, dem vorgeworfen wird, 1991 einen pinochetistischen Senator umgebracht zu haben. Fast zur selben Zeit, als die Krise in Ecuador ausbrach, hat die argentinische Regierung der Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner Apablaza politisches Asyl gewährt und damit die Regierung Piñera in Santiago de Chile düpiert.
Dass Buenos Aires Schauplatz des nächtlichen Dringlichkeitsgipfels zwischen Mitternacht und drei Uhr morgens wurde, liegt vor allem (?) daran, dass der Amtsvorgänger Cristina Kirchners, ihr Ehemann Néstor, Unasur-Generalsekretär ist. Ansonsten wäre Quito Treffpunkt geworden, weil Correa derzeit turnusgemäß Präsident ist. Quito war jedoch nicht erreichbar, weil Polizisten den Flughafen besetzt hatten und weil Correa handlungsunfähig war. In Buenos Aires beschlossen die Unasur-Präsidenten, nach dem Ende des Aufruhrs ihre Außenminister nach Ecuador zu schicken, um Correa den Rücken zu stärken. Da wurde eine der Schachfiguren vom Brett gerettet und die zweite Fliege gleich mit auf die Klappe gepackt…
Die Toten und die Helden, die sich in Ecuadors Geschichtsbuch schrieben:
Jacinto Cortez, einfacher Soldat
Froilán Jiménez, Spezialeinheit (GOE), starb bei der Körperdeckung des Präsidenten, während dieser das Fahrzeug bestieg
Juan Pablo Bolaños, 24 Jahre, Ökonomie-Student, einer der vielen zu Hilfe geeilten tapferen Bürger, Zitat Augenzeuge Correa: „ihm wurde völlig unnötig quasi der Schädel geleert“ (Bolanos wurde durch einen gezielten Kopfschuss mit dem Gewehr ermordet).
– Edwin Calderón, Polizist
– bei Jairo Panchi Ortiz wurde dessen Hirntod bestätigt, sonst nichts näher beschrieben.
Der gepanzerte Nissan Patrol erhielt bei der Rettungsaktion vier Gewehr-Treffer in der Karroserie sowie einen Gewehr-Treffer genau auf das Fenster, hinter dem Präsident Correa gerade saß.
Sein venezuelanischer Kollege Hugo Chavez sprach von einem „Mordversuch„. Initiert sei dieser von den USA, die Ecuadors Präsident die Sperrung ihres vormals genutzten Truppenstützpunktes (La Manta) nicht vergessen haben. Chavez erinnerte an die legendären Worte von Fidel Castro während dem Putschversuch 2003: „Du stibst heute nicht, Chavez!“.  Er münzte sie auf Rafael Correas Namen um: „Du stibst heute nicht, Correa!“

Quelle: vtv

Nachbemerkung: Es ist bezeichnend und peinlich für die „Journalisten“ der F.A.Z., wie  diese Fragmente und Teilwahrheiten streuen, die wesentlichen und menschennahen Fakten aber beiseite lassen. Der Mensch Correa wird nicht angesehen, seine Courage nicht ausdrücklich gelobt. Die FAZ-Berichterstattung über die Toten ist unzutreffend. Das UNASUR-Dringlichkeitstreffen bleibt unerwähnt. Vom dem die gezielte Todeskugel auffangenden Helden wird nicht erzählt. Wie detailreich und menschlich wäre bei einem Putschversuch z.B. in Berlusconi-Italien oder Sarkozy-Frankreich beim ersten Nasenbluten berichtet worden? Im Übrigen bleibt die Erkenntnis, dass dies CIA-Arbeit gewesen sein dürfte….

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