Fidel Castro entschuldigt sich für Unrecht an Lesben & Gays

Fidel Castro entschuldigt sich bei Lesben und Homosexuellen sowie erzählt über seine lange Krankheit:
Der frühere kubanische Staatschef Fidel Castro äußerte sich an diesem Dienstag zur Verfolgung von homosexuellen und lesbischen Bürgern während der Revolutionsjahre und übernimmt dafür auch die Verantwortung:
„Es gab Momente großer Ungerechtigkeit, sehr großer Ungerechtigkeit!“ sagte Castro an diesem Dienstag zu Carmen Lira Saade von der mexikanischen Tageszeitung La Journada, „und wenn jemand dafür verantwortlich ist, dann ich selbst!“
In den 1960iger und 70iger Jahren schickte man auf Kuba homosexuelle Männer ohne Prozeß in Arbeitslager.
„Wir hatten damals so schreckliche Probleme, standen vor Fragen über Leben oder Tod. Deshalb achteten wir nicht sehr darauf“ beschreibt er die damalige Behandlung dieser Gruppen.
Im Jahre 1979 wurde schliesslich Homosexualität in Kuba entkriminalisiert. In neuerer Zeit gibt es dort sogar Bestrebungen, gleichgeschlechtliche Ehen zu gestatten.
Über die Jahre des nun fast 50-jährigen US-Embargo (seit 1961) sagte er:
„Die größten Probleme waren immer ausreichend Medizin und Nahrung, was leider bis heute gilt“.
Doch die Hindernisse im Welthandel hätten Kuba und die Kubaner in dieser Zeit
auch erfinderischer als andere Nationen gemacht, sagte Castro.
„Der Kampf, der Krieg, den wir auszufechten hatten, führte uns zu größeren Fortschritten, als wir sie ohne die Blockade gemacht hätten“ erklärte er.
Über die Zeit seiner schweren Krankheit erklärte Castro: „Ich war bereits tot, kehrte aber zurück“, so erklärt der kubanische Revolutions-Führer bei einem Interview mit einer mexikanischen Tageszeitung. Er berichtete über die schlimmsten Momente seiner Krankheit, als er intubiert (künstlich beatmet) werden musste und immer wieder in Bewußtlosigkeit fiel.
„Im Juli und August 2006 stand ich am Tor, diese Welt zu verlassen“, beschreibt er diese Zeit. Heute jedoch verbringt Fidel Castro seine Zeit lesend.
Damals glaubte Castro selbst, wie so viele andere in und ausserhalb Kuba, dass er wohl nicht überleben können würde. Nun aber, 4 Jahre nach der Gesundheitskrise, die ihn zwang, die Macht zu übergeben (am 31. Juli 2006 an seinen Bruder Raúl), versichert er seine „Genesung„. In den letzten Wochen erschien er allein bei 30 öffentlichen Auftritten.
„Ich war dem Tode nahe, ich konnte nicht selbstständig atmen um zu überleben, nicht mehr und nicht weniger! Ich fragte mich in diesen Tagen oft, oftmich meine Ärzte unter diesen Bedingungen leben lassen oder mir das Sterben erlauben würden. Ich überstand das alles, doch unter sehr schlechter körperlicher Befindlichkeit“ vertraute Fidel der Chefin des Blattes, Carmen Lira Saade, an.
Der kubanische Anführer, der am 13. August seinen 84. Geburtstagfeiern konnte, zeigt sich seit Mitte Juni äußerst aktiv. Er trifft sich regelmäßig mit Wissenschaftlern, Personen aus der Wirtschaft, Intelektuellen und kubanischen Diplomaten, saß einer außerordentlichen Sitzung der Nationalversammlung bei und trat mehrfach im venezoelanischen sowie kubanischen Fernsehen auf.
Seine Frau Dalia Soto del Valle nahm sowohl an dem Interview in Havanna als auch fast allen anderen Auftritten an seiner Seite teil, immer darauf verweisend, dass der „Lider“ am Anfang seiner langsamen Erholung nur 66 noch Kilogramm auf die Waage gebracht habe.
„Stellt euch vor: ein Typ mit meiner Statur nur 66 Kilo! Heute habe ich 85-86 Kilogramm erreicht, heute morgen machte ich alleine 600 Schritte, ohne Stock, ohne jede Hilfe“ unterstrich Castro: „ich will damit sagen, Sie sitzen quasi vor einem Wiedergeborenen“.
Fidel merkte auch an, dass auch er – unabhängig vom medizinischen Personal –
ein gehorsamer Patient sei: „Niemals habe ich gegen eine Anordnung verstossen. Ich kann nur über eine gute Kooperation mit den Medizinern berichten. Mit ihnen diskutierte, fragte und begriff ich!“
Auf die Frage der Journalistin: „Was fanden Sie vor, als Sie sich erholt hatten“ antwortete Fidel trocken: „eine Welt voller Irrer“.
Fidel verbringt seine Zeit vorwiegend lesend. Neben der Buchlektüre arbeite er
täglich zwischen 200 und 300 informative Nachrichtenbeiträge durch, berichtete er auf Anfrage.
Ausserdem sprach er in dem Interview wieder einmal deutlich seine Sorge über
die derzeit so hohe Gefahr eines Atomkriegs an.
„Diese Welt ist gerade im bisher interessantesten und gefährlichsten Moment ihrer Geschichte angelangt. Und ich bin tief darin verwickelt. Ich habe immer noch viele Dinge zu erledigen“versicherte der „Commandante“ lächelnd.
Hoffentlich bleibt er uns noch lange erhalten!
Quellen: vtv.ve / cnn

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